Bronze bei "Jugend forscht" geholt

BIOLOGIE Anke Peters (17) dokumentierte, wie Algen unter LED-Licht wachsen

Jugend forscht erfolgreich: Anke Peters (17) hat mit ihrer Arbeit über Algenwachstum in Schauhöhlen mit LED-Beleuchtung beim Landeswettbewerb den dritten Platz belegt. (Foto: privat)

Beim Landeswettbewerb in Darmstadt hatten über 70 Jugendliche 35 Projekte in naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen vorgestellt. Sechs Arbeiten betrafen den Fachbereich Biologie, drei Arbeiten hatten sich mit Algen beschäftigt.

Zum wiederholten Male war die Kooperation des Herborner Gymnasium mit dem Verein "Zeitsprünge" aus Breitscheid erfolgreich: Anke Peters besucht dort die zwölfte Klasse. Sie wurde von Biologielehrerin Kirsten Ringkowski und dem Zeitsprünge-Vorstandsmitglied und Biologen Florian Schäfer betreut.

"Wir hatten auf dieses Ergebnis gehofft, da doch diesmal ein sehr großer Aufwand in die Arbeit gesteckt wurde", so Schäfer. Über zwei Jahre hatte Peters geforscht.

Diesmal war nicht nur die Schauhöhle "Herbstlabyrinth" eingebunden. In die Vergleichsuntersuchungen wurden zwei weitere Schauhöhlen, die Schillat-Höhle und die Iberger Tropfsteinhöhle mit einbezogen. Dies kam durch die Kontakte im "Verband der deutschen Karst- und Höhlenforscher" (VdHK) und zur Herborner Firma "Cave lighting GmbH", die Höhlen mit LED- Beleuchtungskonzepten beliefert, zustande.

Algen zerstören Tropfsteine und sind zudem ein ästhetisches Problem

Die Schauhöhlenbetreiber sind dringend auf solide wissenschaftliche Daten angewiesen, um zu entscheiden, wie und mit welchen Mitteln Schauhöhlenbetreiber dem zerstörenden Algenfilm auf Tropfsteinen begegnen kann. Die so genannte Lampenflora ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern zerstört auch die Tropfsteinoberflächen.

Die Jungforscherin hat sich eine eigene "Tropfstein-Oberflächen-Simulationseinrichtung" ausgedacht. Damit können künftig noch weitere Fragen zum Thema geklärt werden. Denn zu forschen gebe es auf dem Gebiet noch viel: Nach der Umstellung auf das LED-Licht verringerten sich die Algen zwar, zugleich konnte aber festgestellt werden, dass die "Überlebenden" neue Anpassungsstrategien entwickelt haben. Die neue Versuchsanordnung kann helfen, Daten zu erhalten, die in Zukunft Vorhersagen über das Wachstumsverhalten der Algen zulassen. Aber bis die Forschung so weit sind, müssen die Schauhöhlenbetreiber ihre "Juwelierkunst der Geologie" gut schützen.

"Am meisten hat mich gefreut, dass ich den Schauhöhlenbetreibern ein paar Tipps geben konnte, damit die Schönheit der Tropfsteine erhalten bleibt", sagt die erfolgreiche Jungforscherin.

Aus den Forschungsergebnissen lässt sich auch ableiten, dass die Umstellung auf die speziellen LED-Lampen zur Höhlenbeleuchtung absolut sinnvoll sei.

"Das Johanneum ist MINT-Schule und fördert Schüler, die sich im Wettbewerb ,Jugend forscht’ einbringen wollen besonders. Das zeigt auch die Erfolgsbilanz der vergangenen Jahre", ergänzt Kirsten Ringkowski. Viele Teilnehmer hätten es bis in den Landes- oder Bundeswettbewerb geschafft.

Der Verein "Zeitsprünge" will weiter "Jugend-forscht-Arbeiten" im Geo- und Biotopschutz unterstützen. Dazu hat er vor vier Jahren einen Fördertopf "Jugend forscht" eingerichtet, mit dem wissenschaftliche Arbeiten mit bis zu 2000 Euro unterstützt werden können.

Interessierte Lehrer und Schüler können sich unter zeitspruenge(at)t-online.de an den Verein wenden.

Gewonnen haben den Wettbewerb im Fachgebiet Biologie Jungforscher aus Hofheim. Sie stellten die Frage, welche Auswirkungen das Nanomaterial Titanoxid, das in Kleidung, Zahnpasta oder Wandfarben verwendet wird, auf die Umwelt hat.


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