Der Umwelt zuliebe

SERIE Mihail Munteanu macht eine Lehre zur Fachkraft für Kreislaufwirtschaft / Teil 7

Mihail Munteanu arbeitet er im Schadstoffmobil, das er "ziemlich cool" findet. (Foto: Gorenflo)

Der 22-Jährige lebt seit drei Jahren in Deutschland. In seiner Heimat Rumänien hat er eine Lehre als Maler und Lackierer absolviert. Das habe ihm aber nicht gefallen. Auf die Idee, eine Lehre bei einem Entsorgungsspezialisten zu machen, kam der junge Mann, weil er etwas mit Umweltschutz lernen wollte. "Abfall ist Zukunft", sagt er. In Rumänien habe er früher mit Müll gespielt, nun gehört Müll zu seinem täglichen Leben.

In Weilburg hat Munteanu die Mittlere Reife nachgeholt. Bei einem Praktikum lernt er die Firma Bördner kennen. Dort habe es ihm so gut gefallen, dass er am 1. Oktober mit seiner Ausbildung anfing. "Es macht mir großen Spaß, vor allem, weil die Arbeit abwechslungsreich ist", sagt er.

Munteanu findet das Schadstoffmobil toll, dort können Bürger Chemikalien abgeben. Auch der Kontakt mit den Menschen mache ihm viel Spaß. Zudem kommt er mit dem Schadstoffmobil im ganzen Kreis herum.

Azubis lernen messen, steuern und regeln sowie Stoffgemische zu berechnen

"Meistens stellen wir im Jahr zwei Azubis ein", sagt Prokurist Wolfgang Goebler. In aller Regel übernehme die Firma die Auszubildenden. Die schulischen Voraussetzungen bei der Firma Bördner seien nicht so starr. Realschule wäre gut, aber sie stellten auch junge Menschen ohne Schulabschluss ein, sagt Goebler.

Im ersten Lehrjahr lernen die Anfänger die Abläufe in der Firma kennen. Der Morgen beginnt für Munteanu um sieben Uhr, gegen 16 Uhr hat er Feierabend.

Den Autoführerschein hat er schon gemacht, im dritten Lehrjahr könnte noch der Lkw-Führerschein dazu kommen. "Auch der Staplerschein gehört zur Ausbildung", sagt Groebler. Die Arbeitskleidung, wie Jacke, Hose, Handschuhe und Sicherheitsschuhe werden von der Firma übernommen, ebenso die Kosten für das Wohnheim während der Berufsschulzeit. Dafür muss Munteanu einmal im Monat nach Lauingen in Bayern fahren.

Die Sonderabfall GmbH ist eine Tochterfirma der Bördner GmbH Städtereinigung. Am Standort Limburg betreibt die Firma ein Sonderabfall-Zwischenlager, in dem die Abfälle bis zur Entsorgung umweltverträglich verwahrt werden. Bei B & F sind 36 Mitarbeiter beschäftigt, insgesamt arbeiten bei Bördner 140 Menschen. Ausgebildet werden fast nur junge Männer. "Frauen haben kein Interesse an diesem Beruf", sagt Groebler.

Munteanu lernt in den ersten 15 Monaten unter anderem, welche Möglichkeiten es gibt, Umweltbelastungen durch Anlagen und Techniken zu minimieren, wie man technische Unterlagen liest und wie man Stoffgemische berechnet, herstellt und trennt.

Der zweite Teil der Ausbildung widmet sich den Anlagentechniken, der Arbeitssicherheit sowie der Bedienung der Geräte und Anlagen.

In der Berufsschule wird dem 22-Jährigen unter anderem das Planen eines Umweltkonzepts, der Umgang mit Mikroorganismen, das Betreiben von Rohrleitungssystemen und das Untersuchen von Wasser- und Abfallinhaltsstoffen gelehrt.

- Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft ist einer von 140 Berufen, in denen im Kreis junge Menschen ausgebildet werden. Die Bandbreite der Ausbildungsmöglichkeiten stellen die heimischen Firmen bei der ersten Ausbildungsmesse "Do it 2015" Anfang März kommenden Jahres eine Woche lang in Limburg vor.


Berufskompass

  • Ausbildungsdauer: drei Jahre, duales System
  • Schulische Voraussetzungen: keine 
  • Verdienst: erstes Ausbildungsjahr: 610 Euro, zweites Ausbildungsjahr: 660 Euro, drittes Ausbildungsjahr: 730 Euro
  • Karrieremöglichkeiten: Wer beruflich eine leitende Position anstrebt, kann eine Weiterbildung ins Auge fassen – als Meister, Techniker oder Fachwirt. Lehrlinge mit Abitur haben die Möglichkeit, nach der Lehre zu studieren. (sago)

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