„Könnte uns populärer machen“

Beteiligung  Jugendbeirat möchte junge Leute besser erreichen / Ist eine Wahl die Lösung?

In anderthalb Jahren nämlich endet die Amtszeit des aktuellen Kinder- und Jugendbeirats. Dessen Mitglieder denken darüber nach, die Kinder und Jugendlichen aus der Gemeinde künftig per Wahl darüber abstimmen zu lassen, wer dem Beirat angehört. „Eine Wahl könnte uns populärer machen“, sagt der aktuelle Vorsitzende Pierre Kontz (Foto: Glotz).

Bislang werden die Mitglieder des Beirats benannt: Vereine, die Kirchen, Feuerwehren und die Lahntalschule dürfen eine festgelegte Zahl Mitglieder entsenden. „Seit der letzten Wahlperiode ist uns das Feedback aus den Vereinen aber massiv weggebrochen“, stellte Manuel Groh (SPD), Gemeindevertreter und Kontaktperson zwischen „großer“ und „kleiner“ Politik in Lahnau, in der letzten Sitzung fest. „Wir schrumpfen stetig“, sagte auch Kontz.

Was tun? Viele andere Jugendvertretungen in Hessen, vor allem in den großen Städten, werden gewählt, berichtet der Vorsitzende aus einer Sitzung der Hessischen Union zur Stärkung von Kinder- und Jugendinteressen (HUSKJ). Und regt dies auch für Lahnau an – zum Beispiel in Form der Briefwahl.

Bürgermeisterin rät zur Vorstellung in den Schulklassen – wobei dann die Frage wäre: in welchen?

Was dann in der Sitzung des Beirats direkt zur nächsten Frage führte: Wenn es eine Wahl gibt, wie machen wir auf uns aufmerksam? Und wie machen wir den Jugendlichen klar, was es für einen Unterschied macht, ob sie wählen gehen oder nicht? Eine Frage, die auch aus der „großen“ Politik nicht ganz unbekannt ist.

Antworten darauf will der Kinder- und Jugendbeirat bei einer Klausur in der Jugendherberge Heisterberg finden. Vorab ist bereits geplant, Plakate an die Vereine zu verteilen und in der Gemeinde auszuhängen. Sie sollen die Mitglieder des Beirats zeigen und die Kontaktmöglichkeiten benennen. „Man müsste unsere Arbeit richtig propagieren, denn bisher wissen darüber nur diejenigen Bescheid, die einen von uns kennen“, sagte ein Mitglied des Beirats. „Ich fände es zum Beispiel gut, ihr würdet euch auch einmal in den Schulklassen vorstellen“, riet Bürgermeisterin Silvia Wrenger-Knispel (CDU). „An sich eine gute Idee“, sagte Kontz, wies aber auf ein Problem hin: Viele Kinder aus Lahnau besuchen Schulen in Gießen oder Wetzlar, umgekehrt sitzen in den Klassen der Atzbacher Lahntalschule auch viele aus Dutenhofen oder Garbenheim. In welche Klassen also soll man gehen?

Wie auch immer sich der Kinder- und Jugendbeirat entscheidet – seine Geschäftsordnung, in der auch die Zusammensetzung geregelt wird, beschließt die Gemeindevertretung. Ein weiterer Berührungspunkt zu den „Großen“. (pre)


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