Irre: Der dritte Lkw bleibt am Gerüst hängen

Zwei Träger weniger: Diese beiden Stahlteile riss der Lastwagen bei der Kollission mit dem Gerüst am Freitag ab. Sie blieben zunächst auf dem Dach der Zugmaschine liegen.  Foto: Pascal Reeber

Unfassbar: Schon zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen ist am Freitagmittag ein Lastwagen am Baugerüst unter der Taubensteinbrücke hängengeblieben. Die Komplettsperrung...

Anzeige

WETZLAR. Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen ist am Freitagmittag ein Lastwagen am Baugerüst unter der Taubensteinbrücke hängengeblieben. Dabei wurde das am Mittwoch zum bisher letzten Mal von einem Laster angefahrene Gerüst abermals schwer beschädigt. Die Spinnereistraße bleibt nacht aktuellem Stand übers Wochenende gesperrt. Nach der zweiten Lkw-Kollision vom Mittwoch war ohnehin geplant, sie ab Montag für voraussichtlich vier Tage dicht zu machen, um das Gerüst zu reparieren.

Bauarbeiten an der Brücke verzögern sich durch Unfälle

Am Freitagmittag war es das Gespann einer Speditionsfirma, das eindeutig zu hoch war für die momentan nur 3,70 hohe Durchfahrt unter der Taubensteinbrücke. Stecken blieb der Lastwagen diesmal nicht, doch riss er zwei Stahlträger aus dem Gerüst und nahm diese auf dem Dach mit - offenbar unbemerkt vom Fahrer. Ein Mitarbeiter der Baufirma, die derzeit an der Taubensteinbrücke arbeitet, stoppte das gefährliche Gespann am Kreisel vor der Rittal-Arena. Die Stahlträger wurden vom Laster heruntergeholt.

Anzeige

Drei Unfälle in vier Wochen - wäre es nicht langsam angeraten, die Durchfahrt unter der Brücke komplett zu sperren? Bislang wollten Stadt und Hessen Mobil diesen radikalen Schritt vermeiden - vor allem mit Blick auf Anlieger. Würde die Spinnereistraße unter der Brücke gesperrt, müsste der gesamte Verkehr den großen Umweg über die Spitzkehre auf die B 49 und über Garbenheim fahren, sagte Thomas Hemmelmann, Büroleiter des Baudezernats. Die Komplettsperrung würde zudem eine wichtige Zufahrt zum Forum und der Arena kappen. Der Verkehr müsste dann durch die Garbenheimer Straße. Wobei: Das war der Stand vom Freitagmittag kurz vor Unfall Nummer drei.

Auch bei "Hessen Mobil" stand man zu diesem Zeitpunkt auf dem Standpunkt: Wir belassen es bei der halbseitigen Sperrung. Schließlich ist die Spinnereistraße eine wichtige Zufahrt aus der Stadt zum Forum.

Womöglich könnte der dritte Unfall nun zu einer Neubewertung der Situation führen. Denn die Unfälle und die dafür nötigen Gerüstarbeiten werfen die Bauarbeiten zurück. Auch dieses Mal werden wieder vier Tage für den Gerüstbau benötigt. "Wenn die Arbeiten unter der Brücke ständig ins Stocken geraten, heißt das auch, dass wir länger die 1+1-Verkehrsführung auf der Brücke beibehalten müssen", erläuterte Sonja Lecher, Sprecherin von Hessen Mobil.

Seit Anfang Juli wird unterhalb der Taubensteinbrücke gebaut. Die Durchfahrtshöhe ist auf 3,70 Meter begrenzt. Schilder und eine Höhenbegrenzung weisen darauf hin. Diese Begrenzung hatte zuletzt am Mittwoch ein polnischer Lastwagenfahrer missachtet. Er war mit seinem vier Meter hohen Tanklaster an den Warnschildern vorbei gefahren, hatte die in der Spinnereistraße montierte Höhenbegrenzung missachtet (und angefahren) und war schließlich am Baugerüst hängengeblieben. Gleiches war am 8. Juli schon einmal passiert.

Laut Polizei kostet das Missachten von Schildern und Höhenbegrenzung den Unfallfahrer vom Mittwoch 1000 Euro zu. Eigentlich würde die Ordnungswidrigkeit mit 500 Euro und zwei Monaten Fahrverbot bestraft, berichtete Polizeisprecher Guido Rehr. Da der Fahrer aus dem Ausland stamme, werde das Fahrverbot nicht vollstreckt, die Geldbuße dafür verdoppelt.