Das "alte Mädchen" ist wieder startklar

Ein Oldtimerbus ist das Herzstück des "Projektes 58,7 Streetwork". Doch dessen Motor wollte plötzlich nicht mehr.

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WETZLAR. "Was ist das denn für ein Bus?", schallt es über die Bahnhofstraße aus einer Gruppe von Jugendlichen. Nach einem halben Jahr ohne das Herzstück des "Projektes 58,7 Streetwork" erregt der grün-beige Bus in der Fußgängerzone vor dem Herkules-Center größeres Aufsehen. Bei einer Tasse alkoholfreiem Punsch löchern die Jugendlichen die Mitarbeiter mit Fragen. Sie wollen wissen, woher der Bus kommt, wie alt er ist und warum sie ihn so lange nicht gesehen haben.

"Projekt 58,7 Streetwork" ist ein Arbeitszweig des Vereins C. H. Lebensbrücke in Wetzlar. Es wurde 2012 mit dem Anliegen gegründet, Jugendlichen und jungen Heranwachsenden in dem Bezirk um Bahnhof und Forum einen Ort anzubieten, wo sie eine sichere Anlaufstelle haben: immer dienstags von 17 bis 20 Uhr.

Im Sommer 2022 sei der Motor des Busses nach über 880.000 Kilometern kaputt gegangen. Nach längerer Prüfung habe der Verein beschlossen, den Bus zu erhalten, erläutert Pressesprecherin Monika Theuß in einer Pressemitteilung. Zusammen mit Jana Drechsel habe sie Kontakt zu Manfred Thielmann, Chef des städtischen Busunternehmens Gimmler, aufgenommen und nach Möglichkeiten der Unterstützung und Hilfe gefragt. Die Gimmler-Werkmeister Andreas Lippich und Maik Löhr hätten sich kurz darauf den lahmgelegten Bus angeschaut und sich ein Bild der Situation verschafft. "Am 11. November konnte der Bus von dem ortsansässigen Abschleppdienst Hergeth in die Werkstatthalle der Firma Gimmler abgeschleppt werden, und kurz darauf war der tonnenschwere Motor des Busses ausgebaut. Nachdem der Motor durch die Spezialfirma Krämer im Westerwald aufwendig überholt und repariert worden war, konnte dieser im Januar 2023 wieder in den Bus eingebaut werden", berichtet Lebensbrücke-Sprecherin Theuß.

Werkmeister übergeben den instandgesetzten Bus

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Vor wenigen Tagen übergaben die Werkmeister Lippich und Löhr das "alte Mädchen" - wie sie den Bus liebevoll getauft haben - den Mitarbeitern von "Projekt 58,7 Streetwork". Diese dankten den Beteiligten für ihren Einsatz - auch im Namen der vielen Jugendlichen, die den Bus besucht haben und besuchen werden. Monika Theuß: "Und so rollte der Setra-Bus nach knapp sieben Monaten Ausfall vom Hof der Firma Gimmler in Richtung der Bahnhofstraße, um endlich wieder als warmer und gemütlicher Ort jungen Menschen in Wetzlar zu dienen."