Eine Band, in der alles passt

Musik  „London Ahead“ spielt Progressive Rock / Zweites Album ist in Arbeit

Pink Floyd, The Beatles, Black Sabbath ... Ihre Idole schauen der Wallauer Band London Ahead von den Wänden hinter ihnen zu. Patrick Becker, Maria Timm, Peat Pracht und Tim Debus spielen Classic und Progressive Rock. Die jungen Musiker kommen quer aus dem Hinterland. Sie verbindet die Liebe zu handgemachter Musik. (Foto: Röder)
Sängerin Maria Timm und Bassist Tim Debus von „London Ahead“ beim Auftritt auf dem Biedenkopfer Stadtfest. (Foto: Röder)
Wir verlosen zweimal das Debüt-Album von London Ahead: „Announcement“ – natürlich mit den Unterschriften von Maria Timm, Peat Pracht, Tim Debus und Patrick Becker. (Foto: Röder)
Bild 1 von 3

Der Probenraum von London Ahead im Obergeschoss eines Hauses in Wallau gleicht einer Zeitreise: Mit wachen Augen blickt Queen-Frontmann Freddie Mercury von den Postern an den Wänden herab. Neben ihm Dutzende andere musikalische Vorbilder von Maria Timm, Patrick Becker, Tim Debus und Peter-Jonathan „Peat“ Pracht: Motörhead, Pink Floyd, Fleetwood Mac ... „Das ist unsere Musik“, sagen die vier – alle sind sie Anfang, Mitte 20.

„Uns war klar, dass wir mit unserer Band in diese Richtung wollen“, sagt Peat. „Damit bin ich groß geworden.“ Gegründet wurde London Ahead schon im Jahr 2014 von Peat und Tim. „Wir haben zusammen Ausbildung gemacht“, erinnern sie sich. „Einen Tag zusammen am Band gearbeitet, da wussten wir: Das passt – lass uns Musik zusammen machen.“

Maria Timm wollte eigentlich gar nicht in einer Band singen – doch die Chemie passte

Mit zwei Mitgliedern, die heute nicht mehr bei London Ahead spielen, probte man zunächst in Marburg. „Dann kam der Wunsch nach einem zweiten Gitarristen auf“, erzählt der Holzhäuser Tim Debus. Patrick Becker, der aus Bottenhorn stammt, kannten die Musiker aus der Berufsschule. „Wir haben ihn gefragt, ob er Bock hat mit zu einem AC/DC-Konzert zu kommen.“ Der 25-Jährige hatte - und er hatte Bock, bei London Ahead einzusteigen. 2015 war das.

Die Band schien komplettiert, doch bei einer Jam-Session in Leipzig krachte es heftig zwischen den Musikern. Zwei stiegen aus. Tim, Peat und Patrick machten zu dritt weiter. Tim und Peat, der eine eigentlich am Bass zuhause, der andere am Schlagzeug, übten sich im Gesang. „Wir haben weiter Songs geschrieben und das Beste draus gemacht“, erzählen sie. „Im Nachhinein muss man sagen, dass diese Zeit sehr produktiv war“, so der Holzhäuser. Ein Großteil der Tracks des Debütalbums entstand damals Ende 2015.

Mit der Zeit wurde aber klar, dass ein Bandmitglied fehlt: die eine Stimme. „Musik ist für uns sehr wichtig“, sagt Patrick. „Und mehr als nur einmal die Woche zwei Stündchen zum Proben zusammenzusitzen.“ Deshalb musste es mit dem oder der Neuen einfach passen. Und das tat es dann mit Maria Timm. Die 22-Jährige aus Biedenkopf hat die gleichen musikalischen Vorbilder wie „ihre“ Jungs – und sie bringt die gleiche Leidenschaft mit.

„Wir haben uns über die Musikschule da capo in Biedenkopf kennengelernt“, erzählt die Studentin. „Ich hatte eigentlich gar nicht daran gedacht, in einer Band einzusteigen, habe mehr so für mich gesungen.“ Doch die Chemie passte. Nach zehn Minuten habe man sich so gut verstanden, das man ins Kino gegangen sei. Danach dann in den Probenraum. Und: „Eine Frauenstimme ist in dem Genre, das wir abdecken, eher selten. Deswegen hat das echt was“, sagt Peat. Seit Ende 2016 sind London Ahead in der aktuellen Vierer-Formation unterwegs.

Maria hat sich dann erstmal die ganzen alten Songs von London Ahead erarbeitet. „Parallel haben wir Demos aufgenommen“, so Tim. Die ersten Live-Gigs in der finalen Besetzung wurden gerockt; unter anderem im Molly Malone's Irish Pub in Marburg, dem MaNo-Festival und dem Windhoffest in Weilburg. Und es ging an die Aufnahmen des Debüt-Albums „Announcement“ im Breidenbacher Northroad Recording Studio. Erschienen ist die Scheibe im Frühjahr dieses Jahres im heimischen Independent-Label Triumphton Records.

Zehn Songs sind drauf - manche stammen noch aus der Frühphase der Band, wurden aber mit Maria am Gesang neu veredelt. „Das erste Mal im Studio war schon etwas besonderes“, erinnern sich die Mitglieder. „Das erste Mal Geld fürs Aufnehmen in die Hand nehmen, viel, viel Arbeit ... Aber es macht Spaß!“

Für März 2019 ist das Northroad Recording Studio schon gebucht. Dann sollen wieder zehn Songs für Album Nummer 2 eingespielt werden. „Diesmal nehmen wir uns auch mehr Zeit; zwei statt einer Woche“, sagt Maria.

Alle Songs von „London Ahead“ entstehen in Team-Arbeit – oft ganz spontan

Überhaupt: Live oder lieber Studio? „Beides“, sagt Patrick. „Blöd wäre es, wenn wir nur eines von beiden machen würden.“ Tim ergänzt, dass es besonders toll sei, die neuen Sachen live zu spielen und zu sehen, wie das Publikum reagiert. Im Hinterland konnte man London Ahead zuletzt auf dem Biedenkopfer Stadtfest erleben.

„Man merkt, dass die Leute meistens etwas brauchen, bis der Funke überspringt“, beschreibt Maria. „Dann geht's aber ab!“ Kein Wunder: London Ahead markieren eine Ausnahmestelle innerhalb der heimischen Live-Bands: Keine Cover, sondern progressive Eigenkompositionen, die schon mal an der Zehn-Minuten-Marke kratzen.

Ihre Songs schreiben London Ahead übrigens in Team-Arbeit. „Am besten sind die Tracks, die spontan und in relativ kurzer Zeit entstehen“, beschreibt Peat. „Meistens spielen Tim oder Patrick eine Idee vor. Daraus entwickelt sich dann alles weitere.“ Dann steuert jeder seinen Part bei – bis am Ende wieder ein neuer London Ahead-Song steht.

Wer sich einen eigenen Eindruck vom Sound von London Ahead machen will, hat als nächstes im Irish Pub Gießen (Walltorstraße 27) die Gelegenheit dazu. Dort tritt das Quartett am Abend des 27. Oktober auf.

Zudem verlosen wir zwei Mal das von allen Bandmitgliedern signierte Debut-Album „Announcement“. Wer gewinnen möchte, schreibt bis zum 15. Oktober eine E-Mail mit dem Betreff „London Ahead“ an c.roeder(at)mittelhessen.de.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2018
Kommentare (0)
Mehr aus midde