Feiern haben sich geändert

SOZIALES Jugendschutzteam ist seit zwei Jahren im Landkreis unterwegs

Setzen sich ehrenamtlich für den Jugendschutz ein: Martin Kaiser vom Jugendamt des Landkreises (von links), Bastian Hoffmann, Michael Bender, Kathrin Tschernich, Maria Ferri und Jennifer Hocke. (Foto: Schindler)

Seit zwei Jahren gibt es das Jugendschutzteam des Landkreises Limburg-Weilburg, das mit dem Hessischen Präventionspreis ausgezeichnet wurde. Bei vier Großveranstaltungen waren die zehn Jugendschützer in diesem Jahr unterwegs.

Ziel des Teams ist es, exzessivem Alkoholkonsum von Jugendlichen und dem damit einhergehenden Problem von Vandalismus, Gewalt und Komatrinken entgegenzuwirken.

Die Veranstaltungen haben sich geändert. "Vor 30 Jahren war da ein Onkel, der seinen Neffen darauf hingewiesen hat, welche Dinge beim Feiern nicht in Ordnung gehen", sagt Bastian Hoffmann. Die Jugendschützer wollen nicht mit erhobenem Zeigefinger zu den Jugendlichen gehen, sondern wie ältere Geschwister wirken. "Wir wollen nicht den Spaß am Feiern nehmen, sondern zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol sensibilisieren", erklärt Martin Kaiser. Er ist vom Amt für Jugend, Schule und Familie des Landkreises und betreut das Projekt hauptamtlich.

Das Team setzt sich zusammen aus ehrenamtlichen Helfern, der Polizistin Katja Leischner und mindestens einem Sanitäter. Ende Februar haben acht Jugendschützer rund 90 Jugendliche bei der Faschings-Disco "Hexenkessel" in Elz angesprochen. Zugang zu den Jugendlichen finden die Teamer über Gummibärchen und farbige Bändchen mit dem Spruch "Lieber cool dabei als voll daneben." Die Idee komme von den Festival-Bändchen, die sich seit Jahren großer Beliebtheit erfreuen.

Die Helfer kommen mit den Jugendlichen ins Gespräch

"Damit kommt man dann auch ins Gespräch mit den Jugendlichen. Wir fragen, wie es ihnen geht", sagte Hoffmann. Nachdem der erste Kontakt hergestellt ist, schauen die Jugendschützer, welchen Alkohol die Jugendlichen bei sich haben. Sind die Jugendlichen zu jung für die Getränke, nehmen die Teamer diese an sich oder bitten die Jugendlichen, sie selbst wegzuschütten. Den Jugendschützern ist es wichtig, sich von Polizei und Security abzugrenzen. "Wir wollen helfen, bevor es zu spät ist. Wir klären vorher auf", sagte Hoffmann.

Ihren größten Einsatz hatten die Jugendschützer beim ersten Mai-Fest in Dietkirchen, zu dem über tausend Besucher kamen. "Ursprünglich war das ein kleines Fest von Kirmesburschen. In den letzen fünf Jahren gibt es aber immer wieder Probleme mit Alkohol", sagte Hoffmann.

Viele Jugendliche kommen zu Fuß und mit Bollerwagen zu dem Fest. "Genau da wollten wir ansetzen und nicht erst in Dietkirchen, wenn der Alkohol bereits getrunken ist." Bereits um neun Uhr trafen sich die Jugendschützer und sprachen rund 300 Jugendlichen an beliebten Treffpunkten wie dem Elzer Hirtenplatz, dem Limburger Schwimmbad oder dem Offheimer Bürgerhaus an. In Dietkrichen war die Polizei mit rund 50 Einsatzkräften anwesend. "Wir haben die Jugendlichen darauf hingewiesen und gefragt, ob sie Ausweise dabei haben", sagte Hoffmann. Diese Ratschläge des Jugendschutzteams wurden wohlwollend aufgenommen. "Einige Jugendlichen ließen sich sogar ihren Ausweis nachbringen."

- Wer sich für eine Mitarbeit interessiert, erhält bei Martin Kaiser vom Jugendamt des Landkreises Informatione nunter Telefon: (0 64 31) 29 63 41 oder per E-Mail an m.kaiser(at)limburg-weilburg.de.


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