Gefahren für Radler: Sinn diskutiert über Bahnhofstraße

In der Sinner Bahnhofstraße wird am Ortseigang oft zu schnell gefahren, wie die Messung zeigt. Im weiteren Verlauf machen Verkehrsaufkommen und Parksituation die Straße für Radfahrer zuweilen gefährlich. Die Radfahrbeauftragte sinnt auf Abhilfe.  Foto: Katrin Weber

Wie kann man das Risiko für Radfahrer an dieser Stelle verringern? Laut der ehrenamtlichen Radfahrbeauftragten hätte dies schon passieren können, doch es hat sich wenig getan.

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SINN. Um das Radfahren ging es in der Sitzung des Sinner Ausschusses für Bau, Planung, Umwelt, Energie und Verkehr am Donnerstag. Erneut drehte sich der Bericht der ehrenamtlichen Radfahrbeauftragten Edith Höll um die Situation der Radfahrer in der Sinner Bahnhofstraße. Die nach Hölls Meinung gefährliche Strecke hätte eigentlich durch die bereits erfolgte Anordnung von Tempo 30 zwischen dem Ortseingang aus Richtung Fleisbach und der Einmündung in die Wetzlarer Straße sicherer gemacht werden können.

Kreis verhindert Tempo 30 in der Bahnhofstraße

Das allerdings hatte die Kreisverwaltung unterbunden und die Gemeinde dazu aufgefordert, die Anordnung des Tempolimits zurückzunehmen. Bürgermeister Hans-Werner Bender erklärte im Ausschuss, dass dies mittlerweile geschehen ist. Allerdings habe der Kreis in der Sache nicht nur gegen den Rat der eigenen Radfahrbeauftragten und anderer Experten gehandelt, sondern auch gegen die Sicherheit aller Bürger.

Die Alternativen dürften jedenfalls mit höheren Kosten verbunden sein. Edith Höll berichtete von zwei Ortsterminen mit Vertretern des Kreises. Darin sei unter anderem vorgeschlagen worden, die Radfahrer ab der Einmündung des zwischen Dill und Bahn verlaufenden Radwegs am ehemaligen Getränkemarkt über die Straße auf die Seite des Stellwerks und von dort zur Einmündung der Privatstraße zum Bahnhof zu führen. Dazu müsste der Randstreifen verbreitert und befestigt werden.

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Derzeit führen die meisten Radfahrer, die aus Richtung Ruppertsmühle kommen auf dem linken Gehweg weiter in Richtung Ortsmitte. Dort aber sei der Bürgersteig zu schmal, die Unfallgefahr zu hoch. Im weiteren Verlauf, so Edith Höll, sei bei hohem Verkehrsaufkommen und vielen versetzt am Straßenrand parkenden Autos die Situation für Radfahrer weiter gefährlich. Um das zu entschärfen, schlug sie unter anderem vor, das Parken entweder nur einseitig zuzulassen oder die Parkfläche auf den Gehwegen in Fahrtrichtung Wetzlarer Straße dreißig Zentimeter weit zur Fahrbahn hin zu verschieben. Dann könnten Fußgänger und Radfahrer den Gehweg dieser Seite in beiden Richtungen gemeinsam nutzen. Als weitere Gefahrenzone beschrieb Edith Höll die Einmündung der Bahnhofstraße in die Wetzlarer Straße. Diese sei so breit, dass sie Autofahrer, die in Richtung Bahnhof abbiegen, geradezu animiere, schnell zu fahren. Häufig komme es dort zu brenzligen Situationen, wenn Fußgänger oder Radfahrer dort die Bahnhofstraße kreuzten. Sicher sei das Überqueren erst in Höhe der Apotheke. Den Weg mache aber niemand freiwillig. Als optische Bremse könnte man an der Einmündung eine rote Radfahrfläche entlang der Wetzlarer Straße auf die Fahrbahn malen.

Sicher entlang der Ortsdurchfahrt radeln

Das wäre auch aus einem weiteren Grund sinnvoll: Ab demnächst wird es möglich sein, in der Herborner Straße und der Wetzlarer Straße den Gehweg auf der Sportplatzseite in beiden Richtungen mit dem Fahrrad zu befahren. Die Erlaubnis gilt vom Ortseingang aus Richtung Herborn bis zur Villa Doering, wo der Radweg in die Dillgartentraße abknickt und an deren Ende auf den Radweg in Richtung Edingen führt. Die Schilder sind bestellt.

20 E-Fahrräder zum kostenlosen Ausleihen

Gute Nachricht hatte Höll auch über die Aktion "Freie E-Räder in Sinn". Sie hat es geschafft, vom Hessischen Umweltministerium 100.000 Euro für 20 E-Fahrräder zu bekommen, die gegen Kaution und eine kleine Spende jeweils für drei Tage von Bürgerinnen und Bürgern ausgeliehen werden können. Darunter sind auch Lastenräder, Kinderräder und Dreiräder für Menschen mit Behinderungen.

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Zweierlei fehlt noch zum Glück: Erstens Gastgeber, bei denen eins oder mehrere Räder untergebracht und ausgeliehen werden können und natürlich weitere Spenden für die Anschaffung beispielsweise von Schlössern und Kindersitzen. Demnächst soll es eine Buchungsplattform und ein Spendenkonto beim Förderkreis Sinn geben.

Von Martin H. Heller