18-jährige Eschenburgerin für Engagementpreis nominiert

ABSTIMMUNG Voting mit Alina Pfeifer startet an diesem Mittwoch

In Aktion: die Eibelshäuserin Alina Pfeifer beim „Scheunenslam“ in Herborn. (Foto: Frahm)

554 Menschen sind im Rennen um 10 000 Euro, die es in der Kategorie „Publikumspreis“ zu gewinnen gibt. Von diesem Mittwoch bis zum 22. Oktober läuft die Online-Abstimmung unter www.deutscher-engagementpreis.de.

Pfeifer ist Poetry-Slamerin und unterstützt das „Stimmgeber“-Projekt der Dillenburger Sascha Kirchhof und Rainer Staska. „Ich möchte Menschen eine Stimme geben, die in der Gesellschaft keine haben“, erklärt die ehemalige Abiturientin der Wilhelm-von-Oranien-Schule. Mit ihren Texten unterstützt sie etwa Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. – und setzt sich so für Gleichberechtigung ein.

Derzeit absolviert die 18-Jährige einen Bundesfreiwilligendienst auf der Insel Borkum: Dort arbeitet sie in der Nordseeklinik. Auch 450 Kilometer von der Heimat entfernt möchte Pfeifer andere Menschen an ihren Gedanken und Texten teilhaben lassen: Seit dieser Woche erscheinen in der Borkumer Zeitung regelmäßig Beiträge der Eschenburgerin.

„Mein Ziel ist es , Menschen mit meinen Texten zu berühren und zum Nachdenken zu bringen“

Zu Hause stand Pfeifer zuletzt immer wieder als Poetry-Slamerin auf der Bühne – beispielsweise in der Herborner KuSch. „Wenn ich Texte vortrage, ist es mein Ziel, andere Menschen zu berühren. Ich möchte sie zum Nachdenken bringen“, beschreibt die Jugendliche jene Minuten, in denen ihr oft wildfremde Personen gebannt lauschen.

Für das „Stimmgeber“-Projekt hat Pfeifer ein Video mit ihrem Text „Special Effects“ gedreht, das auf YouTube zu finden ist. Sie ist auch Teil des „Stimmgeber“-Hörbuchs „Menschen ohne Macke sind kacke“ und des Buchs „Tausend Zeichen – Begegnungen Downtown“ der Lebenshilfe Dillenburg. Außerdem engagiert sie sich in der „Schreibwerkstatt“ des Diakonischen Werkes in Herborn, in der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam kreativ sind.

Auf der Liste der Nominierten taucht die 18-Jährige auch dank einer anderen Auszeichnung auf: Im März erhielt sie von der Bürgerstiftung Mittelhessen bereits den „Ehrenamtspreis für junge Leute“. Die rund 700 Ausrichter von Preisen für freiwilliges Engagement können ihre Sieger ins Rennen um den Deutschen Engagementpreis schicken – so wie es in Pfeifers Fall geschah.

„Vorher wusste ich das gar nicht. Als ich es dann erfahren habe, konnte ich es gar nicht glauben“, sagt die Nominierte, die auch das Engagement von Kirchhof, Staska und anderen verweist: „Das Stimmgeber-Projekt bedeutet mir unglaublich viel.“ Im Mittelpunkt stehe aber nicht der Preis: „Natürlich wäre es schön, zu gewinnen. Trotzdem ist es mir viel wichtiger, Menschen zu erreichen.“

Sollte Alina Pfeifer Ende Oktober wieder einen großen Umschlag aus dem Briefkasten holen, dürfe sie aber sicherlich etwas anderes als Werbung im Sinn haben.

 

HINTERGRUND: DEUTSCHER ENGAGEMENTPREIS

Der Deutsche Engagementpreis ist seit 2009 der Dachpreis für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland. Initiator und Träger ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit, ein Zusammenschluss von Dachverbänden, unabhängigen Organisationen und Wissenschaftlern.

Zu den Förderern zählen das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Fernsehlotterie und die Deutsche Bahn Stiftung. Nominiert sind 554 Menschen.

Eine Fachjury vergibt Preise in fünf Kategorien. Alle übrigen Nominierten nehmen an einer Online-Abstimmung über den Publikumspreis teil. Aus Hessen sind 22 Engagierte im Rennen. Die Preisverleihung findet am 5. Dezember in Berlin statt. (hog)


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