1000 Schüler laufen für Tansania

EUROPASCHULE  Spendenaktion und Projekttag „Globales Lernen“ am 9. Mai in Gladenbach

Beim Sponsorenlauf 2016 hatten die Gladenbacher Schüler ein Spendenergebnis von 22 300 Euro erzielt. Am 9. Mai erlebt der Sponsorenlauf eine Neuauflage. (Archivfoto: Valentin)
Erste praktische Erfahrungen mit Solarenergie machte die deutsch-tansanische Schülergruppe mit einem Solarkocher während der letzten Begegnungsreise im Januar 2017. (Foto: privat)
Eine „ewige Freundschaft“ verbindet die Gladenbacher Europaschule und die Kisomachi Secondary School in Tansania. Das berichteten Jugendliche nach ihrem Besuch im Januar 2017 in Ostafrika. (Foto: privat)
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Eine „ewige Freundschaft“ verbindet die Freiherr-vom-Stein-Schule in Gladenbach und die Kisomachi Secondary School in Tansania. So fassten Jugendliche nach ihrem Besuch im Januar des Vorjahres in Ostafrika die seit 1994 bestehende Partnerschaft zusammen.

Die Europaschule und ihr Förderverein sowie auch das Land Hessen haben maßgeblich zum Aufbau der weiterführenden, nichtstaatlichen Schule am Fuße des Kilimandscharos beigetragen. Alle zwei Jahre macht sich eine Schüler-Lehrer-Gruppe aus Gladenbach auf zu einer Begegnungsreise in den Norden von Tansania und fördert so den Austausch mit den Partnern.

Im Zwei-Jahres-Rhythmus findet auch der Sponsorenlauf der Europaschule statt. Dieser wird vom Förderverein sowie den Arbeitskreisen „Tansania/Globales Lernen“ und „Bewegte Schule“ organisiert. Im Mai 2016 kamen 22 300 Euro an Spenden zusammen. Ein Teilbetrag war für die afrikanische Partnerschule bestimmt.

Auf ein ähnlich gutes Ergebnis hoffen die Veranstalter auch diesmal. Etwa 1000 Schüler und Lehrer werden am Mittwoch, 9. Mai, ihre Runden auf der 400-Meter-Laufbahn im Stadion an der Biedenkopfer Straße drehen.

Der Erlös des Sponsorenlaufs soll zum Bau von Solaranlagen in Kisomachi beitragen

Jeder Schüler hat für die sportliche Spendenaktion einen Laufzettel bekommen und sucht sich nun Sponsoren im Familien- und Freundeskreis. Die stellen dann einen vorher festgelegten Betrag für jede absolvierte Runde zur Verfügung. Alle Privatpersonen und Gewerbetreibenden können sich einbringen und einen oder auch mehrere Läufer finanziell unterstützen. „Wir suchen auch noch Sponsoren für Lehrer“, erklärt Markus Wege vom Organisationsteam. Die Klassenlehrer sammeln dann später das Geld ein und übergeben es dem Förderverein. Bis zum 30. Mai soll das erlaufene Spendenergebnis feststehen.

Das Geld kommt diesmal komplett der Partnerschule in Tansania zugute. Ein Teil davon fließt in den Bau einer Photovoltaikanlage. Auf mehreren Gebäuden der Kisomachi Secondary School sollen Solarmodule installiert werden. „Damit wollen wir die Stromversorgung sichern und die Schule unabhängiger von Dieselaggregaten machen“, berichtet Markus Wege.

Die staatliche Stromversorgung in der Region im Nordosten Tansanias sei nicht zuverlässig. Immer wieder komme es zu Stromausfällen, erklärt der Lehrer. Deshalb muss die Schule derzeit noch auf Dieselaggregate zurückgreifen. Erste praktische Erfahrungen mit Solarenergie machte die deutsch-tansanische Schülergruppe bei ihrem Begegnungstreffen im vergangenen Jahr. Damals testeten sie den Einsatz eines großen Solarkochers.

„Mit einem Teil des Erlöses des Sponsorenlaufs wollen wir auch die Reise für zwei Schüler aus Tansania nach Gladenbach finanzieren“, sagt Wege. Die Jugendlichen sollen zusammen mit drei Lehrern im nächsten Jahr ins Hinterland kommen.

Anlass ist das 25. Jubiläum der Schulpartnerschaft, das gefeiert wird. Dann haben auch die Gladenbacher Schüler die Möglichkeit, die Gäste aus Kisomachi bei Unterrichtsbesuchen oder gemeinsamen Projekten kennenzulernen und von ihnen mehr über die Partnerschaft und das Leben in Tansania zu erfahren.

Beim Sponsorenlauf am 9. Mai starten ebenfalls rund 100 Schüler und Lehrer von sieben weiteren hessischen Europaschulen aus der Region Mitte. Sie haben die Aktion in ihr Programm für den gemeinsamen Europa-Projekttag zum Thema „Globales Lernen“ eingebunden.

Jedes Jahr treffen sich Gruppen aus der Freiherr-vom-Stein-Schule Gladenbach, der Sophie-von-Brabant-Schule Marburg, den Gewerblichen Schulen des Lahn-Dill-Kreises in Dillenburg, der Werner-von-Siemens-Schule Wetzlar, der Theodor-Litt-Schule Gießen, der Freiherr-vom-Stein-Schule Hünfelden, der Max-Eyth-Schule Alsfeld und dem Europa-Studienseminar für berufliche Schulen in Gießen zum Erfahrungsaustausch.

Der Projekttag wird diesmal von den Gladenbacher Juniorbotschaftern organisiert. Zur Einstimmung stellen die Gastgeber allen Teilnehmern die Schulpartnerschaft mit Tansania vor. „Diese Partnerschaft ist einmalig in Mittelhessen, da können die anderen Schulen Ideen und Anregungen für ähnliche Projekte bekommen“, sagt Wege.

Anschließend treten die Delegationen aus jeder Europaschule kommen acht Schüler und zwei Lehrer beim Sponsorenlauf an. Nach dem Rundendrehen und einem Mittagessen stehen schließlich noch Workshops auf dem Programm.

Gäste aus sieben Europaschulen kommen zum Laufen und Arbeiten nach Gladenbach

Dabei beschäftigen sich die Kinder und Jugendlichen spielerisch und kreativ unter anderem mit der Nutzung von natürlichen Ressourcen und ihrem ökologischen Fußabdruck oder stellen Bonbons und Tee aus Kräutern und Gewürzen aus Tansania her.

Eine andere Schülergruppe widmet sich dem Umweltschutz und will aus Abfallprodukten wieder etwas Neues schaffen (Upcycling). Die Entwicklungsgeschichte des Euros und Nutzpflanzen in Tansania sind weitere Themen in den Workshops.

Die Ergebnisse werden zum Abschluss des Projekttages in der großen Runde vorgestellt. Für die teilnehmenden Lehrer bietet Lydia Koblofsky, Fachpromotorin für „Globales Lernen und Nachhaltigkeit“ vom Entwicklungspolitischen Netzwerk (EPN) Hessen, einen eigenen Workshop an.


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