21 französische Austauschschüler besuchen die Europaschule

SPRACHE Provence-Wetter in Gladenbach

Erkunden die Ruine Blankenstein: die französischen Austauschschüler aus Monteux und die Gladenbacher Europaschüler. (Foto: Röder)

Zwei der vier Lehrer, die das Austauschprogramm begleiten: Nicole Reichel (l.) und Aurelie Gremillon (r.). Ebenfalls mit dabei sind Europa-Schullehrerin Birgit Schneider und Nadia Schulze-Kölln aus Monteux. (Foto: Röder)

Beim Geländespiel arbeiten die deutschen und die französischen Schüler zusammen. (Foto: Röder)

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"Ein Schüleraustausch steigert das Selbstbewusstsein enorm", sagt Französischlehrerin Nicole Reichel. Und den Sprachkenntnissen - sowohl der deutschen, als auch der französischen Schüler - hilft es ebenfalls.

"Man traut sich mehr", sagt Europaschüler Timon. Gemeinsam mit rund 20 Gladenbacher Schülern war der Achtklässler bereits im März in Monteux, in der Provence. "Man kommt leichter miteinander ins Gespräch und probiert mehr aus." Nele, ebenfalls Europaschülerin, fügt hinzu: "Und man versteht sich auch, wenn mal nicht jede Vokabel stimmt." Überrascht waren die Gladenbacher Schüler vor allem vom Schulalltag in Frankreich. "Der ist sehr streng", sagt Nele. Man könne ihn kaum mit dem deutschen Schulleben vergleichen. Zudem werden die Schüler mehr in Schutz genommen, ergänzt Julie. So gibt es beispielsweise extra Aufsichtspersonal für die Pausen; ein Job, den in Deutschland die Lehrer übernehmen.

Große Unterschiede in der Schule, aber nicht im Alltag der Jugendlichen

Lucille, eine der französischen Austauschschülerinnen, sieht es ähnlich. Die Unterschiede bei der Schule würden schon beim Gebäude anfangen: "Das in Deutschland ist viel größer."

Im Alltag der Jugendlichen gebe es hingegen eher wenig Unterschiede - eine Tatsache, die viele Schüler zunächst überraschen würde, sagt die französische Deutschlehrerin Aurelie Gremillon, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Nadia Schulze-Kölln nach Gladenbach gereist ist. "Indem die Schüler das Land und die Kultur selbst kennenlernen, bekommen sie ein ganz neues Bild von Deutschland", sagt Schulze-Kölln.

Mittlerweile entscheiden sich in Monteux immer mehr Schüler für deutsch als Fremdsprache. "Es ist allerdings noch immer eine Minderheit", sagt Gremillon. "Aber eine, die wächst." Als Deutschlehrer habe man mit spanisch als Fremdsprache eine große Konkurrenz. "Dynamisch und attraktiv" müsse man die deutsche Sprache vermitteln, sagen das Lehrer Duo. Ein Schüleraustausch helfe dabei enorm, sind sie sich sicher.

Und welches Klischee, das die Franzosen über Deutschland haben, stimmt dann tatsächlich? "Bei meinem letzten Besuch war total mieses Wetter", sagt Lehrerin Gremillon. "Doch selbst das ist diesmal ja nicht der Fall", sagt sie und zeigt lachend auf den strahlend blauen Himmel über Gladenbach: "Provence-Wetter."


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