Glück ab, gut Land!

BALLONFAHRT Nach der Ankunft gibt es eine Feuertaufe

Passagierin Kathrin Hesse und Harald Vomrath genießen die Fahrt über die mittelhessische Landschaft.

Der Ausblick aus dem Ballonkorb auf den Aartalsee ist atemberaubend. (Fotos: Heep)

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Ein kleiner Bolzplatz in Werdorf ist unser Startplatz. Harald und seine Frau Stefanie beginnen mit dem Ausladen der insgesamt 800 Kilo schweren Ausrüstung - eine schweißtreibende Arbeit. "Deswegen heißt es auch Ballon-Sport, und nicht Ballon-Spaß", lacht Harald Vomrath. Auch die Gäste müssen mitanpacken, nachdem das Ehepaar aus Eibelshausen den Brenner mit geübten Handgriffen am Korb befestigt hat.

Aus einem riesigen Seesack wird die Hülle des Ballons ausgepackt. Sie wird wie ein Schlauch vor dem umgelegten Korb ausgebreitet. Mit Drahtseilen befestigt Stefanie Vomrath die Hülle am Brenner. Ein riesiger Ventilator bläst nun Luft in den über 1000 Quadratmeter großen Stoff.

Zunächst kommt nur kalte Luft ins Innere des Ballons. So kann er sich in voller Größe entfalten, ohne abzuheben. Zusätzlich ist der Ballon am Boden gesichert. Nach rund 15 Minuten kann Vomrath das Feuer im liegenden Ballon zünden.

Gas rauscht aus den Düsen des Brenners, während sich der Ballon fast von alleine aufrichtet. Jetzt müssen alle schnell einsteigen. Dann hebt der Ballon ab. Ganz langsam steigt er höher. Immer wieder gibt Harald Vomrath Gas, um an Höhe zu gewinnen. Die Wärme des Feuers ist im Nacken zu spüren. Insgesamt wird die Luft aber angenehmer.

Am Horizont sind andere Heißluftballone zu erkennen. Per Funk nimmt Harald Vomrath Kontakt zu ihnen auf "Glück ab, gut Land", tönt es zurück. So grüßt man sich als Ballonfahrer. Seine Frau ist am Boden geblieben. Sie verfolgt den Ballon mit dem Auto. "Ich muss nicht oben sein. Für mich ist es ein Erlebnis, die Gäste vor dem Flug skeptisch und ein bisschen ängstlich und nach der Landung total begeistert zu sehen", so Stefanie Vomrath, die hauptberuflich Erzieherin ist. Wenn das Wetter passt, sind die beiden an jedem Wochenende ein Team - von Januar bis Dezember. "Bei kälterem Wetter braucht man natürlich nicht so viel Gas", erklärt Vomrath. Der Vorrat im Korb reicht für zwei Stunden. Wir landen schon eine halbe Stunde früher, um nichts zu riskieren. Denn steuern kann man das Gefährt nicht. "Ich kann nur hoch oder runter. Den Rest erledigt der Wind", so der Ballonfahrer.

Steuerung funktioniert nur für hoch und runter, den Rest macht der Wind

Auf Wetterkarten hat Vomrath ausgerechnet, dass wir in der Nähe des Aartalsees landen werden. Und tatsächlich haben wir auf einer Wiese bei Bischoffen wieder festen Boden unter den Füßen. Stefanie Vomrath stand mit dem Auto bereit. Der Abbau des Ballons ging erstaunlich schnell. Am Ende wurden alle Passagiere mit einer Feuer- und Sekttaufe in den Adelsstand erhoben.


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