Polizei stoppt Pferdetransporter Marke Eigenbau

In einem umgebauten Renault sollen drei Pferde aus Ungarn in die Niederlande gebracht werden. Die Autobahnpolizei stoppt den Transport bei Wetzlar.   Foto: Polizei Mittelhessen

Die Autobahnpolizei hat auf der A 45 bei Wetzlar ein selbstgebautes Pferdetransportgespann aus dem Verkehr gezogen. Den Fahrer erwarten mehrere Strafverfahren.

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WETZLAR. Drei Pferde sind zum Vorschein gekommen, als Beamte der Autobahnpolizei Mittelhessen am 28. Oktober auf der Autobahn 45 ein Gespann kontrolliert haben. Ein aufmerksamer Autofahrer hatte zuvor einen Sprinter mit Pferdeanhänger gemeldet. Offenbar sei das Tier im Anhänger nicht ordnungsgemäß gesichert.

Die Ordnungshüter trafen das Fahrzeug auf A 45 in Fahrtrichtung Dortmund an und kontrollierten den Fahrer auf dem Parkplatz Vogelsang in Höhe Wetzlar. Im Anhänger befand sich ein Pferd, zwei weitere kamen auf der Ladefläche des Renaults zum Vorschein.

An dem Zugfahrzeug, einem Renault Master, waren offensichtlich Umbaumaßnahmen zum Tiertransport vorgenommen worden. Aus der linken Fahrzeugseite wurde ein großer Teil der Seitenwand herausgenommen und durch zwei aufklappbare Alu/Eisenklappen ersetzt. Diese dienten offenbar dazu, die Pferde in den Renault zu verladen.

Tiere haben nichts zu fressen und zu trinken

Ohne Einstreu standen die Tiere auf dem blanken Boden des Renault, der sich als äußerst verunreinigt darstellte. Ein Angebot für Fressen und Trinken war den Tieren nicht gegeben.

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Den Pferdetransporter Marke Eigenbau stoppt die Polizei auf der A 45 bei Wetzlar.  Foto: Polizei Mittelhessen
Den Pferdetransporter Marke Eigenbau stoppt die Polizei auf der A 45 bei Wetzlar. (© Polizei Mittelhessen)

Aufgrund der desolaten Gesamtumstände zogen die Ordnungshüter Mitarbeiter des Veterinäramts hinzu. Die Tiere hatten bereits einen Weg von rund 1000 Kilometer von Ungarn hinter sich und sollten in die Niederlande weitertransportiert werden. Der Fahrer konnte keine Erlaubnis zum Transport der Tiere vorweisen. Die Beamten untersagten ihm den weiteren Transport der Pferde. Die Veterinäre organisierten ein Transportfahrzeug für die Pferde und suchten einen Einstellplatz für die nächsten Tage. Derzeit sind die Pferde in der Nähe von Gießen untergebracht. Von dort wird nun der artgerechte Weitertransport zum Käufer nach Holland organisiert. Mitarbeiter des Veterinäramts befassen sich nun mit den Verstößen gegen das Tierschutzgesetz.

Fahrzeug weist 14 technische Mängel auf

Das Gespann wurde einer Überprüfung unterzogen. Mitarbeiter der Technischen Überwachung Wetzlar stellten 14, zum Teil schwerwiegende Mängel an dem Fahrzeug fest und stuften es als nicht mehr verkehrstauglich ein. Mängel an den Bremsen, ein ausgeschlagenes Radlager, ein unzulässig verändertes Führerhaus, ein mangelhafter Motorhaubenverschluss und ein undichter Motor mit hohem Ölverlust waren nur einige der erheblichen Mängel. Letztendlich war der Unterboden, auf dem die Tiere standen, durchgerostet, die darüber liegenden Bretter verrottet.

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Die baulichen Veränderungen am Renault waren offenbar nicht geprüft und eingetragen. Die Beamten stellten die Kennzeichen sicher und untersagten dem 33-Jährigen die Weiterfahrt. Ihn erwarten nun mehrere Strafverfahren. Da der Fahrer des Gespanns über keinen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland verfügt, musste er zur Sicherung des Strafverfahrens auf Anordnung der Staatsanwaltschaft vor Ort eine Sicherheitsleistung in Höhe von 600 Euro hinterlassen.