Biedenkopfer Andreas Steinhöfel produziert TV-Serie

MEDIEN  Kinderkanal zeigt ab Montagabend die sechs Folgen von „Dschermeni“

Erste exklusive Bilder aus der Serie „Dschermeni“, die der Biedenkopfer Schriftsteller Andreas Steinhöfel produziert hat. Darin geht es um die Frage, wie Kinder die Flüchtlingsthematik erleben. (Foto: ZDF)
Der Biedenkopfer Andreas Steinhöfel hat eine Serie für das ZDF produziert. (Foto: Archiv)
„Es ist eine Freundschaftsgeschichte mit viel Humor und Spannung, aber auch traurigen und ernsten Momente“, sagt Andreas Steinhöfel. (Foto: ZDF)
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Als Kinderbuchautor kennen Steinhöfel viele. Dass er jedoch auch eine eigene Produktionsfirma hat, wissen hingegen die wenigsten. Ergeben habe sich das, als geplant wurde, seine Geschichten um Rico und Oskar als Miniserie in der „Sendung mit der Maus“ auszustrahlen, erzählt Steinhöfel. „Weil ich da unbedingt die künstlerische Kontrolle behalten wollte, habe ich kurzerhand beschlossen, dafür eine eigene Produktionsfirma zu gründen.“

Unterstützung erhielt er dabei von dem Drehbuchautoren Klaus Döring, mit dem Steinhöfel schon bei dem ersten Rico-Film zusammenarbeitete.

Aus ihren beiden Namen setzt sich auch der ihrer Firma zusammen: „sad Origami“ steht für „Steinhöfel and Döring“.

„Ich glaube, man hat von einem Produzenten immer ein ganz falsches Bild vor Augen“, sagt Steinhöfel. Das sei keiner, der mit Klemmbrett unterm Arm über ein Filmset laufe und dort alles überwache. Tatsächlich sei es vielmehr ein Bürojob.

„Der klassische Produzent ist eigentlich für die Kohle zuständig“, erklärt Steinhöfel. Er suche für den zu verfilmenden Stoff den richtigen Autor, Regisseur, Kameramann und vor allem den Herstellungsleiter aus, der sich wiederum um den Rest des Teams kümmert.

Sich und seinen Kollegen sieht Steinhöfel deswegen nur zum Teil in dieser klassischen Rolle. Sie verstehen sich mehr als Kreativproduzenten, die auch selbst die Geschichte entwickeln, die verfilmt werden soll.

So wie im Falle von „Dschermeni“, der Serie, die ab Montag auf KiKa läuft. „Wir wurden von einer Münchner Produktionsfirma angesprochen, ob wir nicht eine Kinderserie zum Thema Flüchtlinge machen wollen“, erinnert sich Steinhöfel. Daraufhin haben er und Döring sich zusammengesetzt und die Geschichte entworfen. „Für einen Schriftsteller als totaler Einzelkämpfer ist es natürlich eine Umstellung plötzlich im Team zu arbeiten“, gibt Steinhöfel lachend zu.

Aber diese Zusammenarbeit sei durchaus auch fruchtbar. „Wenn ich alleine etwas schreibe, kann es durchaus vorkommen, dass ich einen Satz immer wieder streiche und ändere, weil er mir nicht gefällt. Da kann es schon hilfreich sein, wenn der Klaus dabei ist und sagt, dass der Satz doch so in Ordnung ist.“

In „Dschermeni“ erzählen sie von Moritz und Rüyet (beide 11), die sich mit dem syrischen Jungen Yassir (12) und dem senegalesischen Mädchen Aminata (12) aus einem nahe gelegenen Flüchtlingsheim anfreunden. Die Freundschaft der vier wird jedoch schon bald auf eine harte Probe gestellt, da Aminata abgeschoben werden soll und Yassirs und ihr eigener Bruder in illegale Geschäfte verwickelt zu sein scheinen.

Aus einem positiven und hoffnungsvollen Blickwinkel spricht die Serie große Themen wie Flucht und Tod an

„Es ist eine Freundschaftsgeschichte mit viel Humor und Spannung, aber auch traurigen und ernsten Momente“, sagt Steinhöfel und ergänzt: „Unser Ziel war es, eine berührende Freundschaftsgeschichte zu schreiben, die die komplexe Flüchtlingsthematik konsequent aus einer personalen kindlichen und damit oft entlarvenden Perspektive erzählt. Aus diesem positiven hoffnungsvollen Blickwinkel werden die großen Themen wie Flucht, Trauma, Tod eines Elternteils, Sorge um die illegal agierenden Brüder oder Abschiebung eingefangen.“

Wie den beiden Autoren und Produzenten die Umsetzung dieser Idee gelungen ist, davon können sich die Zuschauer am Montagabend ab 20.10 Uhr auf KiKa selbst ein Bild machen. Die weiteren Folgen der Serie werden an den beiden folgenden Abenden zur selben Zeit ausgestrahlt.


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