Brücken bauen, Roboter fahren und Herzen schmieden

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"Du bist ja eher so die handwerklich Geschickte von uns beiden", sagt Conny im Zelt des Mathematikums Gießen. "Und logisch Denkende. Also mach du mal lieber." Nora runzelt kurz die Stirn, nimmt ein paar Holzplanken in die Hand. Die Aufgabe: daraus eine Brücke im Bogenstil von Leonardo da Vinci zu errichten. Nach und nach setzt Nora die Stücke ineinander. "Das ist aber keine Brücke, das ist eher ein Dach", kommentiert Conny. Nora fährt sich mit der Hand durch die Haare, begutachtet ihr Werk und reiht das nächste Stück in das Gefüge. Klack. Das Ganze fällt in sich zusammen.

Im Zelt der Technischen Hochschule Mittelhessen. Auf dem Boden stehen zwei Lego-Roboter. Die können durch Bewegungssensoren über Tablets gesteuert werden. Dafür haben die Hochschüler eine eigene App entwickelt. Nora und Conny treten zum Rennen gegeneinander an. Tobias Bernhammer (23), Elektrotechnik-Student aus Mittenaar, erklärt den beiden midde-Testerinnen den Ablauf. Die Rennstrecke ist mit Pfeilen gekennzeichnet und führt über eine Holzwippe. Die Kippbewegungen des Tablets lenken die Lego-Modelle. Nora hat recht schnell ein Gefühl fürs Lenken entwickelt, Conny hingegen fährt sich nach der ersten Kurve fest. Das Ziel erreicht sie nicht, Gummibärchen zum Trost bekommt sie aber.

Jetzt wird es heiß - am Stand von Buderus Edelstahl. "Zieh erst mal einen Kittel an, eine Schutzbrille und Handschuhe. Das ist bei uns Pflicht. Die Arbeit mit Metall ist wie Kneten", erklärt Schmiedekünstler Andreas Rimkus Nora, während sie gemeinsam ein Herz aus einem Nagel schmieden. Dafür muss zunächst der Kopf des Nagels zu einer Spitze gemacht werden. Dazu wird der Nagel in der Esse, also der Feuerstelle, erhitzt. Dann beschlagen sie abwechselnd den Nagel auf dem Amboss. Immer wenn das Metall zu kalt ist, muss der Nagel wieder ins Feuer. "Jetzt zeige ich dir, wie Nudeln hergestellt werden", sagt Rimkus und lacht. Für Nora bedeutet das, den Nagel an zwei Stellen platt zu klopfen, um ihn dann mit einer Zange zu drehen. Später werden das die Spiralen an den Seiten des Herzens ergeben.

Und immer wieder muss der Nagel ins Feuer, um die richtigen Stellen bearbeiten zu können. "Jetzt fehlen nur noch die untere Spitze und die zwei Bögen vom Herz.“ Rimkus hilft Nora dabei, das Herz über die Spitze des Amboss zu biegen. "Zuerst biegen wir eine Hufeisen-Form. Dann schlagen wir daraus eine Spitze." Gesagt, getan. Jetzt kann man schon fast erkennen, was es werden soll. Zusammen formen sie noch die oberen Bögen und schon ist das selbstgeschmiedete Herz fertig. Am Ende wird noch eine Kugel eingesetzt und alles mit einer Drahtbürste saubergemacht.

Auf der "Straße der Bildung, Wissenschaft und Technik" gibt es noch viele andere Mitmachangebote. Schaut also mal vorbei. Jeden Tag von 10 bis 19 Uhr. 


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