Erst Metal, jetzt Reggae-Hop

RAPPER Sascha Erhardt macht als Divide Musik mit Botschaft

Im Oktober will Sascha Erhardt den Nachfolger des im Mai erschienen "Camino Marley 2" veröffentlichen. (Foto: privat)

Seine musikalischen Wurzeln liegen im Metal und Terror Thrash, seit 2009 macht Sascha Erhardt als Divide seine ganz eigene Mischung aus Hip Hop und Reggaeton. (Foto: Röder)

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Mit 18 Jahren fing Sascha Erhardt an, Musik zu machen. Mit einem Freund, den er während seiner Maurerausbildung kennengelernt hatte, spielte er harten und rauen Metal in der Schnittmenge zwischen Terror Thrash und Death Metal. Zwei Alben entstanden so. Dann brauchte der gebürtige Ludwigshütter eine Auszeit. "Metal wurde mir zu eintönig. Ich habe etwas Neues gesucht." 

Seine Suche währte über sieben Jahre. In denen kehrte Erhardt der Musik allerdings nie den Rücken. "Es sind bestimmt zehn Alben entstanden - nur für mich", blickt er zurück. 2012 kam ihm in einem sehr persönlichen Tief die Idee einer "Trilogie zur Selbsttherapie". Die Album-Reihe "Camino Marley" ward geboren.

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"Armut und Reichtum, Leben und Tod - all das liegt auf den Philippinen so dicht beieinander"

"Diesen Januar war ich als Entwicklungshelfer auf den Philippinen", erzählt Erhardt. Die Erlebnisse und das, was er dort sah, haben ihn geprägt. "Armut und Reichtum, Leben und Tod - all das liegt dort so dicht beieinander", erzählt der Musiker. "Mich hat es beeindruckt, dass es dort Menschen gibt, die wenig bis nichts besitzen und trotzdem gerne teilen und fröhlich sind." Aus diesen Erlebnissen und einer Pilgerreise zum Jakobsweg zog Erhardt neue Kraft und Inspiration für "Camino Marley 2", das er im Mai dieses Jahres veröffentlicht hat.

"Ich möchte mit meiner Musik eine Botschaft der Liebe und des Friedens verbreiten", sagt Erhardt. "Meine Musik hat eine durch und durch positive und persönliche Botschaft." Denn: "Ich mache nur Musik, hinter der ich zu 100 Prozent stehen kann." Angereichert wird Divides Musik mit Sozialkritik. "Mir ist es allerdings wichtig, dass das alles nicht 08/15 ist, sondern authentisch."  Ein besonderes Anliegen sieht der Biedenkopfer darin, dass seine Zuhörer etwas aus seiner Musik mitnehmen. "Ich möchte, dass es vielleicht die Musik und die Beats sind, die im Kopf bleiben - und der Zuhörer deswegen auch über die Texte nachdenkt." 

Verpackt ist die Message des Künstlers in einen musikalischen Stilmix aus Reggae, Reggaeton und Hip Hop. "Ich denke ungern in Genreschubladen", sagt Erhardt. Aufgewachsen ist er mit Crossover-Bands wie Cypress Hill und Limp Bizkit. Hören tut er aber "fast alles": von Johnny Cash bis Bob Marley, auf den auch der Albumtitel anspielt. "Egal, welches Genre es ist. Bei guter Musik müssen einfach die Emotionen und die Message stimmen", meint Erhardt.

Inspiration findet der 29-Jährige vor allen Dingen auf Reisen und bei Begegnungen mit anderen Menschen. "Ich reise auch gerne in Ecken, in denen Missstände ganz offen zutage treten", erklärt Erhardt. Bei solchen Reisen sei ihm selbst klargeworden, was ihm im Leben wichtig ist: "Die Leute um mich herum, meine Freunde, meine Partnerin, Familie."

Inspiration findet der 29-Jährige auch darin, in dem er festhält, was auf der Welt alles schief läuft. "Die Skrupellosigkeit der Menschen, Kriege, Materialismus ..." Erhardt nimmt als Divide all dies und verpackt es in seine positive Message. "Ich bin absoluter Pazifist und möchte mit meiner Musik friedlich die Faust gegenüber diesen Missständen heben."

Der Entstehungsprozess eines neuen Albums lässt sich dann auch nicht auf eine einfache Formel herunterbrechen. "Mal dauert sowas ein Jahr, mal vier, fünf Monate. Das ist ganz unterschiedlich", so Erhardt, dessen Künstlername Divide übrigens von dem Lateinischen "Divide et impera" ("Teile und herrsche") stammt. "Herrschen" möchte Erhardt allerdings nicht. "Ich will bei meiner Musik gar nicht im Rampenlicht stehen", sagt er. "Mir ist es nur wichtig, dass ich meine positive Botschaft teile."

Am liebsten würde Erhardt dies gemeinsam mit einer Studio- und Live-Band tun. Derzeit ist er auf der Suche nach Mitstreitern, die seine Message teilen und mit ihm auf der Bühne stehen wollen.

Sein neues Album "Camino Marley 3" soll voraussichtlich im Herbst erscheinen. Die ersten Songs stehen schon. Zu einem Track - "Alles soll so bleiben" - wird derzeit ein Video produziert.

Weitere Infos auf www.facebook.com/divide.musik und unter www.divide-musik.com.


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