Hochbehälter ade: Was darf in Sinn gebaut werden?

Der Blick wäre dahin: Zwischen der Straße Am Hochbehälter und dem Nachtigallenweg in Sinn ist eine Baulücke. Dort stand früher der Hochbehälter. Die Gemeinde möchte den Bebauungsplan ändern und somit die Möglichkeit für Wohnbebauung schaffen. Bei Anwohnern gibt es Bedenken dagegen. Foto: Katrin Weber

Die Anlieger haben Bedenken gegen zwei Mehrfamilienhäuser auf dem steilen Hang zwischen Am Hochbehälter und Nachtigallenweg. Das hat Michael Krenos (SPD) im Bauausschuss berichtet.

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. Sinn. Was passiert mit dem ehemaligen Hochbehältergelände zwischen der Straße Am Hochbehälter und dem Nachtigallenweg in Sinn? Die Gemeinde möchte den Weg für eine Wohnbebauung ebnen. Die Frage ist nur: Welche Form und wie viele Wohneinheiten passen in das Neubaugebiet aus den 70er Jahren?

Im Parlamentsausschuss für Bau, Planung, Umwelt, Energie und Verkehr waren sich die Kommunalpolitiker nicht einig. Michael Krenos (SPD) sah in dem Entwurf für eine Änderung des Bebauungsplans "Am Wingert" die Bedenken der Anwohner als nicht genügend berücksichtigt. Derzeit hat das 1200 Quadratmeter große Grundstück einen eigenen Bebauungsplan, der es als Versorgungsanlage mit angrenzender Wohnbebauung ausweist.

Ein- und Zweifamilienhäuser prägen das Erscheinungsbild

Ein- und Zweifamilienhäuser aus den 60er und 70er Jahren prägen dort das Erscheinungsbild "Deshalb sollten auf dem alten Hochbehältergrundstück auch nur Ein- oder Zweifamilienhäuser gebaut werden", fasste Krenos Bedenken der Anwohner zusammen.

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Die Befürchtung: Zu viele Wohneinheiten könnten zu häufigen Mieterwechseln und Parkplatzproblemen und somit zu Disharmonie in der Nachbarschaft führen. Im Entwurf für den neuen Bebauungsplan sind für die sehr starke Hanglage bis zu vier Wohneinheiten pro Gebäude vorgesehen. Zwei Mehrfamilienhäuser sollen dort gebaut werden können.

Die Höhe der Gebäude würde auf zehn Meter festgelegt. Die Dächer dürften eine maximale Neigung von 30 Grad haben, Flachdächer bei Staffelgeschossen müssten begrünt werden. Krenos sah den Entwurf so gestaltet, wie ein an dem Gelände interessierter Investor mögliche Gebäude dort bereits im Frühjahr im Internet beworben habe. "Warum ist dieses Grundstück nicht für Ein- und Zweifamilienhäuser geeignet?", fragte er.

Sinns Bürgermeister Hans-Werner Bender (parteilos) sagte, dass es Interessenten gegeben habe, die dort Ein- oder Zweifamilienhäuser errichten wollten. Sie seien aber wieder abgesprungen und hätten dies begründet: "Das ist uns zu steil." Die Gemeinde müsse das Gelände deshalb für einen Investor interessant machen. "Terrassenbauweise von Mehrfamilienhäusern ist eine interessante Angelegenheit", sagte Bender.

Dieter Jung (FWG) plädierte für einen Kompromiss von drei Einheiten pro Haus. Auch Walter Fiedler (Grüne) konnte die Bedenken von Krenos nicht nachvollziehen. Beide sahen in einer Begrenzung auf Ein- und Zweifamilienhäuser, dass die Gemeinde sich damit eine Chance verbaue.

Im Januar hatte es einen Ortstermin mit Bürgermeister und Anwohnern gegeben. In einem später an den Gemeindevorstand gerichteten Schreiben formulierten die Anlieger eine weitere Sorge: In der Bauphase komme eine enorme Belastung auf die in den 70er Jahren gebauten Straßen durch Schwerverkehr zu.

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Ausschuss mehrheitlich für drei Wohneinheiten pro Haus

Letztendlich stimmten vier Ausschussmitglieder dafür, dass im Entwurf des Bebauungsplans die Wohneinheiten auf drei pro Gebäude begrenzt werden sollen. Michael Krenos und Daniel Sattler (CDU) sprachen sich dagegen aus.

Um dem heutzutage größeren Bedarf an Parkplätzen - auch bei künftigen Projekten - besser gerecht zu werden, soll die Stellplatzsatzung der Gemeinde überarbeitet werden. Dies geschehe bereits, sagte Uwe Fischer vom Bauamt und kündigte an, dass der Entwurf demnächst zur Beratung an die Gremien gehe.

Von Katrin Weber