Ein eingespieltes Team

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Seit August vergangenen Jahres laufen die Vorbereitungen für die CD, die im Dezember erscheinen soll. Auf ihr sind 13 Lieder aus verschiedenen Stilrichtungen. Hauptsächlich aber Rock-Pop mit Einflüssen aus Country oder Punk-Rock. Die Texte sind auf Deutsch, Englisch und Türkisch gesungen.

 

Die Texte schreibt Annette Rudert selbst. Und auch die Melodie hat sie im Kopf. Marcel arrangiert das Stück musikalisch und bringt eigene Ideen mit ein. „Manchmal gebe ich ihm da zu viele Freiheiten, weil er mir musikalisch weit überlegen ist“, grinst Annette Rudert, und ihr Sohn erwidert: „Tendenziell hat meine Mutter das letzte Wort.“ Die Zusammenarbeit zwischen Mutter und Sohn läuft harmonisch. Meistens. „Ab und zu fetzen wir uns ganz gut", erzählt die Musikerin. "Aber da geht’s weniger um die Lieder und mehr um die Flyer oder darum, wann etwas fertig wird.“

 

"Wenn ich etwas mache, dann so, dass ich und andere voll und ganz damit zufrieden sind.

 

Im Gegensatz zu früheren gemeinsamen Projekten hat sich das Duo diesmal Zeit gelassen. „Dadurch konnten wir die Songs weiterentwickeln und sie individuell gestalten“, erklärt der 20-Jährige. Er selbst sieht sich als Perfektionist. „Gerade wenn ich Sachen aufnehme, möchte ich das komplett ohne Fehler machen. Ohne schnarrende Saiten und andere Störgeräusche. Wenn ich etwas mache, dann so, dass ich und andere voll und ganz damit zufrieden sind.“

 

Mit der Musik hat er schon als Kind angefangen. Der Legende nach haben seine Eltern seinem Cousin zum vierten Geburtstag ein Plastik-Schlagzeug geschenkt. Um sich dafür zu "rächen", bekam Marcel Rudert ein Jahr später von seinem Onkel auch ein Plastik-Schlagzeug. „Marcel hat dann Kassetten gehört und dazu getrommelt“, erinnert sich seine Mutter. Ein Jahr später bekam er ein richtiges Schlagzeug und Unterricht. „Nach zwei oder drei Unterrichtsstunden merkte ich, dass das nicht das Richtige war“, sagt der Abiturient der Wetzlarer Goetheschule. So brachte er sich das Instrument größtenteils alleine bei. Mit sechs Jahren nahm er dann Klavierstunden. „Mit ungefähr 13 Jahren kam Marcel auf einmal an und sagte: ,Mama ich bin Gitarrist.‘ Ich habe nur gesagt: Egal. Hauptsache Musik“, lacht die Liedermacherin. Mittlerweile spielt ihr Sohn Gitarre, Laute, Bass, Klavier, Schlagzeug, Banjo, Mandoline, Drehleier, Saxofon, Flöte und diverse Mittelalterinstrumente.

 

Marcel Rudert übernimmt mit Andreas Gerhard die Leitung der Musicalgruppe

 

Nach seinem Abitur hat Marcel Rudert seine Zeit ein Jahr lang ausschließlich der Musik gewidmet – um Projekte wie die CD mit seiner Mutter voranzutreiben. Außerdem ist er Mitglied in der Verantsaltungsband „The White Ties“ und der Progressive Rock Band „Ace9“. Im kommenden Jahr übernimmt er mit Andreas Gerhard die musikalische Leitung der Musicalgruppe der Goetheschule Wetzlar.

Jetzt möchte er sein Lehramtsstudium in Mathe und Musik auf Lehramt aufnehmen. „Musik macht Spaß, und deswegen mache ich sie zum Beruf", sagt er. "Aber ich will nicht nur alleine mit Musik Geld verdienen. Denn es gibt bestimmt auch mal eine Phase ohne Musik. Ich habe Angst, die Lust an der Musik zu verlieren. Dann brauche ich eine Pause, um danach mit frischer Energie weiterzumachen. Die Musik soll kein Zwang sein auf Dauer.“

 

Musik war für ihn immer Übungssache und keine Anstrengung. „Er nimmt ein Instrument in die Hand und kann es spielen“, bewundert Annette Rudert ihren Sohn. „Ich spiele einfach nur Gitarre. Das ist normal für mich“, entgegnet ihr Sohn. Erst als er Kindern beibrachte, Gitarre zu spielen, merkte er, dass es für andere nicht so einfach ist. „Da bin ich echt an meine Grenzen gestoßen: Wie bringe ich etwas bei?“ Sein Tipp: Bei vielen Menschen ist die Musik zu sehr Kopfsache geworden. Sie zählen und überlegen zu viel. Wichtiger ist es, ein Gefühl dafür zu entwickeln.

 

 


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