"Eine Investition in die Zukunft"

JUGENDARBEIT Caritas stellt "neues" Konzept vor / Peller: "Ich habe vollstes Vertrauen"

Testeten den Tischkicker im Jugendraum in Niederwetz (von links): Michael Peller, Thomas Vitt, Insa Deeken, Victor Derucki und Elisa Müller. (Foto: Berns)

In vielen Dingen greift die Caritas dabei auf Altbewährtes zurück, es gibt allerdings auch wichtige Neuerungen. Zunächst einmal sind es nur noch zwei Standorte, an denen der Verband in der Gemeinde tätig ist. Zu diesen gehört das gemeindeeigene Haus in Laufdorf (Im Graben 6). Dass dieser Standort in jedem Fall erhalten bleiben werde, hatte Insa Deeken, Bereichsleiterin der Caritas in Wetzlar, bereits im Januar betont.

Das Haus bietet mit drei Räumen, einem Bad und einer Küche viel Platz für die Jugendlichen. Weiterhin ist die Caritas in Niederwetz vertreten. Hier ist die Jugendpflege im Obergeschoss des alten Backhauses (Ludwigstr. 3), der Raum wurde vor circa fünf Jahren komplett renoviert und für die Jugendlichen eingerichtet. Weggefallen ist der Standpunkt in Schwalbach. „Wir haben, auch vor dem Hintergrund des Budgets das wir haben, entschieden, dass wir lieber an zwei Orten tätig sind und dort aber eine intensivere Arbeit leisten“, erklärt Insa Deeken die Aufgabe des Schwalbacher Standorts.

Das Budget, das im Haushalt der Gemeinde für die Jugendpflege vorgesehen ist, beträgt 50 000 Euro im Jahr. Zwei Jugendpfleger werden davon unter anderem finanziert. Elisa Müller, 26 Jahre, und Victor Derucki, 29 Jahre, sind die pädagogischen Fachkräfte, die für die Jugendlichen da sind.

Wichtig sei es, bei der Arbeit mit den Jugendlichen ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, sagt Derucki. Denn die Jugendpflege will nicht nur ein reines Freizeit- und Spaßangebot für Kinder- und Jugendliche bieten. Die Mitarbeiter sind auch Anlaufstelle für alle, die Sorgen und Probleme haben oder aus schwierigen Familienverhältnissen kommen. „Da gehören die klassischen Probleme, die Jugendliche in der Pubertät haben, genauso mit dazu, wie übermäßiger Alkohol- oder Drogenkonsum“, sagt Derucki. Müller ergänzt: „Mobbing an der Schule, oder überhaupt Schulprobleme sind für viele auch ein Thema.“

Ein niedrigschwelliges Angebot auch und gerade für die, die keine Lust haben, sich einem Verein anzuschließen, Begleitung beim Erwachsenwerden, Sozialverhalten fördern, Entwicklung und Selbstentfaltung stärken, Krisenintervention und noch vieles mehr, das sind die klassischen Angebote einer offenen Jugendarbeit für die der Caritasverband Lahn-Dill-Eder steht.

„Wir wollen die Jugendlichen aus allen Ortsteilen einbinden“

Es sind erprobte Konzepte, die der Verband auch in anderen Gemeinden anwendet, beispielsweise in Mittenaar und Driedorf. Dort ist die Caritas ebenfalls für die Jugendpflege zuständig.

In Schöffengrund wurde dieses Konzept auch praktiziert, allerdings wohl nicht gut genug kommuniziert, denn zum Juni 2016 hatte die Gemeinde den Vertrag mit dem Anbieter aufgekündigt.

Die Wogen haben sich mittlerweile längst geglättet. Vertreter der Caritas und der Gemeinde werden in Zukunft einen regelmäßigen Informationsaustausch pflegen. Kürzlich besichtigte der Sozial- und Kulturausschuss die Räumlichkeiten in Laufdorf und Niederwetz. Bei dieser Gelegenheit stellten die Mitarbeiter auch das Konzept vor.

Die Ausschussmitglieder seien mit dem Konzept zufrieden gewesen, berichteten sowohl Insa Deeken als auch Bürgermeister Michael Peller (FWG). Peller betonte beim Ortstermin noch mal, dass die Investition in die Jugendpflege auch eine Investition in die Zukunft sei. Außerdem sagte er: „Ich habe vollstes Vertrauen in die Arbeit der Caritas.“

Gemeinsam mit dem Ausschuss strebt die Caritas bei der Jugendarbeit auch eine Zusammenarbeit mit den Schöffengrunder Vereinen an. Dafür, so lautet eine erste Idee, soll es ein Treffen mit allen geben. Ferner will die Caritas die Jugendpflege in Schöffengrund auch stärker bekannt machen und zwar an den weiterführenden Schulen in Braunfels und Wetzlar genauso wie über das Internet. Hier will auch die Gemeinde mithelfen und Ankündigungen mit auf ihrer Homepage veröffentlichen. Trotz allem gibt es auch noch Punkte, an denen die Caritas arbeiten will. So sei die Arbeit in Schöffengrund wegen der weitläufigen Struktur der Gemeinde teilweise etwas schwieriger. „Wir wollen ja die Jugendlichen aus allen Ortsteilen einbinden“, sagte Thomas Vitt, Abteilungsleiter Jugendarbeit und Schule bei der Caritas. Vitt strebt auch ein geschlechterspezifisches Angebot an. Das Verhalten von Jungen und Mädchen in diesem Alter sei anders, wenn sie in getrennten Gruppen etwas unternähmen, Gespräche könnten beispielsweise konzentrierter geführt werden. Doch auch hier müsse die Caritas noch ein Konzept für die Gemeinde erarbeiten. Derzeit ist der Jugendraum in Laufdorf dienstags von 14 bis 17 Uhr und freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der in Niederwetz ist montags von 15 bis 19 Uhr offen. Ein Sport- und Spieleangebot für Kinder ab neun Jahren bietet die Jugendpflege derzeit jeden Dienstag von 17.30 bis 19 Uhr in der Sporthalle in Schwalbach an.


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