Erinnerungen bleiben im Kopf

MUSIK  Intimes Freiluft-Konzert mit Gregor Meyle auf dem Hofgut

Gregor Meyle und seine Band sind am Donnerstagabend im Hofgut Dagobertshausen aufgetreten. Es war das erste Freiluft-Konzert, bei dem das gesamte Gelände des Hofs genutzt wurde. Rund 1000 Menschen kamen. (Foto: Adel)
1000 Zuhörer und doch ein intimes Konzert: Gregor Meyle hat am Donnerstag seine innige Liebe zum Hofgut Dagobertshausen bestätigt. (Foto: Adel)
Mit den richtigen Getränken und der passenden Kleidung konnte der Regen den Konzertspaß nicht mindern – und nach knapp 20 Minuten war es auch schon wieder von oben trocken. (Foto: Adel)
Sängerin Laura Bellon ist Gregor Meyles Sidekick. (Foto: Adel)
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Meyles Musik passt in die Atmosphäre des Abends. Sie lädt ein, sanft mitzuwippen, hin und wieder mal im Takt zu klatschen und natürlich auch mitzusingen.

Dass der Sänger sich wohlfühlt im Hofgut, ist kein Geheimnis. In der Kulturscheune ist er schon vor zwei Jahren vor 300 Fans aufgetreten, mit Helene Fischer hat er 2017 für den Fernsehsender Vox gedreht, mehrmals im Jahr kommt er für Proben, und 2015 hat er in Dagobertshausen geheiratet. Und nun hat er das erste Freiluft-Konzert auf der großen Freifläche gespielt.

Dass Minuten vor Konzertbeginn entgegen der Wettervorhersagen strömender Regen einsetzt, tut der Stimmung vor der Bühne keinen Abbruch. Wer keinen Schirm dabei hat, nutzt Mülltüten als Wasserschutz und konzentriert sich ganz auf die Musik.

Gregor Meyle spielt Altes und Neues, erzählt Geschichten zu den Liedern und sorgt von Beginn an für eine intime Atmosphäre – und das trotz der großen Besucherzahl. Für die Nähe sorgt auch, dass keine störenden Absperrungen zwischen Band und Publikum stehen, wie sie sonst üblich sind. Die Zuhörer nutzen die große Fläche aus, etwas abseits der Bühne herrscht das gemütliche Flair einer Gartenparty.

Das Finale spielen Gregor Meyle und seine Band inmitten der Zuhörer

Natürlich singt bei „Keine ist wie Du“ jeder mit, vereinzelt flackern sogar die selten gewordenen Feuerzeuge auf. Verträumte Geigen-Soli, sanfte Bläser-Teppiche und dazu die Akustik-Gitarre vermitteln Wohlfühl-Flair. Die Lautstärke ist insgesamt für Konzert-Verhältnisse zurückgedreht, aber ausreichend. Kurz vor 21 Uhr muss zum Schutz der Anwohner allerdings völlige Ruhe herrschen. Die Band geht kurz vorher noch mal mitten ins Publikum und spielt wirklich leise Klänge – unplugged ist in dem Fall tatsächlich wörtlich zu verstehen.

Es sei das „gemütlichste Open-Air-Konzert“ von Meyles Tournee, schreibt Hofgut-Betreiberin Vila Vita. Dafür sorgte auch eine Vielzahl an Essens-Stationen und Getränke-Ständen, die über das gesamte Hofgut verteilt waren. Festival-Flair mit Cocktails und Landbier aus Steinkrügen – auch das ist ungewöhnlich und vervollständigte das besondere Flair.

Zum Schluss bittet der Mann mit Brille und Hut, das Konzert im Kopf zu behalten und nicht auf dem Smartphone: „Lasst das Telefon für zwei Minuten in der Hosentasche. Die schönsten Erinnerungen hast Du hier oben auf der Festplatte“, sagt er und zeigt auf seinen Kopf.

Stimmt – im Kopf wird die Erinnerung sicherlich dauerhaft bleiben. Bleibt zu hoffen, dass das Hofgut sein Grundstück noch für weitere Open-Air-Konzerte öffnet.


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