Den Traumjob direkt vor Augen

Ausbildung  Vielfältiges Angebot auf dem Schulhof der Textor-Schule / Am Samstag zweiter Teil

Ohne große optische Präsentation legten die an der Ausbildungsmesse beteiligten Unternehmen großen Wert auf persönliche und umfangreiche Gespräche mit den Textor-Schülern. (Foto: C. Weber)
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Sowohl in dem verschachtelten Schulgebäude selbst als auch auf dem zur Baustelle umfunktionierten Schulhof konnten die Schüler nicht nur in Berufe hineinschnuppern, viele Unternehmen waren neben ihren Ausbildungsleitern auch mit jungen Lehrlingen vertreten, sodass sich die nächste Generation mit ihren möglichen Vorgängern austauschen konnte.

Organisator Alexander Schüler, den Schulleiter Norbert Schmidt als „Seele der Veranstaltung“ bezeichnete, hatte im Vorfeld mit vielen Unternehmen am großen Tisch gesessen und daraus eine Messe geformt, die für die Schüler ein erster Schritt ins Berufsleben darstellen kann. Gedacht ist die Ausbildungsmesse für das 8. und 9. Schuljahr, die Jahrgänge 7 und 10 waren aber ebenfalls für den besonderen Unterricht freigestellt.

Jeweils 120 Schüler erhalten zwei Schulstunden lang ein buntes Bild an Ausbildung

Dabei legten die Organisatoren, zu denen neben der Schule die Stadt Haiger gehört, Wert auf individuelle Beratung. Deshalb waren die beteiligten Schüler auch auf jeweils drei Doppelstunden aufgeteilt, so dass sich nur etwa rund 120 Interessenten auf die gut 40 Anlaufstellen verteilten. „Wir können ein buntes Bild an Ausbildung anbieten“, freut sich der Schulleiter auf das große Interesse von heimischen Unternehmen. So hatte die Kette Deichmann aus Kassel angefragt, außerdem stellte sich mit dem Logistik-Unternehmen Raben Group ein neuer Name in der Region vor. Raben baut demnächst im Hörbacher Gewerbegebiet und sucht für das Lager ab Sommer 2019 Nachwuchs. Und auch Bundespolizei, Bundeswehr, Deutsches Rotes Kreuz und die Anbieter zunehmend gefragter Pflegeberufe nehmen die Nachwuchswerbung ernst.

Besonders interessant – nicht nur bei den jungen Männern – war der Außenbereich. Dort hatten zwei Unternehmen Geschicklichkeitsparcours für Minibagger, Stapler und Bagger aufgebaut. „Es ist ein Wahnsinn, was die hier aufgebaut haben“, freute sich Schulleiter Schmidt über den attraktiven Schulhof. Matthias Hain, Innungsobermeister der Dillenburger Dachdecker, zeigte mit seinem Dietzhölztaler Kollegen Rolf Klein die Arbeit an der Schiefertafel. Während Hain darauf hofft, bei der Ausbildungsmesse einen Schüler für seinen Beruf begeistern zu können, ist für Klein der Schulort Haiger ein wenig zu weit von seinem Standort Ewersbach entfernt.

Auch der Langenaubacher Frank Kauferstein, der als Obermeister an der Textor-Schule die Innung für Sanitär- und Heizungstechnik vertritt, erhofft sich von der Messe Nachwuchs: „Wir brauchen im Lahn-Dill-Kreis 160 Auszubildende – die bekommen wir aber nicht.“ Kauferstein ist sich im Bezug auf die Ausbildungsmesse sicher: „Sie wird sich etablieren!“

Der Freitagnachmittag gehörte dann der Öffentlichkeit, wobei Alexander Schüler schon vorher klar war, dass dazu auch die bereits am Vormittag eingeladenen Eltern der Textor-Schüler gehören würden.

Am Samstag ist die Ausbildungsmesse, die vor zwei Jahren mit rund zehn Unternehmen begonnen hatte und die im vergangenen Jahr schon auf die doppelte Anzahl an Anbietern angewachsen war, von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Dann will auch die Isabellenhütte einen „Tesla“ präsentieren.


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