Erstwähler wollen Lösungen

POLITIK  Kandidaten treffen Schüler

Matthias Büger. (Foto: Glotz)
Cirsten Kunz. (Foto: Glotz)
Willi Wagner. (Foto: Glotz)
Caroline Krohn. (Foto: Glotz)
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Wer als Politiker zwei Schulklassen beruflicher Gymnasiasten vor sich hat, dazu je eine Klasse Elektrotechniker, Metalltechniker, Dachdecker und Berufskraftfahrer – zusammen mehr als 120 Wahlberechtigte – der darf sicher sein, dass er zum künftigen Rückgrat des Lahn-Dill-Kreises spricht, zur gesellschaftlichen Mitte. Zu genau jener Gruppe, die ein Politiker an sich und seine Partei binden will.

Wichtige Aufgabe also für Caroline Krohn (Grüne), Cirsten Kunz (SPD), Matthias Büger (FDP) und Willi Wagner (AfD), die am Montag auf Einladung der Schülervertretung und unter Moderation von Numan-Can Akinti und Sandro-Riccardo Find erstmals aufeinandertreffen.

Vier Fragen hatten die Schüler im Politikunterricht vorbereitet – und im Anschluss noch eigene weitere im Gepäck. Was die jungen Erwachsenen deutlich fordern: Lösungen. Wer an diesem Morgen eindeutige Antworten gibt, bekommt Applaus – wer auf Allgemeinplätze ausweicht, wird kaum beklatscht. Das gilt parteiübergreifend – Präferenzen der Schüler sind kaum zu erkennen.

Das merkt Caroline Krohn als Erste. Wie Flüchtlingen die schulische Integration gelingen könne, fragen die Moderatoren. Sie sagt, viele Grüne würden sich auch privat für Flüchtlinge engagieren, Bildung, Sprache und Kultur seien wichtig. Darüber hinaus müssten Probleme individuell betrachtet werden. Besser kommt da Kunz an: Es brauche mehr Lehrer, mit festen Verträgen und langfristigen Perspektiven. Noch hänge zu viel am Engagement einzelner Schulen – das Land sei gefordert.

Beim Thema Wohnraum sieht Willi Wagner den Staat in der Pflicht, Sozialwohnungen zu schaffen und auch den Ausbau von Straßen zu finanzieren. Krohn will beim Wohnen stets auch die Mobilität mitdenken – und ist damit fast beim Thema Diesel, das die oft mit dem Auto zur Schule pendelnden Schüler brennend interessiert. Hier geht der Applaus vor allem an den bekennenden Diesel-Fahrer Matthias Bürger und an Wagner, der Fahrverbote kategorisch ablehnt.

Die vielleicht überraschendste Erkenntnis fördert die schüchterne Frage einer jungen Frau zutage: Wie sie es denn mit der Legalisierung von Marihuana halten würden? Überraschung in den Politiker-Gesichtern – dann viermal das Bekenntnis: Wenn es nach ihnen geht, gerne.


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