Erfahrungen fürs Leben sammeln

AUSLANDSJAHR Valerija Trikos aus Weilburg ist Au-Pair-Mädchen in den USA

Valerija Trikos hat Reisen und Babysitten verbunden. (Foto: privat)

Die 19-Jährige wollte schon immer in die Staaten. Im August 2015 war es soweit: Sie packte ihre Koffer und flog ans andere Ende der Welt. „Ich liebe Kinder, und Amerika hat mich schon immer interessiert, also habe ich beides verbunden und mich als Au Pair beworben.“ Trikos wollte nach dem Abitur eine Verschnaufpause einlegen. „Ich war noch nicht bereit für ein Studium und wusste nicht genau, in welche Richtung es für mich gehen sollte. Also nutzte ich mein Jahr als Au Pair zum Nachdenken.“

Allerdings bedarf es an Vorbereitung, Trikos durchlief einen langen Bewerbungsprozess. Das Vorstellungsgespräch erfolgte über Skype. „Bei meinem Jobinterview mit der Hostfamily wurde genau nachgefragt. Die wollten zum Beispiel wissen, was ich in meiner Freizeit mache und welche Unternehmungen ich mit den Kindern geplant habe“, erklärt sie. Um Erfahrung im Umgang mit Kindern zu sammeln, absolvierte sie ein Praktikum im Kindergarten, trainierte Kinder im Tanzverein und passte auf ihre kleine Cousine auf. Die Zeugnisse und neutralen Bewertungen musste sie mit einreichen.

„Ich bin in dem Jahr erwachsen geworden“

Die Freude war groß, als Valerija Trikos sich ins Flugzeug nach Texas setzte. Doch diese Euphorie sollte nicht lange anhalten, denn ihr Start war alles andere als positiv. „Nach nur einer Woche in Amerika verließ meine Hostfamily das Au-Pair-Programm. Ich musste ins Rematch“, erläutert die Abiturientin. „Rematch“ heißt, dass schnellstmöglich eine neue Gastfamilie her muss. Sie hatte Glück. „Innerhalb kürzester Zeit fand ich eine neue Familie.“

Von Texas ging es nach Chappaqua, 50 Minuten von New York entfernt. Mit der neuen Familie lief es auf Anhieb gut. Aber das ist nicht die Regel, denn vielen Au Pairs erging es anders. „Ich habe einige kennengelernt, die Pech mit ihren Hostfamilys hatten und früher nach Hause mussten.“

Ein typischer Tag begann für das junge Au Pair um 8 Uhr. Zu ihren Aufgaben zählte nicht nur Babysitten, sondern auch Kochen, Wäsche waschen und „den Kids hinterherräumen“. Ihr wöchentliches Gehalt von 200 Dollar sparte sie und gab es für Wochenendtrips aus.

Dank ihrer Erfahrungen habe sie an Reife, Selbstständigkeit und Offenheit dazugewonnen. „Ich würde sagen, dass ich durch mein Gap Year erwachsen geworden bin“, sagt Trikos. (alu)


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