Ein Facebook-Post geht um die Welt

Pädagogik  Klasse 4 der Astrid-Lindgren-Schule Solms/Oberndorf startet Experiment 

„Wie weit geht unser Bild?“, wollen die Schüler der 4. Klasse der Astrid-Lindgren-Schule in Oberndorf wissen. Bisher haben es über 100 000 Menschen angeschaut. (Foto: Astrid-Lindgren-Schule))

Dass die Nachricht der Schüler weite Kreise zieht, war durchaus beabsichtigt. Wie groß und weitreichend die Resonanz sein würde, das hätte wohl keiner der Beteiligten gedacht.

Die Idee für die Aktion entstand im Rahmen der Vorbereitungen für eine Themenwoche zur Internetsicherheit an der Grundschule. Nadine Hundert und Caroline Will, die sich mit dem Zentrum für Medienkompetenz vor allem für die Internetsicherheit von Kindern und Jugendlichen einsetzen, begleiten das Schulprojekt. Die Idee für das Experiment stammt von ihnen.

„Die Schüler sollen erfahren, wie schnell und wie weit sich Nachrichten und Fotos über das Internet, besonders in sozialen Netzwerken, verbreiten. Auch, dass solche Posts ganz schnell eine eigene Dynamik bekommen, sollen sie erfahren“, erklärt Hundert.

Menschen aus 52 Ländern antworten

Für die Kinder soll die Erfahrung im Rahmen des Experiments natürlich nur mit positiven Erlebnissen verknüpft sein. Erst im Rahmen der Themenwoche wird das Ganze dann pädagogisch mit ihnen aufgearbeitet. Dann wird vermittelt, dass sich die schnelle Verbreitung von Inhalten über das Internet in bestimmten Fällen auch negativ auswirken kann. Zunächst steht aber noch die Überraschung an, wie groß die Resonanz auf die von den Schülern erstellte Mitteilung ist. Für diese hatten die Kids ein Bild von sich gemacht und gefragt: „Wie weit geht unser Bild?“.

In dem dazugehörenden und in verschiedenen Sprachen übersetzten Beitrag, baten sie die Leser, das Bild zu teilen und mit dem eigenen Standort zu kommentieren. Veröffentlicht wurde der Beitrag über die Seite des Medienzentrums. Und die Reaktionen übertrafen schließlich alle Erwartungen: „Innerhalb einer Woche haben über 100 000 Menschen das Bild gesehen. Es wurde weit über 1000 Mal geteilt und über 1000 Menschen aus 52 Ländern haben den Kindern persönliche Grüße geschickt“, sagt Hundert. Die Grüße seien sogar vom Nordpol gekommen. Nutzer hätten von einem Schiff aus Bilder von Eisbergen und der Barentssee geschickt.

Noch wissen die Kinder nichts von dem großen Erfolg ihres Experiments. Doch Hundert ist sich sicher, dass sie sich wahnsinnig über alle Grüße freuen werden – vor allem auch deshalb, weil alle freundlich und positiv waren. Nächste Woche wird Hundert den Beitrag dann von der Seite des Medienzentrums nehmen. (jeb)

 


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