Beitrag gegen Fremdenfeindlichkeit

AUSSTELLUNG "anders? - cool" richtet sich an Jugendliche und zeigt den Wert kultureller Vielfalt

Kadir Terzi vom Ausländerbeirat, Hannah-Lena Ruß, Melanie Leidecker, , Bürgermeister Manfred Wagner, Louise Schick, Ralf Findhammer, Mukhayyo Mirzaeva und Anne Peter-Lauff bei der Eröffnung der Ausstellung "anders? - cool!" im Neuen Rathaus. (Foto: Rühl)

In sieben Themenbereichen will die Ausstellung unter dem Thema "anders? - cool!" einen Beitrag gegen Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit und die Wertschätzung kultureller Vielfalt hervorheben.

"anders?-cool!" richtet sich an Jugendliche ab 12 Jahre und an junge Erwachsene. Ausgestellt sind nicht nur Informationswände. Den Jugendlichen angepasst gibt es zahlreiche Aktionsmöglichkeiten. So können sich die Besucher vor einer Wand mit einer WebCam fotografieren und das Bild sofort ausdrucken. An einem Laptop gibt es ein Quiz zum Thema. Auf einer digitalen Landkarte können sich die jungen Leute ihren Geburtsort oder den Herkunftsort ihrer Familie per Mausklick eintragen. Es gibt Fragen rund um das Thema Einbürgerung, bei denen der Besucher die Antworten auswählen kann. Auch gibt es eine Station mit CD-Playern, wo man Informationen abhören kann.

Schirmherr Bürgermeister Manfred Wagner (SPD) erinnerte daran, dass Wetzlar für den Hessentag mit den Worten "kulturell, lebendig, bunt" geworben habe. Diese Vielfalt spiegele sich in der Stadt und ihren Menschen wider. Zwölf Prozent der Menschen verfügen nicht über einen deutschen Personalausweis, 25 Prozent der Bürger haben Migrationshintergrund. Wetzlars Einwohner kommen aus 112 verschiedenen Nationen. Es sei Ziel der Stadt, eine Willkommens- und Integrationskultur zu fördern.

Dabei wies der Bürgermeister darauf hin, dass Wetzlar Modellregion Integration von 2009 bis 2013 war und nun im Programm "Wegweisende Integrationsansätze realisieren (WIR)" ist.Vor allem in den Schulen und im Sport sei interkulturelles Miteinander leichter einzuüben.

Führungen und Gespräche des IB Wetzlar mit Jugendlichen und Schulklassen

Wagner hob die Aufgabe des Internationalen Bundes hervor. Er begleite Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bei der Integration und helfe, ein selbstbestimmtes Leben zu gestalten.

Der Bürgermeister hob zudem die Arbeit der ehrenamtlichen Integrationslotsen hervor, die am Freiwilligenzentrum Mittelhessen angebunden, junge Menschen begleiten. Es bedürfe des Integrationswillens bei den jungen Leuten mit Migrationshintergrund, es brauche aber auch Toleranz in der Bevölkerung. Dies könne helfen, dass allzu dumpfe Parolen nicht auf fruchtbaren Boden fallen. Anne Peter-Lauff, Abteilungsleiterin "Zuwanderung und Integration" beim Lahn-Dill-Kreis,sagte, dass in diesem Jahr 121 Flüchtlinge in den Kreis und die Stadt Wetzlar gekommen sind. Dafür stelle man rund 70 Wohneinheiten, meist kleinere Unterkünfte, zur Verfügung. Dadurch könne die Integration gefördert werden. Ehrenamtlichen werde es erleichtert, die Flüchtlinge und Asylbewerber zu begleiten. Auch lobte sie das Engagement des Arbeitskreises Flüchtlinge der beiden Kirchen. 2013 seien insgesamt 109 000 Menschen nach Deutschland gekommen. Für dieses Jahr habe die Bundesregierung 200 000 Flüchtlinge angekündigt. Allerdings werde die Zahl von 1992 längst nicht erreicht, als 450 000 Menschen eingereist sind. Im Lahn-Dill-Kreis seien vorwiegend Somalier, Syrer, Nordafrikaner, Eriträer und Serben eingetroffen.

Ralf Findhammer, Bereichsleiter beim Internationelen Bund (IB), sagte, man sei glücklich, die Ausstellung nach 2007 erneut nach Wetzlar geholt zu haben. Er sehe die Ausstellung als einen Beitrag zur Willkommenskultur der Stadt. Die Ausstellung wendet sich vor allem an Jugendliche. Eingeladen sind deshalb Schulklassen und Jugendgruppen. Sie werden von Mitarbeitern des Internationalen Bundes begleitet, die mit den jungen Leuten ins Gespräch kommen möchten zu dem Thema. Für den Ausländerbeirat begrüßte der stellvertretende Vorsitzende Kadir Terzi die Ausstellung. Auch der Ausländerbeirat begleite mit dem IB zusammen Jugendliche bei der Integration. Er hoffe, dass sich viele Schulklassen mit dieser Ausstellung auseinandersetzen. Die Ausstellung "anders? - cool!" im Neuen Rathaus ist noch bis zum Freitag, 7. November, während der Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich.


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