Ausschneiden, reinigen, kleben

AUSBILDUNG Schilder- und Lichtreklamehersteller müssen geschickt sein / Teil 3

Tim Weimar lernt den Beruf des Schilder- und Lichtreklameherstellers. Auf dieses Fahrzeug hat er ein Werbemotiv aufgebracht. Mit der Rakel zieht er das Motiv glatt und entfernt die Luftblasen. (Foto: Schindler)

Der 16-Jährige lernt den Beruf im ersten Lehrjahr bei der Firma "Design112" in Steeden. Ihn reizt die Mischung aus handwerklichen Tätigkeiten und Computerarbeit. "Mit einfachen Mitteln kann mein ein Fahrzeug verändern und relativ leicht eine Werbefläche schaffen", sagt Weimar.

Von dem Beruf hat der 16-Jährige über die Website der Agentur für Arbeit erfahren. "Es war für mich eine gute Alternative zum Lackierer. Mit den verschiedenen Folien erhalten Fahrzeuge ein ganz neues Design."

Um Reklame und Schriftzüge auf ein Fahrzeug zu bringen, gibt es zwei Möglichkeiten. Aus speziellen Folien können einfarbige Motive und Schriftzüge ausgeschnitten werden. Mit dem Digitaldruck werden bunte Motive und Fotos umgesetzt.

Aufgebracht werden die Schriftzüge und Motive auf Fahrzeugen oder Reklameschildern. "Das Arbeiten auf Schildern ist einfacher, weil man einen ebenen Untergrund hat", erklärt Weimar. Der 16-Jährige arbeitet aber auch gerne an Autos und Einsatzfahrzeugen.

Auf dem Computer bereitet Weimar die entsprechende Form vor. Der sogenannte Plotter schneidet diese dann aus und Weimar muss die Form entgittern. "Das ist ein bisschen wie Plätzchen ausstechen. Die überschüssige Folie wird entfernt."

Bevor Weimar Motive und Schriften auf die Fahrzeuge aufbringen kann, muss er den Untergrund vorbereiten. "Das bedeutet reinigen. Wenn man das nicht richtig macht, hält die Folie später nicht."

Die Folie kann schließlich nass oder trocken verklebt werden. "Beim nassen Verkleben kann man Fehler noch ausbessern, wenn man nicht ganz gerade geklebt hat." Mit einem kleinen Spachtel aus Plastik, der sogenannten Rakel, entfernt Weimar die überschüssige Feuchtigkeit. Kleine Blasen werden mit dem "Air Release Tool" entfernt. "Das Werkzeug sticht kleine Löscher in die Folie, so dass die Luft entweicht." Schließlich erhitzt Weimar noch die Ränder der Folie mit einem Heißluftgebläse. "Dadurch bleibt die Folie besser haften", erklärt der Auszubildende.

Die Perspektiven sind gut - Fachkräfte bundesweit kaum zu finden

Neben handwerklichem Geschick und dem Umgang mit Grafikprogrammen lernen die Auszubildenden auch Grundkenntnisse der Elektrik, um beispielsweise Leuchtreklameanlagen anschließen zu können.

Die Berufsschule besucht Weimar in Frankfurt. Alle drei Wochen hat er dort eine Woche lang Blockunterricht.

Die Perspektiven für den Beruf schätzt Dirk Joeres, Geschäftsführer von "Design112", als gut ein. "Wir suchen deutschlandweit qualifizierte Fachkräfte und finden kaum welche", berichtet er. Ein Problem sieht Joeres bei den ungelernten Kräften, die ein Geschäft eröffnen. "Um sich selbstständig zu machen, braucht man keine Ausbildung. Daher hat die Branche einen schlechten Ruf bekommen."

Auf die Ausbildung zum Schilder- und Lichtreklamehersteller kann man eine Meisterprüfung aufsetzen. Auch weiterbildende Seminare, beispielsweise für Fahrzeugvollverklebung, sind möglich.

- Schilder- und Lichtreklamehersteller ist einer von 140 Berufen, in denen im Landkreis Limburg-Weilburg junge Menschen ausgebildet werden. Die Bandbreite der Ausbildungsmöglichkeiten stellen heimischen Firmen und Handwerker bei der Ausbildungsmesse "Do it 2015" Anfang März kommenden Jahres eine Woche lang in Limburg vor.

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Berufskompass

- Berufsbezeichnung: Schilder- und Lichtreklamehersteller
- Ausbildungsdauer: drei Jahre
- Schulische Voraussetzungen: Realschulabschluss oder sehr guter Hauptschulabschluss
- Besondere Kenntnisse: Handwerkliches Geschick, Umgang mit dem Computer
- Verdienst: erstes Ausbildungsjahr: 440 Euro, zweites Ausbildungsjahr: 500 Euro, drittes Ausbildungsjahr: 580 Euro. Danach liegt das Einstiegsgehalt bei 1200 Euro. (ass)


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