Ein Jahr im Voraus bewerben

BERUFSBERATERIN Theresa Freitag gibt Tipps zur Ausbildungsplatzsuche

Informationen zu den verschiedenen berufen gibt es im Berufenet der Agentur für Arbeit oder in den Büchern. (Foto: Schindler)

Theresa Freitag (Foto: Agentur für Arbeit)

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Sie berät Jugendliche, die in die Agentur für Arbeit in Limburg kommen, hält aber auch Schulsprechstunden ab. Im Gespräch mit dem TAGEBLATT gibt sie Tipps für Schulabsolventen.

Erste Informationen gibt es beim Berufsinformationszentrum (BIZ) in Limburg. Auf der Website berufenet.arbeitsagentur.de finden die Jugendlichen Bilder, Filme und Steckbriefe zu den jeweiligen berufen. Im Berufe-Universum (portal.berufe-universum.de) können die Jugendlichen Selbsttests machen. "Man kann mit solch einem Test seine Stärken herausfinden, ob man zum Beispiel teamfähig ist", sagt Freitag. Den jeweiligen Stärken werden dann Berufsvorschläge zugeordnet. Orientierung bieten auch Berufsbildungsmessen, wie die bevorstehende Ausbildungsmesse "Do it 2015", die vom 9. bis 15. März in der Limburger Markthalle stattfindet. "Hier können erste Kontakte geknüpft werden", sagt Freitag.

Hat sich der Jugendliche für ein Berufsbild entschieden, geht es darum, einen geeigneten Betrieb zu finden. Dabei kann die Jobbörse der Agentur für Arbeit helfen, aber auch die Berufsberater können den Kontakt zwischen Bewerber und Unternehmen herstellen. "Einige Betriebe möchten, dass wir eine Vorauswahl an Bewerbern treffen, die bestimmte Bedingungen erfüllen.

Agentur trifft Vorauswahl

Diese Stellen sind dann nicht online in der Jobbörse zu finden", erklärt Freitag. Die in der Jobbörse gelisteten Unternehmen werden von der Agentur für Arbeit regelmäßig geprüft.

Bei der Ausbildungsplatzsuche gilt es, auch regional und beruflich flexibel zu sein. Freitag gibt ein Beispiel: Ausbildungsstellen zum Sport- und Fitnesskaufmann sind im Landkreis selten. Die Suche sollte auf das Rhein-Main-Gebiet ausgedehnt werden - oder auf ähnliche Berufsbilder. Als Berufsberater schaut Freitag dann, ob es dem Jugendlichen mehr um den kaufmännischen Aspekt oder um den Sportaspekt geht. "Eine Ausbildung zum Physiotherapeuten oder zum Sportassistenten wäre eine weitere Möglichkeit", schlägt die Berufsberaterin dann vor. "Wir haben Erfahrungen und können Möglichkeiten aufzeigen, aber wir kennen auch die Arbeitgeber in der Region." Sie rät, auch die Eltern in die Berufswahl einzubinden. "Die Eltern kennen ihr Kind am Besten. Es ist ganz gut, wenn sie beim Beratungsgespräch dabei sind."

Je nach Größe und Sitz des Ausbildungsbetriebs regt Freitag dazu an, Bewerbungen persönlich abzugeben. Gerade im Handwerk treffe man oftmals den Chef an und könne einen ersten Eindruck hinterlassen. "Man kann dann einen Probearbeitstag oder ein einwöchiges Praktikum anbieten, um sich gegenseitig besser kennenzulernen." Nehmen Zentrale oder Personalämter die Bewerbungen entgegen, ist der Postweg geeigneter.

Der richtige Zeitpunkt für die Ausbildungsplatzsuche ist ein Jahr vor Ausbildungsbeginn - also in den Monaten September, Oktober, November. "Bei Banken, in Verwaltungen, bei Zoll oder Polizei ist es sogar noch früher", weiß Freitag. Für eine Ausbildung als Gärtner, Verkäufer, Friseur oder Altenpfleger sind die Fristen kürzer.


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