Gegen den Fremdenhass antanzen

ENGAGEMENT Jusos wollen mit Konzert auf Flüchtlingspolitik aufmerksam machen

Tanzen für Toleranz: Über die Malteser sind 15 im Landkreis lebende Flüchtlinge zum Konzert in die Limburger Rockarena gekommen. (Foto: Schindler)

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Die Jusos, SPD-Nachwuchsorganisation, beschäftigen sich derzeit mit den Themen Fremdenhass und Flüchtlingspolitik. Zwei Ereignisse in Limburg haben die Jusos dazu veranlasst, das Thema mit einem Konzert aufzugreifen: die Tötung eines obdachlosen Mannes aus Ruanda in einer städtischen Unterkunft in Limburg mit mutmaßlich fremdenfeindlichen Hintergrund und das Gerichtsurteil gegen einen heimischen Pädagogen, der Nazisymbole auf Laternen und Verkehrsschildern unkenntlich gemacht hatte und dem Sachbeschädigung vorgeworfen wurde, sagte Dario Tripoli. Die Form des Konzertes sei besonders geeignet, um das Thema aufzugreifen. "Kultur und Tanz kennen keine sprachlichen Barrieren", sagte Tripoli.

"Vielleicht bekommen wir es auch hin, dass Leute Mut fassen"

Auch Asylbewerber aus Limburg und Umgebung waren zum Konzert gekommen. Farid Shehada kommt aus Syrien und ist derzeit in einer Flüchtlingsunterkunft in Niedertiefenbach untergebracht. Der 34-Jährige spricht nur ein paar Worte Deutsch und doch fand er bei dem Konzert schnell Anschluss. Auf Englisch unterhielt er sich mit anderen Besuchern und auch eine Smartphone-App half bei der Kommunikation.

Auch Cara Basquitt war begeistert von der Idee des Konzerts. "Es geht um gerechte Flüchtlingspolitik und es macht Freude, neue Menschen kennen zu lernen." Für das Konzert konnten die Jusos die Bands "Hanne Kah", "Deru Béy", "Joy Juice" und "Eve’s Temptation" gewinnen. Fünf Stunden lang sorgten die Musiker für eine gute Stimmung in der Rockarena.

Hanne Kah, das sind Sängerin und Gitarristin Hanne, Gitarrist Patrick Jost, Schlagzeuger Malte Schmidt und Bassist Maximilian Derkum. Ihre Texte schreiben die vier Musiker selbst. Der handgemachte Folkrock zeichnete sich durch ein Wechselspiel aus berührenden, ruhigen Tönen und mitreißenden, rockigen Sounds aus. 2010 gewann die Band um die blonde Sängerin den Berliner Festpreis. Afrikanische Klänge brachte die Band "Deru Béy" auf die Bühne. Der Name "Deru Béy" kommt aus der Wolof-Sprache und bedeutet Ziegenfell. Wolof wird überwiegend im Senegal gesprochen. Die Musiker taten mit den typisch afrikanischen Instrumenten, wie Djembé, Sangban, Kenkeni, Dunumba Balafon und Krin auf und präsentierten ein pulsierendes, kraftvolles Klangerlebnis. Auch außergewöhnliche Instrumente wie Didgeridoo, indianische Flöte, große Kalimba und imposante Bass- und Wassertrommeln fanden bei "Deru Béy" ihren Platz und boten Raum für Experimentelles.

Auch zwei heimische Bands konnten die Jusos für ihr Konzert gewinnen. Die Limburger Band "Joy Juice" hat sich 2010 gegründet und steht für Rock’n Rap. Aus Diez kommt die Singer-Songwirter-Band "Eve’s Tempation". Der Erlös aus dem Konzert kommt den Asylbewerbern zugute. "Vielleicht bekommen wir es auch hin, dass Leute Mut fassen, aufgerüttelt werden und sich ehrenamtlich engagieren", sagte Tripoli.


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