"Fatzke": Das erste Album kommt im Juni

MUSIK Mitglieder der Band sprechen über Tour-Erlebnisse und weitere Pläne

Die Weilburger Band "Fatzke" bietet ihrem Publikum "punklastigen Poprock". (Foto: Beckstage Photography)

Wohin überall hat diese Tour die Band geführt?

Gunnar Zettl: Beginn der Tour war das Benefizkonzert am 12. September in Weilburg und daraufhin wurde der Radius immer größer. Wir sind bis nach Österreich und Norddeutschland gekommen. Die Abläufe sind eigentlich immer gleich, man fährt mit dem Auto dorthin, checkt im Hotel ein, baut auf, isst, trinkt, spielt das Konzert und trinkt danach noch mehr. Von den Städten sehen wir eigentlich nicht viel. Wir haben immer ungefähr ein Konzert pro Wochenende gespielt.

Dennis Heun: Unsere ersten zwei Konzerte waren Doppelshows, da haben wir Freitag und Samstag gespielt.

Sebastian Guthardt: Insgesamt müssten es seit September 13 Shows gewesen sein.

Was waren besonders tolle Erlebnisse auf der Tour und in welchen Locations wurde gespielt?

Zettl: Zusammen mit "RoadRage" waren wir in Österreich, dorthin haben uns die Jungs von "Holy Holes" eingeladen, die letzten Samstag mit uns im Kanapee gespielt haben. Mit "Road Rage" haben wir sowieso die meisten unserer Konzerte gespielt. Dann haben wir mit einer coolen Band aus der Schweiz gespielt, "Lyvten" heißen die. Das war für uns ganz cool, denn wir haben zusammen in einem recht legendären Laden in Wiesbaden gespielt. Und der Sänger der Band, Thorsten Polomski, war früher Sänger bei den "Bubonix" aus Limburg, wo wir als Teenies schon aufs Konzert gegangen sind - dann mit Thorsten mal zusammen ein Konzert zu spielen, hat echt Spaß gemacht.

Heun: Was mir aufgefallen ist, ist, dass auch viele ältere Leute oder Leute, die wir gar nicht kennen, zu den Konzerten kommen, denen unsere Musik gefällt. In Gießen, das fand ich ganz witzig, kam eine ältere Dame zu mir - die wird so 50 gewesen sein - und sagte nach unserem Auftritt zu mir "Ich hasse Punk, aber ihr wart so geil" und sie konnte gar nicht mehr aufhören, zu tanzen. Das fand ich echt witzig, dass man auch Leute, die die Musik sonst gar nicht hören, trotzdem damit anspricht.

Was auch wichtig war, war das Konzert in Gießen mit den Jung von "In Hessen sagt man Gude". Das war auch wieder eine wohltätige Aktion für Flüchtlinge.

Wie war die Abschlussshow im heimischen Kanapee?

Guthardt: Kanapee war sehr schön: Wir hatten gar nicht mit so vielen Leuten gerechnet und im Endeffekt hatten wir 100 zahlende Gäste plus um die 20 Leute, die uns freiwillig geholfen haben. Zusammen mit den Bands hatten wir dann über 130 Leute im Kanapee und die Stimmung war Bombe, wir hatten, glaube ich, alle viel Spaß an dem Abend. Es ist alles super gut gelaufen und das war auch wichtig, weil es Tobis Abschied war, denn er geht jetzt für ein paar Monate nach Australien.

Tobias Völzel: Ich komm aber wieder.

Zettl: Die Jungs von "Holy Holes" haben am Anfang gespielt, die machen Stoner Rock, und die Musik von "Revolte Tanzbein" ist eine Mischung aus Ska-Punk, Polka und Balkan. Wir haben unseren typischen Punkrock gespielt. Ich denke, das war ein ganz toller Mix an dem Abend und es war eine gute Gelegenheit, auch mal Bands nach Weilburg zu holen, die man hier nicht kennt, weil sie sonst nicht so oft hier im Umkreis spielen.

Dieses Jahr kommt ja das erstes Album von "Fatzke". Was erwartet die Fans da?

Guthardt: Alles hat erstmal so angefangen: Wir haben Ende des letzten Jahres eine Facebook-Umfrage gestartet und haben Vorschläge gemacht, wie unser Album überhaupt heißen soll. Dann haben wir unsere Facebook-Fans durch Kommentare über den Namen abstimmen lassen. Da sind wir bei dem Titel "Auf ein Wort" gelandet.

Was bedeutet der Titel?

Zettl: Wir sehen uns ja nicht direkt als politische Punkband, sondern wir machen einen bisschen punklastigeren Poprock. Und außer, dass wir uns auf der EP mit "Du bist nicht das Volk" (in dem sich die Band kritisch gegenüber rechten Einflüssen positioniert, Anm. d. Red.) klipp und klar politisch geäußert haben, passiert das sonst in unseren Liedern auf der EP eher weniger. Jetzt haben sich kritischere Texte aber doch summiert und wir äußern uns auf unserem Album eher gesellschaftskritisch.

Heun: Die Songs sind alle aus unserer Sicht geschrieben und wie wir über diese Themen denken. Wir wollen dabei nicht wie die Prediger rüberkommen und den Leuten 'was vorschreiben, sondern es ist einfach unsere Meinung, und wer die teilt, findet uns vielleicht ganz gut.

Wie sehen die sonstigen Pläne der Band für 2016 aus?

Zettl: Wir nehmen jetzt alle Anfragen für Gigs an, die zeitlich passen. So sind wir zum Beispiel Mitte April mit "Paramagnet" noch mal in Hameln. Sonst warten wir auf die Festivalsaison und bis Tobi wieder da ist.

Wie soll er bei den kommenden Gigs ersetzt werden?

Völzel: Wir haben zwei Drummer, die einspringen, und die Jungs sollen einfach schauen, mit wem sie besser klar kommen. Das ist mir auch ganz recht, ich bin da nicht eifersüchtig. Ich bin ja eh durch nichts zu ersetzen.

Heun: Nach dem Sommer geht es wieder rund bei uns.

Zettl: Zumal das letzte Jahr auch wirklich intensiv für uns war: Wir haben uns im Januar erst gegründet, haben dann in einem halben Jahr unsere Songs geschrieben, fünf davon aufgenommen und im Juli angefangen, Konzerte zu spielen. Somit hatten wir auch ein ziemlich straffes Programm von zwei bis drei Proben pro Woche, den Gigs am Wochenende, Songwriting und jetzt zuletzt auch den Aufnahmen im Studio. Deshalb passt das ganz gut, dass jetzt auch mal Ruhe einkehrt.


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