Premiere für den Hermannsteiner Herbstgarten

Freut sich auf Gäste beim "Hermannsteiner Herbstgarten": Macherin Sabine Glinke.  Foto: SG Events & Medien

Eigentlich war ein dreitägiges Fest im Juni im Hofgut Hermannstein geplant. Doch Corona machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen gibt's am 2. und...

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. Wetzlar-Hermannstein (taf). Eigentlich war es als dreitägiges Fest im Juni im Hofgut Hermannstein mit großem Familientag geplant. Doch Corona machte den Machern einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen gibt's nun am 2. und 3. Oktober (Freitag und Samstag) die Premiere für den "Hermannsteiner Herbstgarten". Was dahinter steckt, erklärt Veranstalterin Sabine Glinke (SG Events & Medien).

Erst drei Tage Fest, jetzt zwei Tage Herbstgarten. Klingt nach viel Arbeit im Vorfeld. Die Branche ist aber wahrscheinlich froh, dass überhaupt wieder Veranstaltungen stattfinden können?

Eigentlich hat die Branche keine Perspektive. Es ist gut, dass es wieder Veranstaltungen gibt, aber sie sind nicht wirtschaftlich. Diese Veranstaltung ist nur stemmbar, weil die Beteiligten auf Geld verzichten.

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Wir hoffen, dass sich die Politik in Regionen mit wenig Infektionsgeschehen traut, Veranstaltungen zuzulassen, und Hilfspakete anders greifen. Sonst werden nur die ganz Großen übrigbleiben und es wird zu einem Sterben in der Branche kommen, das an vielen Stellen schon angefangen hat.

Was erwartet die Gäste beim Herbstgarten?

Es ist eine Konzertveranstaltung, kombiniert mit einem PopUp-Biergarten mit einer kleinen, feinen Auswahl an Craftbier und anderen Getränken sowie einem ausgewählten kulinarischen Angebot im Hofgut. Das Ganze ist eine sehr abgespeckte Variante.

Das heißt?

Wir können nur gut 200 Personen gleichzeitig auf das Gelände lassen, bei der ursprünglichen Planung wären bis zu 1600 Besucher gleichzeitig möglich gewesen. Wir wollen eine sichere Veranstaltung nach allen Hygiene- und Abstandsregeln bieten - alle sollen sich wohl und gut aufgehoben fühlen. Die Kosten für die Veranstaltung liegen aber durch mehr Personal und mehr benötigtes Equipment deutlich höher als bei der ursprünglich geplanten Variante. Und das bei gleichzeitig weniger Einnahmen.

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In Coronazeiten braucht's meist etwas mehr Vorplanung, bevor man eine Veranstaltung besucht. Wie läuft's in Hermannstein?

Wir haben uns ein ausgeklügeltes System einfallen lassen. In den Abendstunden haben wir den Herbstgarten in Zeitslots, also feste Zeitfenster, eingeteilt, für die man Reservierungen von Plätzen vornehmen kann - ähnlich der Platzreservierung in der Bahn. Die Kontingente sind begrenzt. Auch ohne Reservierung ist ein Zutritt möglich, sofern noch Kapazitäten frei sind. Für die Reservierung wird fünf Euro pro Person pro Zeitslot, also jeweils drei Stunden, erhoben. Wer mehrere Slots bucht, für den fällt die Gebühr mehrfach an.

Zusätzlich wird für Reservierende der Eintritt von fünf Euro pro Tag fällig. Sitzt man an einem Tisch, der ab einer gewissen Uhrzeit reserviert ist, muss man diesen zu dieser Uhrzeit räumen und bekommt einen freien Tisch zugewiesen. Sollten die Kapazitäten erschöpft sein, müssen Tagesbesucher ohne Reservierung die Veranstaltung dann leider verlassen, können aber Wiedereintritt bekommen, sobald möglich.

Das Interview führte Tanja Freudenmann.