Die Jugend zieht wieder ins DGH ein

Soziales Gruppe von Jungen und Mädchen möchte den Jugendraum Barig-Selbenhausen wieder herrichten

Ein Teil der Gruppe, die den Jugendraum im Dorfgemeinschaftshaus Barig-Selbenhausen herrichten möchte (v.li.): Jannis Großmann, Samuel Folberth, Janina Beck, Maja Folberth, Fabienne Jung und Emily Wagner. (Foto: Sauer)

Der Jugendraum (unten links) im Dorfgemeinschaftshaus Barig-Selbenhausen hat auch einen separaten Eingang. (Archivfoto: Sauer)

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Noch hängen alte Vorhänge vor den Fenstern, die Wände sind nicht mehr ganz weiß, eher grau, und gemütliche Sitzmöbel fehlen. Aber das soll sich spätestens ab dem Frühling ändern. Dann kommt wieder Leben in die Räume im Untergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses. Während die Mädchen von rosafarbenen Wänden träumen, sind die Jungen bei dieser Farbwahl zurückhaltend. Fest steht aber, die insgesamt 18 Jugendlichen wollen aus dem alten Jugendraum jetzt ihren machen.

Etwa fünf Jahre stand der Jugendraum leer, erzählt Ortsvorsteher Joachim Wagner (SPD). Zwischenzeitlich nutzte der Motorradclub Barig-Selbenhausen die insgesamt zwei Räume. Der Verein löste sich allerdings auf, gespendet haben die ehemaligen Mitglieder die Theke und Küchenmöbel, als sie hörten, dass die Jugendlichen wieder dort einziehen wollen. 

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Die Gruppe, die gerne einen Raum fernab der Elternhäuser zum Treffen und Quatschen hätte, setzt sich vor allem aus den „Pandoras“ zusammen, die immer ab Herbst fleißig für die anstehende Karnevalsaison trainieren. „Das Tanztraining war bis jetzt unser Treffpunkt“, erzählt Janina Beck. Im vergangenen Herbst sind Wagner und seine Ortsbeiratskollegin Myriam Hoffmann, die die „Pandoras“ trainiert, auf die Mädchen und Jungen zugegangen. „Wir wollten hören, ob es überhaupt Bedarf für einen Jugendraum gibt“, sagt Wagner. Zwei Wochen beratschlagten sich die jungen Barig-Selbenhäuser, dann stand für sie fest, dass sie gerne einen Treffpunkt haben möchten.

Ein erstes Treffen mit Merenbergs Sozialarbeiterin Yasmin Becker machte deutlich, was es bedeutet, einen Jugendraum zu haben. Denn neben dem Spaß kommt damit auch Verantwortung auf die 14- bis 18-Jährigen zu. „Das Jugendschutzgesetz muss beachtet werden, es geht unter anderem auch um selbstverantwortliches Handeln und Hausrecht“, erklärt Becker. Verantwortliche müssten festgelegt werden, die Jugendlichen erhalten eine Art Schulung, in der diese wichtigen Punkte angesprochen werden. „Nach dem ersten Treffen im Herbst waren trotzdem noch alle motiviert“, zeigt sich die Sozialarbeiterin erfreut. Becker möchte die Jugendlichen nun auf dem Weg zur Eröffnung des Jugendraums und auch darüber hinaus begleiten. 

Finanzieller Grundstock ist gelegt, erste Pläne sind geschmiedet ab dem Frühling kann es losgehen

Zweimal hat sich die Gruppe seitdem getroffen und Pläne geschmiedet, wie die beiden Räume eingerichtet werden könnten und welche Hilfsmittel sie dafür benötigen. Dazu zählt auch das Geld. Der Kreis unterstützt den Jugendraum mit Geldern aus einem Förderprogramm für Jugendinitiativen. Wagner hatte das Startkapital beantragt und 130 Euro bekommen. Der Ortsbeirat hat 50 Euro dazu gegeben aus der eigenen Kasse und der Wahlvorstand Barig-Selbenhausen erklärte sich bereit, sein Erfrischungsgeld, das ihm während des Bürgerbegehrens zur Windkraft zustand, teilweise zu spenden. So kamen noch einmal 51 Euro zusammen. „Der finanzielle Grundstock ist damit gelegt“, sagt Wagner. Jetzt müssen die Jugendlichen überlegen, wie viel Geld sie wofür ausgeben wollen.

Auf dem Plan stehen neue Stühle, ein Sofatisch, neue Lampen, eine Musikanlage, eventuell Sitzsäcke und Mülleimer - vor allem nach gebrauchten Möbeln halten die Jugendlichen Ausschau. Eine Couch konnten sie so schon für den Raum organisieren. Zudem sollen die alten Vorhänge raus, die Küchenmöbel könnten ebenso wie die Wände einen neuen Anstrich bekommen oder werden überklebt und welche Wandfarbe gekauft wird, wollen die Mädchen und Jungen noch abschließend klären.


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