Eine Abteilung geht ihren Weg

VEREINSLEBEN Schach erfreut sich beim TuS Löhnberg großer Beliebtheit

Seit März gibt es die Schach-Abteilung des TuS Löhnberg. Dienstags üben die Kinder in der Schule "Auf dem Falkenflug". (Fotos: Straßheim)

An einer Tafel erklärt Marco Streubel den Kindern Spielzüge beim Schach. Diese sollen sie dann selbst in die Tat umsetzen.

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Dabei entstand das "Projekt Schach" eher zufällig. "Mein Sohn hat sich für diesen Sport interessiert. Daher habe ich für die Nachmittagsbetreuung an der Grundschule Auf dem Falkenflug eine Schach-AG angeboten", erklärt Marco Streubel. Und trotz vieler weiterer Nachmittagsangebote kamen die Kinder in Strömen. "Wir haben mit acht Kindern gerechnet, plötzlich waren es 38", blickt Streubel nicht ohne Stolz zurück.

Zwei Jahre Jahre ist das jetzt her. 38 sind zwar nicht mehr dabei, aber "30 Kinder sind immer noch eine stattliche Zahl", sagt Torsten Erbe, der Streubel unterstützt.

Jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr stehen in einem Klassenraum der Grundschule König, Dame, Türme, Springer, Läufer und Bauern im Blickpunkt.

Das Erlernte konnten die Kinder schon bei Schulwettkämpfen in die Tat umsetzen. Auf Hessen-Ebene erreichte die Grundschule sogar das Halbfinale. "Irgendwann wollten die Kinder aber weitere Duelle spielen", sagt Streubel.

Immer dienstags ab 15 Uhr üben die Talente in der Grundschule Löhnberg

Dies war ein Grund, warum er und Erbe die Schach-Abteilung ins Leben riefen, die unter das Dach des TuS Löhnberg geschlüpft ist.

Wie gut der Schach in Löhnberg ankommt, zeigt die Tatsache, dass bei den ersten "Löhnberg-Open" 60 Teilnehmer zwischen fünf und 86 Jahren im Mehrgenerationenhaus an den Start gingen. Schon zu diesem Zeitpunkt trugen die Kinder stolz ihre neuen Polo-Shirts, mit der sie ihre Vereinszugehörigkeit zum TuS Löhnberg demonstrieren.

Die beiden Betreuer legen großen Wert darauf, dass Training so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. "Natürlich wollen die Kinder am liebsten einfach nur spielen. Aber es geht uns auch darum, dass gewisse Spielzüge einstudiert und erlernt werden, um so den Horizont der Kinder zu erweitern", sagt Erbe. So beginnt das Training traditionell mit einem Sitzkreis. Dort lernen die Kinder an der Tafel weitere Regeln. Hilfreich ist auch ein Whiteboard mit einem Schachprogramm. Hier können die Kinder in Eigenregie an ihrem Spiel arbeiten und es verbessern.

Marco Streubel hat weitere Vorteile der Sportart ausgemacht: "Die Kinder sind im Spiel auf sich alleine gestellt. Dadurch lernen sie selbstständig zu sein. Außerdem müssen sie respektvoll mit dem Gegner umgehen und auch lernen, zu verlieren."

Streubel und Erbe sind davon überzeugt, dass sich durch Schach auch die schulischen Leistungen verbessern. Immerhin bräuchten die Kinder bei ihren Duellen eine Taktik, eine gute räumliche Vorstellungskraft und auch die Kommunikation wird gefördert.

Den Spielbetrieb hat die Schachabteilung bereits aufgenommen. Jeden Samstag stehen Duelle in der Kreisliga an. Dabei kann es auch mal vorkommen, dass die Kinder gegen Erwachsene spielen. Außerdem planen Streubel und Erbe, mit den Kindern an weiteren Turnieren teilzunehmen.

Und zwei weitere ehrgeizige Ziele haben sich die Trainer gesetzt. "Wir wollen auch die Erwachsenen für unsere Abteilung gewinnen", sagt Erbe. Daher bieten die beiden Übungsleiter jeden Montag Schachkurse an. Bisher hält sich die Resonanz aber noch in Grenzen. Etwa fünf Teilnehmer sind bisher dabei. Das soll sich aber ändern. Zumal das Duo hofft, dadurch noch einen weiteren Betreuer für die Arbeit mit den Kindern zu finden. "Schach ist keine Voraussetzung, sondern die Betreuung der Schüler. Da sind wir im Moment voll ausgelastet", erklärt Erb.

In die gleiche Kerbe schlägt Streubel: "Viele Vereine haben keine Kinder. Die hatten wir aber bereits 2012", sagt Streubel, ehe er mit einem Schmunzeln hinzufügt: "Bei uns ist eben alles anders."


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