Dirtbike-Strecke soll bleiben

FREIZEIT Jugendliche blicken in Rechtenbach auf ihr eigenes Projekt zurück

Hoch hinaus: Die Dirtbike-Strecke in Rechtenbach besteht seit rund zwei Jahren. (Foto: Hoge)

Nun haben die Jugendlichen die Weichen für die Zukunft gestellt. Das klare Signal lautet: Das Projekt soll langfristig bestehen bleiben – und möglichst auch ausgebaut werden.

„Vor zehn Jahren ging das alles los. Damals sind wir noch im Wald gefahren“, erinnert sich Emanuel Hemer. Der 18-Jährige ist einer der Jugendlichen, der seit den ersten Planungen in Rechtenbach mitmischt. Etwa 15 Dauernutzer gebe es derzeit auf der Dirtbike-Strecke. Hin und wieder schauen auch neue Gesichter vorbei.

Der Ort, betont Hemer, sei aber auch ein Treffpunkt für viele Jugendliche, die den Adrenalinkick auf dem Rad nicht wagen. „Der Platz hat sich zum einzigen richtigen Jugendtreff in Rechtenbach entwickelt“, sagt er.

Damit das so bleibt, hat die Gruppe kürzlich zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Verantwortlich war nicht etwa Volker Schaub. Die Jugendlichen selbst nahmen die Organisation in die Hand – so wie schon in der Planungs- und Bauphase. Das Projekt sei ein eindrucksvolles Beispiel für Jugendbeteiligung, betont Schaub.

„Mit mehr Leuten kommen mehr Ideen“, nennt Emanuel Hemer eines der Ergebnisse des Treffens, bei dem die Beteiligten auf die vergangenen zwei Jahre zurückblickten und eine Bilanz zogen. Die Dirtbike-Strecke solle künftig nicht nur eine Anlaufstelle für Rechtenbacher sein, sondern Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Lahn-Dill-Kreis anziehen.

Dazu ist unter anderem ein Unterstand geplant, der natürlich ebenfalls in Eigenriege entstehen soll. Die Kosten würden voraussichtlich rund 200 Euro betragen. Auch genug Platz für ein oder zwei weitere Strecken wäre auf dem ehemaligen Festplatz noch vorhanden. „Wir möchten aber nur Dinge machen, die am Ende auch alle wollen. Sonst machen wir sie nicht“, stellt Emanuel Hemer klar.

Auf einem Flyer haben die Jugendlichen zusammengetragen, was sie in der Vergangenheit gut oder schlecht fanden und, was sich in der Zukunft ändern soll. Dabei nennen sie auch eine „ungewisse Planung“ und eine „ungewisse Zukunft der Strecke“.

„Die Kids bekommen hier regelmäßig Gartenabfälle und anderen Müll hingeworfen.“

Wen die Jugendlichen suchen, machen sie auf dem Flyer aber ebenfalls deutlich: „Leute, die bauen,“, aber auch solche, „die ab und zu nur zum Fahren kommen.“ Wichtig sei nur, dass alle das gemeinsame Ziel im Blick haben, die Strecke zu erhalten. Ganz egal, ob sie aus Rechtenbach kommen oder eben nicht.

Mitmachen kann jeder, der Spaß an aufregenden Stunts mit dem Fahrrad hat. Aktuell sind sowohl junge, als auch ältere Schüler dabei – dazu kommen ältere Jugendliche oder junge Erwachsene, die nach dem Job vorbeischauen. Meist fragt einer der Beteiligten in der gemeinsamen WhatsApp-Gruppe an – dann sammelt sich schnell ein halbes Dutzend „Dirtbiker“ auf dem ehemaligen Festplatz.

Das Verantwortungsbewusstsein, das die Jugendlichen an den Tag legen, wünscht sich Volker Schaub auch von so manch einem Erwachsenen. „Die Kids bekommen hier regelmäßig Gartenabfälle und allen möglichen anderen Müll hingeworfen. Das geht nicht“, ärgert sich der Hüttenberger Jugendpfleger.

Um ihre Dirtbike-Strecke sauber zu halten, packen die Jugendlichen selbst an und beseitigen die Abfälle – eine Arbeit, auf die sie gerne verzichten würden. Viel lieber möchte die Gruppe ihre Zeit in Zukunft anders investieren. Ideen gibt es mehr als genug.

 

DIRTBIKE-STRECKE-RECHTENBACH

Im Winter 2014 begannen Jugendliche im Hüttenberger Ortsteil Rechtenbach mit dem Bau der Dirt-Bike-Strecke. Im Herbst 2015 öffnete die Strecke auf dem ehemaligen Festplatz von Klein-Rechtenbach. Die Kosten betrugen damals lediglich 100 Euro für Schaufeln und Hacken.

Den Bau nahmen die Kinder und Jugendlichen Woche für Woche selbst in die Hand. Eine Rechtenbacher Baufirma transportierte kostenlos Erde zur Strecke. Vorausgegangen waren dem Bau mehrere Anträge im Hüttenberger Jugend- und Kinderparlament. Dazu gab es eine Umfrage unter Jugendlichen, bei der es um den Bedarf an einer Dirtbike-Strecke ging. (hog)


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