Schweinepest: Kreis plant große Übung

Die Afrikanische Schweinepest führt laut Kreis-Veterinäramt in Herborn sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung und ende fast immer tödlich. Foto: Archiv/Fotolia

Wegen der nahenden Afrikanischen Schweinepest plant der Lahn-Dill-Kreis Anfang April eine groß angelegte Übung.

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HERBORN/WETZLAR/DILLENBURG. Wegen der nahenden Afrikanischen Schweinepest plant der Lahn-Dill-Kreis Anfang April eine groß angelegte Übung. "Wir wollen den Ernstfall simulieren", teilte Vize-Landrat Heinz Schreiber (Grüne) in der Sitzung des Kreis-Gesundheitsausschusses vorige Woche in Wetzlar mit.

Das heißt: Es wird angenommen, im Lahn-Dill-Kreis sei eine tote und mit der Schweinepest infizierte Wildsau gefunden worden. Danach werden laut Schreiber verschiedene Szenarien durchgespielt, zum Beispiel: Welche Warnungen werden ausgesprochen, müssen die Wälder nach weiteren infizierte Tieren durchsucht werden, welche Hilfskräfte müssen eingesetzt werden, wie werden die Kadaver entsorgt, müssen Transportfahrzeuge anschließend desinfiziert werden? Für die landwirtschaftlichen Betriebe gebe es bereits Vorschriften, die eine Ausbreitung der Schweinepest verhindern sollen; diese würden im Ernstfall noch verschärft, so der Vize-Landrat.

Die Tierseuche wurde inzwischen bereits hundertfach in den Nachbarländern Belgien und Polen gemeldet.

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Die Afrikanische Schweinepest führt laut Kreis-Veterinäramt in Herborn sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung und ende fast immer tödlich. Symptome könnten sein: Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemprobleme. Es kann zu Nasenbluten und Durchfall kommen. Außerdem neigten infizierte Tiere zu desorientiertem Verhalten, Bewegungsunlust und verringerter Fluchtbereitschaft. Die Tierseuche führe in den meisten Fällen innerhalb von sieben bis zehn Tagen zum Tod der Tiere. Menschen könnten sich mit dem Virus nicht anstecken.

"Immense finanzielle Verluste für Betriebe"

Das Virus könne direkt von Schwein zu Schwein übertragen werden, zum Beispiel über Blut, oder indirekt über vom Schwein stammende Lebensmittel oder mit der Seuche kontaminierte Gegenstände. Sei die Schweinepest erst einmal in einem Betrieb ausgebrochen, könne das zu immensen finanziellen Verlusten führen. "Die darüber hinaus notwendig werdenden Sperrmaßnahmen und Handelsbeschränkungen können zum wirtschaftlichen Desaster für ganze Regionen werden", hatte Amtstierarzt Dr. Giuseppe Bosco in der Vergangenheit erklärt.