Rohrplatzer beim Heizöltanken: Lahn bei Dorlar gesperrt

Die Ölsperre nahe der alten Kanonenbahnbrücke zwischen Dorlar und Waldgirmes soll das Heizöl aufhalten.  Foto: Lothar Rühl

Auf der Lahn hat Heizöl wahrlich nichts zu suchen. Weil beim Betanken etwas schief gelaufen ist, muss der Fluss zwischen Dorlar und Naunheim bis zum Wochenende gesperrt werden.

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LAHNAU. Auf der Lahn bei Dorlar treibt Heizöl. Die Feuerwehr hat eine Ölsperre unter der ehemaligen Eisenbahnbrücke errichtet, um den schmierigen Film aufzuhalten und abzusaugen. Für Boote, Kanus und Co ist die Lahn in diesem Bereich gesperrt. Das gilt auch für die Schleusen.

Seinen Ursprung hat das Heizöl im Dorlarer Wiesenweg. Dort kam es laut Polizei-Pressesprecher Guido Rehr beim Betanken eines Heizöltanks offenbar zu einem Rohrplatzer. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass dabei 200 Liter Heizöl zunächst in den Hof und dann in einen Gulli gelaufen sind. Der Regen von Mittwoch auf Donnerstag habe das Öl dann in die Lahn gespült.

Die Ölsperre nahe der alten Kanonenbahnbrücke zwischen Dorlar und Waldgirmes soll das Heizöl aufhalten.  Foto: Lothar Rühl
Die Ölsperre nahe der alten Kanonenbahnbrücke zwischen Dorlar und Waldgirmes soll das Heizöl aufhalten. (© Lothar Rühl)
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Wie Lahnaus Bauamtsleiter Klaus Scharmann auf Nachfrage erklärte, werde in diesem Bereich im Trennsystem entwässert. Regen- und Oberflächenwasser werde oberhalb des Bootsanlegers in die Lahn entwässert, Schmutz- und Brauchwasser über die Kanalisation zur Kläranlage geführt. Offensichtlich ist der Gulli, in den das Öl gelaufen ist, an die Regenwasser-Entwässerung angeschlossen und wurde mit dem jüngsten Regen in die Lahn gespült.

Sperre auf keinen Fall herunterdrücken

Am Donnerstagmorgen errichteten 40 Einsatzkräfte der Wehren aus Dorlar, Atzbach und Waldgirmes lahnabwärts unter der ehemaligen Eisenbahnbrücke eine Ölsperre. "Die bleibt voraussichtlich bis Samstag oder Sonntag und täglich wird das dort angeschwemmte Heizöl abgepumpt", erklärte Lahnaus Gemeindebrandinspektor Sebastian Schneider. Auch Mitarbeiter der Unteren Wasser- und Bodenschutzbehörde sowie des Wasser- und Schifffahrtsamtes waren am Donnerstag vor Ort.

So lange die Ölsperre aufrecht erhalten wird, so lange ist auch die Lahn in diesem Bereich für Kanus, Boote und Co gesperrt. Kanufahrer sollten auf keinen Fall versuchen, die Ölsperre zu überwinden, denn dann würde das schädliche Heizöl ungehindert weiter lahnabwärts fließen. Auch die Schleusen bei Dorlar und Naunheim sind aufgrund des Ölfilms gesperrt. Wie Polizeisprecher Rehr erklärte, laufen derzeit Ermittlungen wegen eines fahrlässigen Umweltdeliktes.