Heimische Musiker feuern die deutsche Mannschaft an

WM-SONGS "Slag Heap" und "Suna" versetzen die Region Limburg-Weilburg musikalisch in Fußballstimmung

"So! Und nicht anders" sind (v.l.) Thomas Lang (26), Benedikt Vogt (26), Nicolas Ries (24), Josef Adugna (25) und Christoph Günster (26). (Foto: Pauly)

"Slag Heap" stößt schon einmal auf den WM-Sieg der deutschen Mannschaft an (v.l.): Thomas Kissel (32), Thomas Wettich (32), Yannic Conrad (35) und "Maddin" Hockenjos (27). (Foto: privat)

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"Slag Heap", die Gießener Band mit Weilburger Wurzeln, hat seit ihrer Gründung 1996 bereits einige Fußballturniere erlebt. Zur EM vor zwei Jahren kam ihnen erstmals die Idee, auch selbst etwas beizusteuern - natürlich in musikalischer Form. So ist schon zur Europameisterschaft 2012 der Song "Zeit für den Cup" entstanden. Zur WM feuert die Band die deutsche Mannschaft wieder mit ihrer Hymne an. "Die Idee war, dass es ein schöner Fußball-Party-Song wird." erzählt Thomas Kissel, der bei "Slag Heap" Bass spielt. Frontmann Tom Wettich ist der Fußballspieler der Band und gab 2012 den Anstoß für "Zeit für den Cup".

"Slag Heap" will mit dem eigenen Song die Stimmung während der WM anheizen. "Die vielen Public Viewings in Deutschland haben uns auf die Idee gebracht, weil man da so gut feiern kann", sagt Kissel. Auch die "Sportfreunde Stiller" waren ein Vorbild. Die Münchner Band hatte mit "54, 74, 90, 2006" den Fußball-Hit zur WM in Deutschland geliefert.

Ihr eigenes Lied "Zeit für den Cup" beschreibt Thomas Kissel so: "Unser persönlicher Stil dominiert. Es ist ein Fußball-Song mit Punkrock-Einflüssen."

Dieses Jahr ist pünktlich zur WM ein Video zum Song entstanden. "Dort sind wir leider nur zu dritt zu sehen, weil unser zweiter Gitarrist aus beruflichen Gründen länger in der Karibik war", erzählt Kissel. Trotzdem ist Gitarrist Yannic Conrad eine Szene gewidmet: "Am Anfang sieht man ein Schild, auf dem steht ,Bin in Brasilien, ihr Luschen. Bis nach der WM!’. Das haben wir ihm gewidmet", sagt der Bassist.

Auf der Internetplattform "YouTube" haben über 73 000 Menschen das Video gesehen. Dann hat die Plattform es gelöscht. Warum, kann sich Kissel nicht erklären. "Wir haben nichts geklaut und sind uns auch sonst keiner Schuld bewusst."

Die Fans haben der Band positive Rückmeldung gegeben und fanden auch das Experiment der Band, auf Deutsch zu singen, gelungen. "Im Herbst werden wir wieder einen Gig spielen", freut sich der 32-Jährige.

Ganz anders als die Band "Slag Heap" geht die Mainzer A-cappella-Band "So! Und nicht anders", kurz "Suna", das Thema Fußball-WM an. Der 24-jährige Nicolas Ries kommt aus Elz, studiert in Mainz und hat das WM-Lied "Weltmeister am Zuckerhut" aufgenommen. Das ist dank des Refrains auch ein Feiersong, denn der ist eingängig. Die Strophen haben aber nichts mit den üblichen Fußballliedern zu tun.

Kritisch äußern sich Nicolas, Benedikt (26), Thomas (26), Josef (25) und Christoph (26) in ihrem Lied zu Politik und Gesellschaft. "Die WM überdeckt viel, zum Beispiel Krisen oder auch Kritik an der FIFA. Wenn der Ball rollt, sind auf einmal alle besänftigt. Wir hatten das Bedürfnis, das auszudrücken", sagt Christoph, der alle Songs von "Suna" geschrieben hat. Nicolas ergänzt: "Wir wollen uns bewusst von den vielen Feiersongs abgrenzen."

"Weltmeister am Zuckerhut - Schalalalala", lautet der Refrain. Dieser ist bewusst primitiv gehalten, sagt Christoph. "Das Lied macht uns genau deshalb Spaß, weil wir damit die Leute für ein paar Minuten bei uns haben." Großzügig zeigen sich die Sänger aktuell auch. Mit ihrem Song unterstützen sie das Hilfsprojekt "Hoffnungsklänge" in Brasilien. "Pro Klick auf YouTube geht ein Cent nach Brasilien", erklärt Thomas. Das Projekt ermöglicht Kindern in der Favela Rocinha in Rio de Janeiro, an Musikprojekten teilzunehmen und damit eine bessere Perspektive zu bekommen.

Auftritte in der Mainzer Arena

Nicolas singt seit 2010 bei "Suna". "Als ich auf die Band aufmerksam wurde, hatte sie gerade einen neuen Basssänger gefunden. Ein Jahr später hat er wieder aufgehört und ich konnte einsteigen", erzählt er. Nicolas ist das einzige Bandmitglied, das Musik studiert. Hören kann man die fünf mit "Weltmeister am Zuckerhut" beim Public Viewing in der Coface Arena in Mainz am 4. und 9. Juli oder am 13. Juli zum Finale. Da hoffen die fünf hoffen auf deutsche Beteiligung.

Die Lieder gibt es hier zum anhören:

"Slag Heap": https://myspace.com/slagheapmusic/music/songs

"Suna": http://www.youtube.com/watch?v=e6aNPu9yQNQ


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