Altes neu aufgelegt

1891: Sex ist ein gesellschaftliches Tabuthema, Homosexualität und ungewollte Schwangerschaft? Skandale. In dieser Zeit leben die Jugendlichen, um die sich Frank Wedekinds Drama „Frühlings Erwachen“ dreht. Die Musicalgruppe der Wetzlarer Goetheschule hat sich des Stoffes angenommen. Midde war bei der Probe dabei.

Seit Oktober laufen die Vorbereitungen für die Premiere am 25. Mai im Rosengärtchen. Insgesamt sind  fast 70 Leute im Alter von 16 bis 25 Jahren daran beteiligt.  „Fast alle sind in zwei Positionen eingesetzt“, berichtet Bettina Kühn. Sie  ist für die Pressearbeit tätig und steht selbst auf der Bühne. 
Die Truppe, die  es seit 1979 gibt, ist die älteste Amateur-Musicalgruppe Deutschlands. Sie setzt sich zusammen aus Schülern, aber auch aus vielen ehemaligen Absolventen, Studenten und Auszubildenden. Regie führen  Martin Schmidt, Julian Goletzka und Jennifer Paroci, die musikalische Leitung  übernimmt Elija Kaufmannn.

Mit  Rock-Musik und tänzerischen Einlagen bringen die  Mitglieder ein Stück auf die Bühne, „dass zwar in der Vergangenheit spielt, aber viele Probleme beinhaltet, die auch heute noch aktuell sind“, erklärt Bettina Kühn.

Eine Jugendliche wird plötzlich schwanger, ein weiterer nimmt sich das Leben und andere entdecken die Liebe für das eigene Geschlecht.  Szenen, die nicht gerade leicht sind. „Vor allem ist es ungewohnt für die Darsteller, sich auf der Bühne körperlich so nah zu kommen“, sagt Bettina Kühn. Dennoch haben die Akteure einen Vorteil: Sie können sich durch ihr Alter gut in die Situatiuon der Figuren hineinversetzen.

Trotz der Dramatik gehören Blödeleien während der Proben dazu

Trotz der Dramatik des Stücks gehören Blödeleien während der Proben dazu. Ein Beispiel: die Beerdigungs-Szene nach dem Selbstmord des depressiven Schülers Moritz Stiefel (gespielt von Student Cornelius Schreiber) . Kurz bevor die Szene geprobt wird, fehlt noch der Sarg auf der Bühne.  Schon kommen zwei Leute mit der sperrigen Requisite über die Bühne gelaufen. Spontan spielt das Orchester eine lustige Marschmusik im Takt zu den Bewegungen der Sargträger.  Als der Sarg dann an seinem Platz steht und die Bühnenhelfer  hinter der Bühne verschwunden sind, beginnt direkt die Probe der traurigen Szene. Für die Darsteller bedeutet das: promptes Umschalten vom Lachen der Realität zur Trauer der Handlung. Doch für die Schauspieler kein Problem. Einer Akteurin laufen noch nach der Szene die Tränen übers Gesicht. „Ich habe mich einfach so in die Szene hineingesteigert“, begründet sie ihren Gefühlsausbruch. Silko Harbich (20) ist als Melchior Gabor einer der Hauptdarsteller des Stücks. Seine Bühnenerfahrung hatte er zuvor als Mitglied einer Band gesammelt. Für ihn ist eine Musicalrolle eine echte Herausforderung: „Das kostet schon Überwindung, auf der Bühne zu stehen, zu spielen und zu singen.“

Bis zur Premiere stehen für Spieler und Musiker noch viele Proben an. Vor allem das zeitliche Zusammenspiel von Bühnenbild und Orchester muss auf den Punkt genau sitzen. Die Premiere beginnt im Rahmen der Wetzlarer Festspiele am Freitag (25. Mai) um 20.30 Uhr. Der Eintritt beträgt zehn Euro.

Weitere Termine im Bürgersaal in Büblingshausen:

Mi, 20. Juni – 20:00 Uhr
Fr, 22. Juni – 20:00 Uhr
So, 24. Juni – 20:00 Uhr
Mi, 27. Juni – 20:00 Uhr
Do, 28. Juni – 20:00 Uhr
Fr, 29. Juni  – 20:00 Uhr
Sa, 30. Juni – 20:00 Uhr
So, 1. Juli – 17:00 Uhr


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