Wer weiß was über die ehemaligen Leitz-Baracken in Wetzlar?

"Was wurde aus den Italienern, die in den Baracken gelebt haben?": Das möchte der Verein Wetzlar erinnert von den Bürgern wissen.  Repro: Wetzlar erinnert ©

Der Verein "Wetzlar erinnert" sucht Bilder und Wissen über das Lager, das in der Zeit zwischen 1940 bis 1945 existiert hat. Entstehen sollen Gedenktafeln.

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WETZLAR. Für sein Projekt "Gedenktafeln zu Ereignissen der NS-Zeit in Wetzlar" sucht der Verein "Wetzlar erinnert" Menschen, die etwas über die Leitz-Baracken wissen. Sie wurden 1941 auf städtischem Grund errichtet, um Unterkünfte für italienische Fremdarbeiter zu schaffen.

Die Tafel soll bis Ende des Jahres am Fußweg der Franziskanerstraße errichtet werden, mit Blick über den Parkplatz auf das heutige Kulturzentrum Franzis. Mit einem QR-Code können Interessenten eine Website aufrufen, die genauere Informationen über die Fremdarbeiterbaracke enthalten wird. "Unsere bisherigen Informationen über die Baracke sind spärlich, und wir wären deshalb dankbar über jede Information von Zeitzeugen, auch für Bilder und Dokumente, die wir für die Ausgestaltung der Seite verwenden dürfen", sagt Ernst Richter von "Wetzlar erinnert". "Was wurde aus den Italienern? Wie viele Arbeitskräfte waren in der Baracke untergebracht?" Zu diesen Fragen habe die Recherche in den Archiven bisher wenig ergeben.

Frauen für Kriegshilfsdienst beziehen die Häuser

1943 mussten die Italiener die Baracken und ihre Arbeitsplätze bei Leitz verlassen, nachdem in Italien Mussolini gestürzt und das Land zum Kriegsgegner von Deutschland geworden war. Junge Frauen für den Kriegshilfsdienst (KHD-Maiden) bei Leitz bezogen dann die Baracken bis zum Kriegsende.

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"Auch für die Zeit von 1943 bis 1945 sowie für die Nutzung in der Nachkriegszeit sind wir für jede Information dankbar", sagt Richter.

Melden kann man sich unter Telefon 06441-921840 oder E-Mail an ernst.richter@t-online.de.