Blob, Flug, Platsch

BLOBBING Neuer Trendsport am See

Nora fliegt. Unsere Grafik zeigt, wie Blobbing geht. Nora liegt vorn auf dem Luftkissen, in das ihre Helfer vom Sprungturm springen. Durch den zusätzlichen Druck im Luftkissen wird Nora in die Höhe katapultiert und landet schließlich im Wasser. (Fotos: D.Weber/Grafik: Crepaldi)

Denn "Blob" heißt: Action!

Für den Spaß sind mindestens zwei Personen nötig, dann kann der Blob als Katapult benutzt werden, um so auf außergewöhnliche Weise im Wasser zu landen. Zur Sicherheit müssen "Blobber" und Springer Schwimmweste und Helm tragen. Dann geht es auf das fünf Meter hohe Gerüst. Von hier oben sieht das 40 Quadratmeter große Luftkissen schon etwas kleiner aus. Erik Fleischmann (25) erklärt mir, was ich beachten muss: "Beim Sprung auf den Blob ist es wichtig, die Beine vom Körper weg zu strecken, so dass du wirklich auf dem unteren Rücken aufkommst. Und keine Angst, du landest weich!"

Ich gehe nach vorne bis an die Kante und schaue nach unten. Der Blob ist mit zwei Markierungen versehen: Ein Strich zeigt die Landingzone an. Vor dieser Linie sollte der sogenannte Jumper auf jeden Fall auf dem Kissen landen. Sonst besteht die Gefahr, dass er vom Kissen wieder herunterfällt. Ein zweiter Strich kennzeichnet die Flightzone. Vor dieser Linie startet der Blobber, also derjenige, der ins Wasser katapultiert wird.

Ich mache mich für den Absprung bereit. Doch auf ein mit Luft gefülltes Plastikkissen zu springen, kostet mich mehr Überwindung als ich dachte. Ich gehe noch einen Schritt nach vorne und wage den Sprung. Wie geplant, lande ich auf dem Rücken und versinke im Blob. Meine Angst war völlig umsonst, das Kissen ist wirklich weich. Jetzt muss ich von der Landingzone in die Flightzone krabbeln. Das ist gar nicht so einfach, weil sich die Luft im Blob mit mir bewegt. Als ich am anderen Ende angekommen bin, setze ich mich in Position und spanne meinen Körper an.

Vom Turm aus fragen mich Max und Michel: "Bist du bereit?" Ich rufe "Ja!" und schon beginnen die beiden Jumper mit dem Countdown: "Drei, zwei, eins, blob!". Ich spanne meinen Körper weiter an. Einen kurzen Atemzug lang passiert gar nichts. Dann höre ich, wie die Jumper auf dem Blob landen. Schon in der nächsten Sekunde befinde ich mich in der Luft und rase im freien Fall auf die Wasseroberfläche zu.

"Ich möchte unbedingt noch mal geblobbt werden"

Jetzt bemerke ich, wie wichtig die Schwimmweste ist: Sie schützt mich beim Eintauchen ins Wasser und lässt mich sehr schnell zurück an die Wasseroberfläche kommen. Nach dem ersten Sprung ist mein Körper voller Adrenalin und ich möchte unbedingt noch mal geblobbt werden.

Warum nicht einfach vom Sprungturm ins Wasser springen? Ganz einfach: Der Blob kommt, trotz Countdown, jedes Mal überraschend. Ich konnte vor keinem Sprung einschätzen, wie hoch oder weit ich fliegen werde. Genau das ist es, was Blobbing vom normalen Springen unterscheidet.

Erik Fleischmann hat den Blob an den Dutenhofener See gebracht, ohne wirklich zu wissen, auf was er sich einlässt. "Ich hatte das vorher selbst noch nie gemacht. Im Fernsehen hab ich das Teil gesehen und dachte, es sei eine gute Idee", erzählt der Gebäudetechnik-Student aus Gießen, der gerade seine Diplom-Arbeit schreibt. Die Blob-Base in Dutenhofen ist die zweite in ganz Deutschland und die einzige in Mittelhessen.

Der Blob hat bei gutem Wetter geöffnet. Ein Sprung kostet zwei Euro, drei Sprünge gibt es für fünf Euro. Am Wochenende verteuern sich die beiden Angebote um jeweils einen Euro.

Man kann den Blob ab zehn Personen mieten. Dann kostet er pro Nase für eine Stunde zehn Euro.


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