"Freiwillige bringen frischen Wind in unsere Einsatzstellen"

BILDUNG Nachfrage für Freiwilliges Soziales Jahr bei Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg sinkt / Freiwillige für Bildungsjahr 2017/2018 dringend gesucht

Gemeinsam voneinander profitieren - Mitarbeiter und Freiwillige der Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg. (Foto: Kuhlmann)

"Ein Freiwilliges Soziales Jahr hilft jungen Menschen dabei, sich persönlich und beruflich zu orientieren", sagt Heidrun Schneider, Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg.

Freiwillige könnten nicht nur die eigene Sozialkompetenz fördern, sondern auch den Arbeitsalltag in einem gewissen "Schonraum" kennenlernen.

Die Vorsitzende schätzt an den jungen Mitarbeitern zudem besonders: "Sie bringen frischen Wind in unsere Einsatzstellen und gehen offen und unvoreingenommen auf andere Menschen zu."

Noch 20 freie Stellen zu vergeben

Auch Nina Sprenger, stellvertretende Leiterin des Teams Freiwilligendienst bei der Lebenshilfe, weiß, wie wichtig Freiwillige für die verschiedenen Einrichtungen sind: "Sie begegnen Menschen mit Behinderung ohne therapeutischen Blick." Das mache sie so wertvoll für die Lebenshilfe.

Doch ist es nicht nur der Verband, der von dem sozialen Bildungsjahr profitiert: "Ehemalige Freiwillige melden sich häufig noch nach vielen Jahren und erzählen, wie positiv sich das FSJ auf ihr Leben ausgewirkt hat", freut sich Schneider. Ein Großteil arbeite oder engagiere sich heute noch im sozialen Bereich.

Trotz beidseitig positiver Resonanz gehe die Nachfrage für ein FSJ zunehmend zurück. Wo die Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg 2013 noch 32 Freiwillige beschäftigte, sind es im laufenden Jahr 24. "In Spitzenjahren hatten wir sogar über 40 Freiwillige", erinnert sich Schneider.

Im kommenden Bildungsjahr habe die Lebenshilfe zunächst 25 Plätze angesetzt. Fünf davon seien bisher vergeben, 20 freie Stellen hingegen noch zu besetzen: "Offen sind aktuell sechs Stellen im Wohnbereich, zehn in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung und vier in unseren Kinder- und Familienzentren", teilt Vorstandsassistentin Sandra Weber mit.

Auch wenn der Trend der vergangenen Jahre zeigt, dass der Großteil der Bewerbungen meist kurzfristig eingeht, möchte Petra Messerschmidt vom Personalwesen junge Menschen ermutigen, sich rechtzeitig vor August zu melden: "Wer sich früh für ein FSJ bewirbt, hat auch eine größere Auswahl bei den Stellen." Wer dennoch spät dran ist oder als Studienabbrecher einsteigen will, kann aufatmen, denn der Einstieg in den Freiwilligendienst ist jederzeit möglich. Neben praktischen Erfahrungen in den Einrichtungen und dem Erlernen von pädagogischem Grundwissen während der 25 Bildungstage besteche ein FSJ auch in finanzieller Hinsicht: "Neben monatlich 375 Euro Taschengeld bekommen Freiwillige Kindergeld und sind sozialversichert", sagt Messerschmidt.

Informationen zum Bundesfreiwilligendienst in Hessen und aktuellen Stellenangeboten für das Bildungsjahr 2017/2018 gibt es im Internet unter www.fsj-hessen.de oder www.bundes-freiwilligendienst.de. (ack)


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