Blick auf das Berufsleben lenken

AUSZEICHNUNG  IHK würdigt Holderbergschule als beste Realschule Hessens

Die Holderberschule in Eibelshausen leistet vorbildliche Arbeit, wenn es um die Berufsorientierung der Schüler geht. Dafür wurde die Bildungsstätte mit dem Hessischen Schulpreis der IHK ausgezeichnet. (Foto: Kiehl)
Andrea Rink und Annelie Marten-Tirjan (2. u. 3. v.l) nahmen den Preis in der IHK Frankfurt entgegen. (Foto: Krutsch)
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38 Schulen in Hessen hatten sich in diesem Jahr um den IHK-Schulpreis beworben. Gewonnen haben ihn die Eibelshäuser in der Kategorie Realschule. 87 Schüler verließen im Sommer 2017 die Holderbergschule mit dem Realschulabschluss, davon wählten rund 50 den Weg in eine duale oder vergleichbare Ausbildung.

„Natürlich hindern wir gute Realschüler mit einem tollen Notendurchschnitt nicht daran, auf ein Gymnasium zu gehen“, sagt Schulleiterin Andrea Rink. Aber, weiß Annelie Marten- Tirjan: „Viele Schüler wollen auf das Gymnasium, weil sie eigentlich nicht wissen, was sie nach der Realschule tun sollen.“ Marten-Tirjan ist an der Schule die Koordinatorin für Berufsorientierung. Gerade um diese Schüler bemühe man sich in besonderer Weise.

Wer junge Leute schon in der Schule auf die Berufswahl vorbereiten will, braucht dafür nicht nur ein gutes Konzept, sondern auch einen langen Atem. Die Berufsorientierung beginnt am Holderberg bereits im 7. Schuljahr mit „KomPo7“. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich ein Kompetenz-Feststellungsverfahren, bei dem die Schüler bereits im Alter von etwa 13 Jahren erfahren können, wo ihre Stärken liegen und in welche berufliche Zukunft ihre Interessen münden könnten. Das hessenweite Programm gibt den Schülern die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu entdecken.

Schüler müssen angeleitet werden, ihre Fähigkeiten zu erkennen

Der Berufsinformationstag an der Holderbergschule ist laut Marten-Tirjan seit vielen Jahren ein bewährtes Instrument. „30 Firmen haben sich 2017 beteiligt“, sagt die Kooardinatorin für Berufsorientierung. An diesem Tag haben die Schüler die Gelegenheit, in mindestens einem Betrieb hinter die Kulissen zu blicken. „Dank des Berufsinformationstages konnten wir ein gutes Netzwerk mit den heimischen Betrieben aufbauen“, freut sich Marten-Tirjan. Das wiederum sei hilfreich, wenn die Schüler Praktikantenplätze suchten. Ergänzend fahren die Lehrer mit ihren Schülern zu Berufsmessen.

Im 8. Schuljahr erstellen die Holderbergschüler im Rahmen des Arbeitslehreunterrichts ein so genanntes Berufsportfolio. Dabei entsteht unter anderem „Das Haus meiner Fähigkeiten“ und damit eine weitere Orientierungshilfe, wenn es um die Frage geht, wohin die Reise nach dem Realschulabschluss gehen könnte. „Es ist einfach wichtig, die Schüler anzuleiten, ihre Fähigkeiten zu erkennen“, nennen Rink und Marten-Tirjan eine wesentliche Aufgabe der Schule.

Deshalb sei die Berufsvorbereitung ein Thema, das nicht nur im Fach Arbeitslehre auf dem Plan stehe, sondern sich wie ein roter Faden durch alle Unterrichtsfächer ziehe. In diesem Zusammenhang seien beispielsweise die Methodentage zu nennen, ihnen denen es um das Erstellen von Präsentationen, Kommunikations- und Teamtraining gehe.

Viele Schüler, berichten Rink und Marten-Tirjan, würden freiwillige Praktika in den Ferien absolvieren. Selbst die Wanderwoche könne schon mal im Zeichen der Berufsvorbereitung stehen, wenn beispielsweise statt des Besuchs eines touristischen Ziels eine Betriebserkundung auf dem Plan stehe.

Sogar Einblicke in die englische Arbeitswelt ermöglicht die Holderbergschule. Jedes Jahr haben zehn Schüler der 10. Klassen die Gelegenheit zu einem zweiwöchigen Praktikum auf der Insel. „Es gibt immer mehr Interessenten als Praktikumsplätze“, berichtet Rink von diesem außergewöhnlichen Angebot.


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