Eine Stadt zum Verlieben

Video  Mit anderen Augen sehen

Ihre Videos und Fotos sind auf „Facebook“ sehr beliebt: Alicja Kozlowska ist die Frau, die Dillenburg mit anderen Augen sieht. (Foto: Kozlowska)
„Dillenburg mit anderen Augen“: die „Facebook“-Seite von Alicja Kozlowska. (Screenshot: Kiehl)
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„Dillenburg mit anderen Augen“ heißt ihre Seite auf Facebook, die sich im weltweiten Netz großer Beliebtheit erfreut. Über 41 000 Mal wurde eines ihrer Videos auf der Facebook-Seite bereits angeklickt. „Dillenburg ist eine Stadt zum Verlieben“, sagt die 23-Jährige. Wer ihr rund 14 Minuten langes Porträt der Oranierstadt angeschaut hat, weiß am Ende auch warum: Herrliche Fachwerkfassaden, verwunschene Gässchen, ein Paradies für Wanderer – und, entgegen zahlreicher Unkenrufe – auch eine Stadt, in der durchaus etwas los ist. Alicja Koslowska beleuchtet Dillenburg aus unterschiedlichsten Perspektiven und lässt die Einheimischen staunen.

„Wow! Hab beinahe meine Heimatstadt nicht wiedererkannt!“, hat beispielsweise eine Dillenburgerin das Video kommentiert. Eine andere schreibt: „Ein tolles Video. Macht ein bisschen stolz, hier zu wohnen.“

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„Viele Leute schreiben gute Kommentare“, freut sich die 23-Jährige. „Manche Leute glauben allerdings, es handele sich um die offizielle „Facebook“-Seite der Stadt. Die beschweren sich dann schon mal über volle Mülleimer oder ähnliches.“

An ihrer Liebeserklärung für Dillenburg hat die Fotografin vier Wochen gearbeitet

„Ich lebe seit drei Jahren in Dillenburg und sehe Dinge, die andere hier in 30 Jahren nicht sehen“, nennt die junge Frau das Geheimnis ihres Erfolges. Wer beispielsweise das Foto von Heuslers Weiher auf ihrer Seite anschaut, weiß, was sie meint. Es ist der Blick der professionellen Fotografin, der dem Betrachter ihrer Arbeiten die Augen für die Schönheiten der Region öffnet.

Alicja Kozlowska hat Fotografie an der angesehenen Hochschule Wielkopolska Szkola Fotografii in Posen studiert und ist Diplomfotografin. Mit ihrer Canon-Kamera ist sie fast jeden Tag in und um Dillenburg unterwegs. „Ich habe rund einen Monat an dem Video gearbeitet“, sagt die 23-Jährige. Dabei seien vier Stunden Film zusammengekommen. Das ganze Material auf die 14 Minuten zu reduzieren, sei eine echte Herausforderung gewesen. Für Schnitt und Montage zeichnet ein polnischer Freund, Patryk Paciorek, verantwortlich.

Eigentlich sind 14 Minuten für ein Video im Netz zu lange. Dank der pfiffigen Schnitte, der herrlichen Bilder und dem gerade richtigen Tempo, das Dynamik erzeugt ohne Hektik zu vermitteln, bleibt der User dran, will den Film einfach bis zum Ende sehen.

Dass so oft abfällig über Dillenburg gesprochen wird, kann Alicja nicht verstehen. Dillenburg sei eine Stadt, die gerade auch für Urlauber eine Menge zu bieten habe. „Ich hatte drei Tage lang Gäste. Wir hatten nicht die Zeit, alles zu gucken, was ich wollte.“

Seit ein paar Tagen ist ein Video aus dem Spiegelzelt auf dem Schlossberg online. Wieder eine Arbeit, die sich buchstäblich sehen lassen kann. Über 600 Menschen haben sich den etwas anderen Blick auf das Konzert der „Queenz of Piano“ bereits angeschaut.

Die Idee für das nächste große Projekt ist schon geboren. Was es sein wird, verrät Alicja noch nicht. Aber schon mal so viel: „Es geht um ein ganz spezielles Dillenburger Thema.“ Man darf gespannt sein. „Dillenburg mit anderen Augen“ – eine Seite, auf der man regelmäßig vorbeischauen und sich ein wenig Zeit nehmen sollte. Es lohnt sich!


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