Inzidenzwert steigt im Lahn-Dill-Kreis auf 71,42

aus Coronavirus-Pandemie

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Sehr viel zu tun: Die Mitarbeiter des Gesundheitsamts des Lahn-Dill-Kreises mit Sitz in Herborn versuchen mit Hochdruck, Infektionsketten nachzuverfolgen.  Foto: Katrin Weber

Der Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen steigt und steigt. Setzt sich der Trend fort, könnten die ab Samstag geltenden, strengeren Corona-Regeln noch verschärft...

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DILLENBURG. Im Risikogebiet Lahn-Dill-Kreis gelten ab Samstag, 24. Oktober, strengere Regeln zur Eindämmung des Covid-19-Virus. Angesichts rasch steigender Corona-Neuinfektionen reagiert der Kreis mit zwei neuen Allgemeinverfügungen, die konsequente Beschränkungen und insbesondere die Einschränkung von Kontakten vorsehen.

Ab Samstag gilt eine Sperrzeit für Gaststätten, Kneipen, Restaurants und Bars von 23 bis 6 Uhr. Für die Gäste gilt außerdem weiterhin: Wer nicht auf seinem eigenen Sitzplatz sitzt, muss eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Darüber hinaus ist zwischen 23 und 6 Uhr in der Öffentlichkeit sowohl der Konsum als auch die Abgabe von Alkohol zum Sofortverzehr untersagt.

Bei öffentlichen Veranstaltungen, in öffentlichen Einrichtungen, bei Trauerfeierlichkeiten, in Kirchen und vergleichbaren Räumlichkeiten von Glaubensgemeinschaften muss auch am eigenen Sitzplatz eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden.

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Für private Feierlichkeiten in öffentlichen oder dafür gemieteten Räumen wird eine Höchstteilnehmerzahl von zehn Personen festgelegt. Für Feiern oder Treffen in Privaträumen empfiehlt der Landkreis dringend, die Teilnehmerzahl auf ein Minimum zu beschränken.

Öffentliche Veranstaltungen werden in der Regel auf höchstens 100 Teilnehmer begrenzt. Mehr Gäste können nur ausnahmsweise gestattet werden.

Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen dürfen jeweils an drei Tagen pro Woche Besuch von höchstens zwei Personen für jeweils eine Stunde empfangen. Ehepaare beziehungsweise verpartnerte Personen, die in einer Einrichtung leben, können gemeinsam besucht werden.

Für Sitzungen oder Versammlungen von kommunalen Gremien sowie Sitzungen, an denen mehr als zehn Personen in einem geschlossenen Raum teilnehmen, hat der Kreis neue Regelungen zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung erlassen. Danach muss eine Maske beim Betreten und Verlassen des Raumes sowie beim Bewegen innerhalb der Räumlichkeit getragen werden.

Für Versammlungen gilt weiterhin, dass für eine mögliche Kontakt-Nachverfolgung Name, Anschrift und Telefonnummer der Teilnehmer erfasst werden müssen.

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Wie dringlich die neuen, strengeren Beschränkungen sind, machen auch die aktuellen Zahlen deutlich: Am Donnerstag war die Sieben-Tage-Inzidenz im Lahn-Dill-Kreis auf 71,42 gestiegen, womit sie nur noch knapp unter dem nächsten Grenzwert von 75 liegt. Wird der überschritten, tritt die nächste Stufe des Eskalationskonzepts des Landes Hessen in Kraft. Das bedeutet wiederum, dass möglicherweise schon am Freitag die gerade verhängten Beschränkungen noch einmal verschärft werden könnten.

"Die Fachleute unseres Krisenstabes sind dabei, sich die Lage genau anzuschauen und eine Neubewertung vorzunehmen. Ausbruchsgeschehen werden analysiert und eingeordnet", erklärte dazu Landrat Wolfgang Schuster (SPD), der sich selbst in Quarantäne befindet. Man werde stets mit Maß und Ziel vorgehen, versprach Schuster mit Blick auf weitere Verschärfungen. Zugleich mahnte der Landrat zur Besonnenheit: "Es war abzusehen, dass die Zahlen steigen. Eines ist nun für uns alle wichtig: Wir dürfen nicht in Panik verfallen."

Vor einer Reise fragen: Gibt es am Ziel Beschränkungen?

Erst am Mittwoch war der Inzidenzwert im Kreis erstmals auf über 50 geklettert und hatte damit eine Einordnung als Risikogebiet ausgelöst. Das hat auch Auswirkungen für Bewohner des Lahn-Dill-Kreises, die in den kommenden Tagen einen Urlaub antreten wollen. In verschiedenen Bundesländern wie beispielsweise Schleswig-Holstein gelten auch innerhalb von Deutschland Einschränkungen für Reisende oder sogar Beherbergungsverbote.

Betroffene sollten sich deshalb vor Antritt ihrer Reise mit ihren Gastgebern oder den Behörden des Urlaubszieles in Verbindung setzen, um sich über Beschränkungen zu informieren. Unter Umständen ist die Vorlage eines negativen Coronatests, der nicht älter als zwei Tage sein darf, eine Voraussetzung für einen Urlaubsantritt.