Meinung

Kommentar zu den Folgen des B49-Umbaus: Katerstimmung

VR
VRM Redaktion

Als der Bund im November entschied, die Hochstraße durch Wetzlar nach ihrem Ende nicht wieder aufzubauen, war die Euphorie groß. Von einer "bedeutenden Aufwertung der Stadt"...

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Als der Bund im November entschied, die Hochstraße durch Wetzlar nach ihrem Ende nicht wieder aufzubauen, war die Euphorie groß. Von einer "bedeutenden Aufwertung der Stadt" sprach zum Beispiel der OB. Mittlerweile ist der Jubel stellenweise in Katerstimmung umgeschlagen.

Was damals nur die Experten sahen, wird nun einer breiten Masse bewusst: Der Wegfall der Hochstraße und der Neubau einer Umfahrung bedeuten nicht weniger als einen kompletten Umbau des städtischen und regionalen Verkehrsnetzes. Über Jahre, vermutlich eher über Jahrzehnte, wird es in Wetzlar, seinen Stadtteilen und Nachbarkommunen Großbaustellen geben. Verkehrsströme werden sich verändern, Straßen umgebaut werden müssen. Und natürlich wird es Verlierer geben. In dem Maße, in dem die Wetzlarer City vom Verkehr entlastet wird, werden andere belastet. Und mancher - siehe die Diskussion über den Umbau des Wetzlarer Kreuzes - wird seine lieb gewonnene Abkürzung verlieren und dadurch an Komfort einbüßen.

Den Preis dafür, dass Wetzlar aufgewertet wird, zahlen also auch Menschen, die dort gar nicht leben. Dies müssen Politik und Behörden in Zukunft noch viel deutlicher im Blick haben. Der Wegfall der Hochstraße wird auch Lahnau, Aßlar, Hüttenberg, Hohenahr, Solms und viele andere betreffen. Beteiligungs- und Informationsformate sind auch dort nötig, nicht nur in Wetzlar. Der Umbau der B49 ist eine Mammutaufgabe für die gesamte Region, daher muss auch die gesamte Region mit am Tisch sitzen, wenn darüber beraten wird.

Von Pascal Reeber