Der Zug ist noch nicht ganz abgefahren

Nahverkehr Weilburg will Anliegen des Jugendparlamentes auf bessere Verbindungen weiter diskutieren
Jugendliche warten auf dem Weilburger Bahnhof auf einen Zug Richtung Limburg. Eine grundlegende Erweiterung des Angebotes auf der Lahntalstrecke dürfen sie nicht erwarten. Nach Einschätzung der Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil sind Verbesserungen im Bus- und Bahnverkehr an Wochenenden und in den Abendstunden kurzfristig nicht zu erreichen. (Foto: Henss)

Dennoch will die Stadt das Thema nicht einfach abhaken. Wie Bürgermeister Johannes Hanisch (CDU) in der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung mitteilte, soll das Anliegen des „jungen“ Parlamentes in einer Sitzung des städtischen Ausschusses für Jugend, Kultur, Sport und Soziales weiter diskutiert werden. Dazu geladen werden auch der Geschäftsführer der VLDW, Dirk Plate, und ein Vertreter des Jugendbildungswerkes Limburg-Weilburg.

„Der Betriebsschluss auf allen Buslinien könnte durchgehend auf 20 Uhr gelegt werden“

Wie die VLDW erläutert, trage sich der öffentliche Personennahverkehr lediglich zu 60 Prozent durch Fahrgeldeinnahmen. Der Rest werde durch die öffentliche Hand subventioniert. Eine Änderung der Nahverkehrspläne durch eine dichtere Fahrplantaktung oder einen späteren Betriebsschluss wirke sich somit direkt auf den Subventionsbedarf aus. Weilburg, so die Verkehrsgesellschaft, sei vergleichsweise gut an das Netz der Öffentlichen Verkehrsmittel angebunden: „In der Stadt und in die Stadtteile fahren die Busse größtenteils im Stundentakt.“ Über den Bahnhof seien Stadt und Stadtteile mit Gießen und Wetzlar sowie über Limburg auch mit dem Rhein-Main-Gebiet verknüpft. Betriebsschluss im Busverkehr sei derzeit zwischen 19 und 20 Uhr. Für die Buslinie LM-68 (WeilburgLöhnbergMengerskirchen), für die das Jugendparlament einen Linienverkehr auch sonntags fordert, seien mittelfristig Angebotsverbesserungen für den Samstag sowie ein Neuangebot an Sonn- und Feierragen vorgesehen.

Der Betriebsschluss auf allen Buslinien könnte durchgehend auf 20 Uhr gelegt werden, schreibt die Verkehrsgesellschaft an die Stadt. Danach geht aber offenbar nichts mehr. Denn während im Zugverkehr die späten Züge gut besetzt seien, sei die Auslastung der Busabfahrten ab 19 Uhr in Weilburg gering. Abfahrten nach 20 Uhr seien aus wirtschaftlicher Sicht nicht vertretbar. Es sei derzeit nicht vorgesehen, den Betriebsschluss im Busverkehr in die Region bis Mitternacht zu erweitern. Als Alternative für den Heimweg weist der VLDW auf das Jugendtaxi des Landkreises hin. Wenig Veränderung können die Jugendlichen auch im Schienenverkehr erwarten. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der für den Regionalverkehr im Lahntal verantwortlich ist, weist auf das seiner Ansicht nach gute Angebot mit Zügen im Stundentakt an Wochenenden und Feiertagen von Mai bis Oktober hin. Ab Mitte Dezember 2018 solle der Stundentakt an Samstagen auf das ganze Jahr ausgedehnt werden. Auch Spätverbindungen bis Mitternacht seien mittlerweile im Lahntal unterwegs. Der RMV plane gegenwärtig von Frankfurt ausgehend ein Nachtverkehrsangebot im Bahn- und Busverkehr an Wochenenden. Eine schrittweise Erweiterung auf andere Strecken in den kommenden Jahren sei bei einer positiven Resonanz denkbar. Konkrete Pläne für das Lahntal bestehen nach Mitteilung des RMV allerdings nicht.


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Kommentare (1)
Wen wundert es das im Busverkehr abends nichts geht?
Die Lokale Nahverkehrsgesellschaft und die Politik sagen es ist zu teuer in den Abendstunden ein Angebot zu machen. Ausufernde Neubaugebiete ohne Bushaltestellen, mehr
kein Angebot - da fahren die Leute mit dem PKW. Ein Gutachten welches noch mehr Flächenverbrauch für neue Wohnungen empfiehlt (siehe: Region braucht neue Wohnungen - Stadtentwicklung Wohnraumkonzept für Limburg und Kommunen des Landkreises vom 08.08.2017 https://www.mittelhessen.de/lokales/region-limburg-weilburg_artikel,-Region-braucht-neue-Wohnungen-_arid,1017243.html). Bezahlbare Wohnungen werden gebraucht aber nicht auf der grünen Wiese. Auf Grund der Kirchturmpolitik aus dem letzten Jahrtausend bleibt alles so wie gehabt: Signal fatal: helft Euch selbst - Leute fahrt PKW. Und für den der kein Auto fahren kann schaffen die Städte und Kommunen eigene Fahrzeuge an und spielen Taxi. Klar das dann kein Geld mehr für einen besseren ÖPNV vorhanden ist. Stadtlinienverkehre die nicht vernünftig mit dem Umland vernetzt sind. Da hat das kleine Limburg auf einmal "Oh Wunder" die schlechtesten Luftschadstoffwerte - abgesehen von einigen Großstädten. Gut das an anderen Strassen wie in Bad Camberg, Elz, Hadamar, Niederbrechen, Weilburg usw. nicht offiziell gemessen wird. Wenn die Leute erst einen PKW haben - nutzen sie das schlechte Angebot (zuwenige Haltestellen und zuwenige Fahrten) Abends und am Wochende nicht. Da kann die LNG und Politik nicht erwarten das ab 19 Uhr noch jemand ÖPNV fährt.
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