B49: Noch lange Beeinträchtigungen in Solms  

aus Hochstraße B49 in Wetzlar

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Schon lange eine Baustelle: die B49 bei Solms.

An der B49 bei Solms sind die Arbeiten ins Stocken geraten. Doch nun soll laut Hessen Mobil alles ganz schnell gehen. Allerdings drohen neue Verkehrsprobleme.

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Solms. So richtig tut sich nichts an der Baustelle an der B49 bei Solms. Dabei hätte dieser Bauabschnitt eigentlich schon im letzten Quartal 2022 beendet werden sollen. So jedenfalls war es mal annonciert gewesen.

Doch heimlich, still und leise und ohne eine sonst übliche Pressemitteilung war dann die Jahreszahl für das geplante Ende der Bauarbeiten auf einem Schild an der Baustelle von 2022 auf 2023 abgeändert worden. Die gute Nachricht: Dann soll endlich auch die „Brücke ins Nichts“ angeschlossen werden. Die schlechte Nachricht: Auch ein Jahr später, 2024, wird es für Autofahrer nicht unbedingt einfacher. Die Brücke der Landesstraße 3283 über die Lahn muss saniert und voll gesperrt werden. Neue Verkehrsprobleme drohen.

Umfangreiche Kanalarbeiten sind erforderlich

In der aktuellen Bauphase, in der die Bundesstraße in Fahrtrichtung Limburg ausgebaut wird, seien neben den eigentlichen Straßenbauarbeiten unter anderem auch umfangreiche Kanal- und Leitungsarbeiten erforderlich geworden, teilt Hessen Mobil auf Nachfrage mit. Diese seien nun in den vergangenen Monaten in Angriff genommen worden. Zudem sei auch die Sicherung einer Gasleitung  nötig gewesen.

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Derzeit  werde nun die Entwässerungsleitung im Randbereich der Fahrbahn hergestellt. „Allerdings ist die Baustelle mit teilweise massiven Lieferverzögerungen, insbesondere bei den Betonfertigteilen, konfrontiert“, so Hessen Mobil in dem Schreiben. Und weiter: Bereits im vergangenen Frühjahr hätten Starkregenereignisse und Hochwasser – trotz insgesamt relativ guter Wetterbedingungen – zu „mehrfach überfluteten und dadurch eingerutschten Baugruben” geführt, was die Arbeiten ebenfalls erschwerte und verzögerte.

Probleme vor allem durch Lieferschwierigkeiten

Dazu kam laut Hessen Mobil, dass sich auch die Erdarbeiten im Untergrund der Straße umfangreicher gestaltet hätten als geplant. So hatte man zum Beispiel mit Bodenverfestigungen zu tun; zudem mussten an die zwei Meter große Findlinge entfernt werden. „Insgesamt haben sich hierdurch Verzögerungen ergeben“, berichtet Pressesprecherin Bettina Amedick. „Die Verzögerungen im Bauablauf der aktuellen, zweiten  Bauphase  ergeben  sich  aber  zum  größten Teil aus den Lieferschwierigkeiten.“

Die Gesamtkosten für den 11. Bauabschnitt der B49 sind laut Hessen Mobil mit insgesamt rund 29,8 Mio. Euro veranschlagt. Durch die Verzögerungen müsse aber mit Mehrkosten gerechnet werden.

Inselbaustelle muss eingerichtet werden

Und wie geht es nun weiter? Sobald die Witterungsverhältnisse dies zulassen, sei geplant, den Asphalt in Fahrtrichtung Limburg einzubauen. Nach aktuellem Zeitplan soll der Ausbau in Fahrtrichtung Limburg bis ins kommende Frühjahr andauern. Bis Ende März - so die Planung - soll der Streckenbau in der jetzigen Verkehrsführung fertiggestellt werden. Darauf folgen Arbeiten für die Mittelstreifenentwässerung im Bereich zwischen den beiden Fahrtrichtungen, für die eine sogenannte Inselbaustelle als Zwischen-Bauphase eingerichtet werden muss.

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Voraussichtlich im Frühsommer soll laut Hessen Mobil schließlich die Baustelle auf die dritte Bauphase umgestellt und anschließend die Fahrtrichtung Gießen/Wetzlar ausgebaut werden. Der Verkehr werde dann in beiden Fahrtrichtungen der B 49 auf der neuen Fahrbahnhälfte geführt.

Warum es ab da recht schnell gehen soll, erklärt Hessen Mobil so: Da in dieser dritten Bauphase lediglich der reine Streckenbau erfolgen muss und somit deutlich weniger Arbeitsschritte erforderlich sind als in der zweiten Bauphase, sei eine deutlich kürzere Bauzeit vorgesehen.  Die  Bauarbeiten in Fahrtrichtung Gießen/Wetzlar  sollen daher nach aktuellem Zeitplan der Verkehrsbehörde im Herbst 2023 fertiggestellt werden. Ab diesem Zeitpunkt könne die B 49 auch in diesem Streckenabschnitt vierstreifig befahren werden.

Zwischen Lachnummer und Trauerspiel: Die "Brücke ins Nichts" ist schon vor zehn Jahren gebaut worden. Genutzt werden kann sie bis heute nicht.
Zwischen Lachnummer und Trauerspiel: Die „Brücke ins Nichts” ist schon vor zehn Jahren gebaut worden. Genutzt werden kann sie bis heute nicht. (© Verena Napiontek)

Wenn man Hessen Mobil Glauben schenken möchte, soll „zum Ende der Bauarbeiten“ ­– also ab Herbst dieses Jahres - dann auch die sogenannte „Brücke ins Nichts“ angeschlossen werden. „Zum Ende der Bauarbeiten wird die Brücke „Albshäuser Straße“ baulich an die B 49 angebunden. Als letzter Schritt wird die Albshäuser Straße in Oberbiel als Verbindungsstraße zu dieser westlichen Teilanschlussstelle saniert“, heißt es wörtlich in der Pressemitteilung.

Brücke über die Lahn muss saniert werden

2013 war die Brücke bei Oberbiel gebaut worden, 2014 wurde sie fertiggestellt. Damit war bereits damals die Hoffnung verbunden, die Ortsmitte von Oberbiel zu entlasten. Doch vielmehr hatte sich der Nichtanschluss der Brücke zu einer Posse entwickelt.  Wird jetzt also bald alles gut? Nicht, wenn man genauer hinschaut. Selbst wenn die „Brücke ins Nichts” angeschlossen wird, drohen nämlich neue Einschränkungen. Hessen Mobil plant nun auch, die Brücke der Landesstraße 3283 über die Lahn zu sanieren. 

Anfang August hatten die Solmser schon mal Erfahrungen gesammelt, welche Auswirkungen die damals nur halbseitige Sperrung dieser Brücke haben kann. Diese war damals notwendig geworden, weil ein Schaden an der sogenannten Übergangskonstruktion entstanden war. Dabei handelt es sich um die Dehnungsfuge in der Fahrbahn, die das temperaturbedingte Ausdehnen und Zusammenziehen einer Brücke ausgleicht. Dort hatten sich durch Verschleiß Schrauben gelöst. „Bei der Reparatur wurden neue Schrauben eingesetzt, die die Lamelle der Übergangskonstruktion wieder in ihrer Position halten sollen. Nichtsdestotrotz muss die Übergangskonstruktion umfassend erneuert und die Brücke saniert werden“, heißt es jetzt. Ohne Sperrung der Brücke werde das aber voraussichtlich nicht funktionieren.

Hessen Mobil verspricht: „Den Zeitpunkt der Sanierung passen wir selbstverständlich an den Fortschritt der Bauarbeiten im elften Bauabschnitt der B49 an. Auch weil im Falle von notwendigen Sperrungen der B49 während der Bauzeit die L 3283 als Umleitungsstrecke dient. Aktuell ist eine Sanierung der Brücke der L 3283 für das Jahr 2024 anvisiert.“

Näher festlegen möchte man sich bei dem Straßen- und Verkehrsmanagement jedoch nicht. Das Sanierungskonzept für die L 3283-Brücke befinde sich noch in der Bauvorbereitung, heißt es. „Von daher können wir zum jetzigem Zeitpunkt noch keine verlässlichen Angaben zu Dauer, Zeitraum oder genauem Ablauf der Brückensanierung machen. Sobald der genaue Zeitpunkt für die Brückensanierung feststeht, wird Hessen Mobil rechtzeitig vor Beginn der Bauarbeiten mit einer Pressemitteilung informieren.“

Hessen Mobil sagt aber auch zu, dass vor der Sanierung „selbstverständlich – wie immer in solchen Fällen“ weitere Abstimmungen mit den beteiligten Kommunen, den Busunternehmen, der Müllabfuhr, den Rettungsdiensten, der Polizei und auch der Feuerwehr erfolgen sollen. Dann werde ein Verkehrs- und Umleitungskonzept abgestimmt, bei dem unter anderem auch geklärt werde, wie beispielsweise die Feuerwehr während der jeweiligen Baumaßnahme zu ihren Einsatzorten gelangt.

Derzeit werden auf der B49 die Fahrbahnen in Fahrrichtung Limburg ausgebaut. Doch die Arbeiten ziehen sich hin.
Derzeit werden auf der B49 die Fahrbahnen in Fahrrichtung Limburg ausgebaut. Doch die Arbeiten ziehen sich hin. (© Verena Napiontek)

Bislang hat der Solmser Bürgermeister Frank Inderthal (SPD) allerdings nach eigener Aussage erst mal nur eine knappe Mitteilung erhalten, dass die Sperrung nicht - wie anfangs angedacht - schon 2023, sondern erst ein Jahr später vonstattengehen soll. In der Solmser Stadtverordnetenversammlung war bereits über die Auswirkungen der Sperrung diskutiert worden. Denn tatsächlich hatte Hessen Mobil anfangs geplant, die Brücke zwischen Burgsolms und Oberbiel bereits 2023 zu sperren. Dann hätten die Solmser über Leun oder Wetzlar fahren müssen, um in einen Stadtteil auf der anderen Seite der Lahn zu gelangen. Die große Sorge: Ohne eine Brücke hätten die Feuerwehren auf der Taunusseite keine Hilfe auf der Westerwaldseite leisten können und umgekehrt.