Händler erarbeiten Konzepte für Geschäfts-Öffnungen

aus Coronavirus-Pandemie

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Die Lage für den Einzelhandel wird immer bedrohlicher. Die Händler feilen deshalb an corona-sicheren Einkaufskonzepten. Foto: Jens Büttner/dpa

Für mittelhessische Einzelhändler und Gastronomen ist der Lockdown existenzbedrohend. Deshalb haben sie Konzepte für corona-sichere Öffnungen entwickelt.

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WETZLAR/DILLENBURG. Die Geschäfte wieder öffnen - und zwar corona-sicher. Das fordern die Einzelhändler der Region. Dafür haben sie Konzepte erarbeitet.

Nach der erneuten Verlängerung des Lockdowns bangen die ohnehin schwer von der Krise getroffenen Händler mehr denn je um ihre Existenz. "Die Stimmung ist definitiv gekippt", wird Burghard Loewe, Hauptgeschäftsführer der IHK Lahn-Dill, in einer Pressemitteilung zitiert.

Das sieht Jörg Palm genauso. Er ist Besitzer des gleichnamigen Juwelier-Geschäfts in Wetzlar und Handelsausschussvorsitzender der IHK Lahn-Dill. "Wir haben die Politik mehrfach aufgefordert, Perspektiven aufzuzeigen und schrittweise Lockerungen zu ermöglichen. Doch unsere Forderungen sind nicht erhört worden", kritisiert Palm. "Die Politiker haben keine Lösungsansätze für uns."

Der Handel hat deshalb eigene Vorschläge, wie coronasichere Öffnungskonzepte aussehen könnten. "Wir wollen unsere Geschäfte ab einem Inzidenzwert von unter 100 schrittweise wieder öffnen dürfen", sagt Jörg Palm. Zum Einkaufen müssten Kunden vorher einen Termin vereinbaren. Zusätzlich soll es Zugangsbeschränkungen geben. Das bedeutet konkret: Je nach Größe des Geschäfts darf nur eine bestimmte Anzahl an Personen gleichzeitig hinein. Die Kontaktdaten der Kunden, die sich zudem an Hygiene- und Abstandsregeln halten müssen, würden erfasst.

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In der Gastronomie solle eine Wiedereröffnung wie nach dem ersten Lockdown im Mai des vergangenen Jahres umgesetzt werden. Damit habe man überall gute Erfahrungen gemacht, teilt der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) gemeinsam mit dem Hessischen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga mit. Weniger als zwei Prozent der Infektionen habe auf das Gastgewerbe zurückgeführt werden können. Viele Restaurants hätten umfangreiche Schutzkonzepte vorzuweisen und in Belüftungssysteme oder Luftfilter investiert.

Gute Hygienekonzepte gebe es auch für Fitnessstudios oder in der Veranstaltungsbranche, so die IHK weiter. Auch dort solle man über schrittweise Öffnungen nachdenken. IHK-Hauptgeschäftsführer Burghard Loewe: "Jetzt gilt es, Arbeitsplätze zu sichern."

Von Tobi Manges