Ein Leben für den Motocross-Sport

PORTRÄT Tom und Tobias Legner lieben hohe Geschwindigkeiten

Tobias Legner in Aktion. Der 17-Jährige hat vor sechs Jahren seine Leidenschaft für Motocross entdeckt. (Foto: privat)

Sportler durch und durch: (v.l.) Tom und Tobias Legner. (Foto: Straßheim)

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"Ein Freund hat damals mit Motocross bei einem Verein in Mengerskirchen angefangen. Wir konnten unseren Vater überreden, dass wir das auch versuchen dürfen", sagt der 17-jährige Tobias. "Wir haben langsam mit dem Training angefangen und uns dann gesteigert", erzählt der zwei Jahre jüngere Tom. Sechs Jahre ist das jetzt her. Was mit einer lockeren Probe für die Jungs begann, ist inzwischen ihre große Leidenschaft geworden. "Mit dem Motorrad die Strecken abfahren, gibt mir einen Kick", berichtet Tobias. Tom fügt an: "Es macht einfach großen Spaß und es fühlt sich gut an."

Bei dieser Sportart gibt es verschiedene Austragungsformen, wie die Jungs wissen. Die klassische Art des Motocross sei das Befahren von Strecken im freien Gelände. Beim Supercross finden die Rennen überwiegend in Hallen statt. Drittes Element ist das Freestyle-Motocross. Hier geht es darum, welcher der Fahrer mit seiner Maschine den schönsten Trick während eines Sprunges schafft.

"Wir trainieren aber nur die ersten beiden Varianten", berichtet Tom.

Für den Erfolg auf der Strecke sind die Jungs extrem ehrgeizig. Denn bis zu sechs Mal die Woche trainieren sie - aber nicht nur auf dem Motorrad. "Wir gehen joggen und sind viel im Fitnessstudio. Gerade bei unserem Sport brauchen wir eine gute Kondition", weiß Tom. Tobias klärt auf: "Nur wenn wir fit sind, können wir bei unserer Sportart konzentriert bleiben. Das ist sehr wichtig, denn durch den kleinsten Fehler können Unfälle passieren."

Neben dem konditionellen Aspekt kommt natürlich auch das Üben auf der Strecke nicht zu kurz. So wird das Duo intensiv im Kurvenfahren oder bei den Sprüngen trainiert. Zwei bis drei Stunden kann dann schon mal eine Einheit dauern. Trainiert wird auf einer Strecke zwischen Winkels und Mengerskirchen, aber auch in Hallen wie in Villingen-Schwenningen (Baden Württemberg) waren sie schon zu Gast.

Selbst in den Ferien kommen Tom und Tobias nicht von ihren Motorrädern los. So verbrachten sie gemeinsam mit ihren Eltern Weihnachten im spanischen Valencia. Kein zufälliges Ziel. Denn in der Nähe befand sich eine Rennstrecke für Motocross-Liebhaber. "Im Winter sind in Deutschland die Strecken draußen geschlossen, daher hat sich das warme Valencia angeboten", sagt Vater Bernhard, der das Hobby seiner Söhne genau wie Ehefrau Silke unterstützt.

Ein teures Hobby, wie der Familienvater offen zugibt. Immerhin brauchen seine Söhne immer wieder neue Motorräder, drei Stück stehen im Moment in der heimischen Garage. Dazu kommt noch die Schutzausrüstung, wie Helm, Weste und Anzug. "Daran werden wir auch nicht sparen. Das ist lebensnotwendig", sagt Bernhard Legner, der sich auch um die "Bikes" seiner Jungs kümmert. "Natürlich werden vor dem Start die Maschinen nach Sicherheitsmängeln untersucht, aber da überlasse ich nichts dem Zufall." Der Vater ist es auch, der die Maschinen - dann allerdings zusammen mit Tom und Tobias - sauber macht. Und das kann durchaus eine Weile dauern. Zwischen zwei und vier Stunden brauchen die drei, ehe nach einem harten Wettkampf die Motorräder wieder im Glanz erstrahlen.

Doch vor der Reinigung erfolgen erst die Rennen - und diese haben es in sich. Vor dem Wettkampf gibt es erst die Qualifikation für die Startaufstellung und ein freies Training. Dann erst messen sich Tom und Tobias mit den besten Fahrern aus Hessen. Beide haben in ihren Altersklassen schon Pokale gewonnen. Den ganz großen Wurf - die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften - strebt das Duo aber nicht an. "Dafür hätten wir schon im Alter zwischen drei bis vier Jahren anfangen müssen", erklärt Tobias, der zugibt: "Dafür sind wir vermutlich auch nicht gut genug."

Aber darum geht es den jungen Talenten auch nicht. Laut Tobias wirken sich die gemeinsamen Wochenenden auf und abseits der Piste auch gut auf das Familienleben aus. "Wir arbeiten als Team und verbringen so auch sehr viel Zeit zusammen."

Bei der Familie stehen drei "Bikes" in der Garage in Merenberg

So ist es aber auch nicht verwunderlich, dass Bernhard und Silke Legner schon Stürze ihrer Jungs miterleben mussten. Die Familie ist sich einig, dass die Sportart gewisse Gefahren mit sich bringt und die Sportler mit voller Konzentration bei der Sache sein müssen, um Unfälle zu vermeiden. "Die haben sich aber bisher zum Glück auch in Grenzen gehalten und wir können die Risiken gut abschätzen", sagt Tom.

Worte des 15-Jährigen, bei denen klar wird, wie wichtig den beiden Sportlern ihr Hobby ist. Selbst eine stattliche Portion Schlamm bei den Wettkämpfen kann die Jungs nicht einschüchtern, im Gegenteil: "Das macht doch erst unsere Sportart aus", sagt Tom mit einem Lächeln.

Tobias möchte sich nach der Schulzeit noch einer ehrgeizige Aufgabe stellen: "Ich will für ein Jahr in die USA gehen, mein Englisch verbessern und da arbeiten." Aber auch in den Staaten möchte er seinem großen Hobby verbunden bleiben. Denn ohne Motocross geht es natürlich nicht.


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Kommentare (1)
Es wurde vermutlich nur vergessen zu erwähnen, dass die "coolen Jungs" mit ihren für den Bereich der StVO weder zugelassenen noch zulassungsfähigen Crossmaschinen zuweilen öffentliche Straßen benutzen!
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