Lob von allen Seiten für die Wehren im Verband Wetzlar

Ehrungen (v. l.): Michael Stroh, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Wetzlar, Wolfgang Blecker, Oliver Karl, Sascha Malo sowie die beiden stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Jens Regel und Armin Lühring. © Feuerwehrverband Wetzlar

Die Delegierten tagten in Hohensolms. Vorsitzender Stroh übte aber auch Kritik: am Bund und am Land.

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WETZLAR/HOHENAHR-HOHENSOLMS. Wie wichtig die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren sei, habe die Naturkatastrophe im Ahrtal gezeigt. Daher sei es für ihn unverständlich, wenn das Bundesinnenministerium im Bereich des Katastrophenschutzes weiter einsparen wolle, sagte bei der Verbandsversammlung des Feuerwehrverbands Wetzlar im Dorfgemeinschaftshaus Hohensolms der Verbandsvorsitzende Michael Stroh. Im Rahmen der Sitzung legte er auch den Jahresbericht 2021 vor. Zudem standen Ehrungen an.

Ehrungen (v. l.): Michael Stroh, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Wetzlar, Wolfgang Blecker, Oliver Karl, Sascha Malo sowie die beiden stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Jens Regel und Armin Lühring. Foto: Feuerwehrverband Wetzlar
Im Namen der Feuerwehr Hohenahr begrüßt Gemeindebrandinspektor Lars Spitznagel alle Teilnehmenden. Foto: Feuerwehrverband Wetzlar

Auch im Land Hessen, sagte Stroh, laufe nicht alles glatt. Am 8. Dezember solle es den nächsten bundesweiten Warntag geben. Viele Kommunen warteten jedoch noch immer auf die Umstellung von analoger auf digitale Technik. Aufträge dazu seien lange vergeben, viele Firmen könnten mangels Materials jedoch nicht liefern und installieren.

Beim Blick auf die Statistik verwies der Verbandsvorsitzende darauf, dass in 66 Feuerwehren 202 weibliche und 1482 männliche Einsatzkräfte ihren Dienst versehen. Bei vier Werk- und Betriebsfeuerwehren gebe es 67 aktive Einsatzkräfte. 201 weibliche Jugendliche und 435 männliche Jugendliche versehen in 57 Jugendfeuerwehren ihren Dienst. In 31 Kindergruppen sind zudem 400 Kinder tätig. Die Ehren- und Altersabteilung haben insgesamt 18 Frauen und 433 Männer als Mitglieder. Und in den sieben Feuerwehr-Musikgruppen sind 78 Frauen und 119 Männer aktiv.

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Bei Umstellung auf digitale Technik stockt es

"Nachdem nun das Jahr 2022 auch fast vorbei ist und die Ausbildungstätigkeiten in allen Bereichen wieder angelaufen sind, habe ich die kleine Hoffnung, dass das Jahr 2023 fast wieder normal verlaufen kann", sagte der Vorsitzende des Feuerwehrverbands Wetzlar gegen Ende seiner Ausführungen.

In seiner Begrüßung der Delegierten sowie der Vertreter von Kreis, Kommunen, Parteien und befreundeten Feuerwehrverbänden hatte Hohenahrs Bürgermeister Markus Ebertz (parteilos) den Feuerwehren für ihren Einsatz sowie den Familien der Aktiven für den Rückhalt gedankt. Zudem würdigte er, mit Blick auf die Waldbrände im Sommer im Lahn-Dill-Kreis die "professionelle" Arbeit der Einsatzkräfte. Im Namen der Feuerwehr Hohenahr begrüßte Gemeindebrandinspektor Lars Spitznagel alle Teilnehmenden.

Als Vertreter des Kreises erklärte der ehrenamtliche Kreisbeigeordnete Harald Danne (FDP) unter anderem, die Feuerwehren sollten Vorbilder für die Jugend und die gesamte Gesellschaft sein. Wer deren Einsatztätigkeit behindere, stehe außerhalb des Rechts.

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Michael Lotz, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Dillkreis, betonte, für ihre außerordentlichen Aufgaben benötigten die Wehren neben Manpower auch eine vernünftige, zeitgemäße Ausrüstung. Im Lahn-Dill-Kreis seien die Feuerwehren im Wesentlichen gut aufgestellt.

Kreisbrandinspektor Harald Stürtz berichtete, im Schnitt rücke im Lahn-Dill-Kreis etwa alle vier Stunden eine Feuerwehr aus. Mit 3380 Einsatzkräften im Lahn-Dill-Kreis zeige sich ein positiver Trend gegenüber dem Jahr 2020. Mit einer Ausbildungsoffensive sollten die coronabedingten Rückstände bei der Ausbildung aufgeholt werden.