Auf dem Weg zum Erwachsensein

JUGENDHAUS  In der Maibachstraße 14 in Dillenburg gibt es ein vielfältiges Angebot

Furkan Karsli (links) und Allmir Hyseni vertreiben sich im Dillenburger Jugendhaus die Zeit beim Billardspiel. Sie gehören zu den jungen Erwachsenen, für die das Leben derzeit eine emotionale Achterbahnfahrt in Richtung Erwachsensein ist. (Foto: E. Beck)

Das Jugendhaus Dillenburg arbeitet daran, diese Achterbahnfahrt mit viel Gemeinschaft, Offenheit und Aktion zu einem Erlebnis zu machen.

Wir haben im Jugendhaus in der Dillenburger Maibachstraße 14 nachgefragt: Wie gestaltet sich die Arbeit mit den Jugendlichen und was steht in diesem Jahr noch auf dem Programm?

Zwei Sozialpädagogen, ein „Bufdi“ (gängige Abkürzung für Bundesfreiwilligendienst), Praktikanten und Honorarkräfte engagieren sich hier für die Halbwüchsigen vor Ort. Das bunte Haus, das durch und durch mit Graffiti besprüht ist, ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs und auch des Rückzugs. Es bietet eine Bandbreite an ganz unterschiedlichen Aktivitäten an, die einen Kontrast zum Schulalltag bilden. Das Angebot reicht von Billard über Kicker bis hin zu Brett- und Kartenspielen. Aber auch der Freiraum, „einfach mal faul auf der Couch zu sitzen“, ist den Jugendlichen gegeben, erzählt Sozialpädagoge Andreas Unverzagt. Freiraum und Offenheit wird generell groß geschrieben im Jugendhaus: Alles kann, nichts muss, heißt die Devise.

Kein Tag gleicht dem anderen und trotzdem sind gewisse Routinen und feste Termine für die Freizeitgestaltung der Acht- bis 22-Jährigen wichtig. So gibt es montags und donnerstags eine Hausaufgaben-Zeit, zu der Schüler freiwillig und ohne Anmeldung kommen können. Das gilt sowohl für Erstklässler, die die ersten Lernschritte machen, als auch für Jugendliche, die kurz vor dem Abitur stehen und hier und da etwas Hilfe benötigen. Mittwochs wird zudem in Kooperation mit der Johann-von-Nassau-Schule einen Mädchentreff organisiert. Besonders schön ist es, den Jugendlichen eine Stimme zu geben, so die Sozialpädagogen. Dazu dienen vor allem die Jugendhausversammlungen. Hier können die Besucher mitbestimmen, Wünsche und Vorschläge äußern und aktiv mit Ideen zum Programm beitragen.

Städtetrip geht nach Hamburg

„Die Bedürfnisse und Ansprüche der Jugendlichen haben sich über die letzten Jahre kaum geändert“, berichtet Unverzagt: „Es ist nach wie vor wichtig, den Kindern jederzeit zuzuhören und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich auszulassen.“ Was ihren Beruf so besonders macht, ist, „dass man viel zurück bekommt“, sagt Sozialpädagogin Anna Schaffner. „Man kann einen Teil dazu beitragen, dass sich junge Menschen entfalten können, so wie sie sind und möchten“, fügt Unverzagt hinzu. Das Highlight steht noch bevor. Seit 2015 veranstaltet das Jugendhaus Städtetrips. Dieses Jahr geht es in den Herbstferien unter dem Motto „Jugendkulturen“ nach Hamburg.


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